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Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières (Aussprache [bɔnˈvil e sɛ̃ˈt‿avi də fymaˈdjɛʁ], okzitanisch Bonavila e Sent Avit de Fumadièras) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit 299 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes de Montaigne Montravel et Gurson. Die Einwohner werden Bonnevillois und Bonnevilloises genannt.

Schnelle Fakten Bonavila e Sent Avit de Fumadièras ...
Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières
Bonavila e Sent Avit de Fumadièras
Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières (Frankreich)
Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Bergerac
Kanton Pays de Montaigne et Gurson
Gemeindeverband Montaigne Montravel et Gurson
Koordinaten 44° 53′ N,  5′ O
Höhe 18–108 m
Fläche 7,04 km²
Einwohner 299 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 42 Einw./km²
Postleitzahl 24230
INSEE-Code

Kirche Saint-Jean-Baptiste
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Geografie

Die Lidoire zwischen den Gemeinden Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières und Montpeyroux
Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières liegt etwa 60 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 32 Kilometer westnordwestlich von Bergerac und etwa 26 Kilometer ostsüdöstlich von Libourne am südwestlichen Rand des Départements in der Région naturelle des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre. Die Gemeinde liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Lidoire, das sie im Norden begrenzt und Estrop, das sie im Süden begrenzt, sowie von einem kleineren Fließgewässer.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières liegt in der vierten Stufe von Nordosten. Hier im Bergeracois sind Ablagerungen auf die Erosion der Pyrenäen zurückzuführen, die Sedimente in Form von Molasse ablagerte, die sich mit harten Seekalkablagerungen aus dem Tertiär abwechseln.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.

Die Gemeinde hat kein eigentliches Zentrum. Das Bürgermeisteramt befindet sich im zentral gelegenen Dorf Le Goucher, während die namensgebenden Dörfer Bonneville und Saint-Avit am südlichen bzw. nördlichen Rand des Gemeindegebietes liegen. Das Gemeindegebiet der Gemeinde erstreckt sich auf einer relativ waldarmen, leicht hügeligen Hochebene nördlich des Tals der Dordogne mit Höhen selten über 100 m. Der topographisch höchste Punkt mit 108 m befindet sich im äußersten Südwesten an der Grenze zur Nachbargemeinde Montcaret, der tiefste mit 18 m beim Austritt der Lidoire aus dem Gemeindegebiet.

Rund 72 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich genutzt, rund 22 % sind bewaldet, rund 6 % entfallen auf bebaute Flächen.[2]

Umgeben wird Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières von den vier Nachbargemeinden:

Montpeyroux
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Saint-Vivien
Montcaret Vélines
Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières

Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières als

  • Stürme, Gewitter, Schnee, große Fröste oder Hitze
  • Dürren
  • Waldbrände
  • Bodensetzungen.

Im Gemeindegebiet besteht bis auf einen Streifen rund um das am dichtesten bebaute Areal zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, sind über drei Viertel des Gemeindegebiets von Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières von der starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

Das Vorkommen von behauenen Steinen aus der Altsteinzeit sowie jungsteinzeitlichen Werkzeugen am Standort bestätigt, dass der Ort bereits in der Urgeschichte besiedelt war.

Auch antike Brunnen und zahlreiche lateinische Ortsnamen erinnern noch heute an die gallorömische Zivilisation. 1990 bestätigten archäologische Ausgrabungen diese Besiedlung. Am Lieu-dit Grosse Forge wurden verzierte Keramiken entdeckt.[5]

Bonneville erschien in den Schriften erstmals im 13. Jahrhundert mit den Namen seiner Kirche Ecclesia Sancti Johannis de Bona Villa, die von der Komturei von Condat abhing. Der Name setzt sich zusammen aus dem okzitanischen bona, das aus dem lateinischen bonus im Femininum kommt, und aus vila, dem lateinischen villa (deutsch Landgut, später Dorf).

Saint-Avit-de-Fumadières war ebenfalls von der Komturei von Condat abhängig. Der Name erschien im 14. Jahrhundert in der latinisierten Form Sancti Aviti de Fumaderiis (1372). Saint-Avit erinnert an die Legende des heiligen Avit, Gallorömer und Eremit im fünften und sechsten Jahrhundert. Fumadières entspricht dem alt-okzitanischen fumadiera (deutsch Rauchwolke). Das Wort ist eine Ableitung von fumada (deutsch Wasserdampf. Asche, Ruß, freigesetzt von einem brennenden Körper), das von fum kommt, das wie das altfranzösische fum das lateinische fumus (deutsch Rauch, Dampf, Qualm) fortsetzt.[6]

Seit dem 12. Jahrhundert wurden in Bonneville Gottesdienste in der romanischen Kirche abgehalten, die später während der Hugenottenkriege zerstört wurde. In der Folgezeit wurde Lieu-dit Grosse Forge eine große königliche Schmiede errichtet. Sie ermöglichte es Kupferschmieden, die vor Ort gefundenen Erze zu schmelzen, um Waffen herzustellen und Pferde zu beschlagen.

Die Gemeinde hat sich im Jahre 1836 aus dem Zusammenschluss der früheren Gemeinden Bonneville und Saint-Avit gebildet.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
375
1800
 
308
1806
 
283
1821
 
303
1831
 
334
1836
 
318
1841
 
336
1846
 
321
1851
 
331
1856
 
316
1861
 
318
1866
 
323
1872
 
202
1876
 
293
1881
 
279
1886
 
253
1891
 
233
1896
 
258
1901
 
269
1906
 
283
1911
 
285
1921
 
264
1926
 
250
1931
 
260
1936
 
268
1946
 
279
1954
 
302
1962
 
247
1968
 
220
1975
 
195
1982
 
214
1990
 
216
1999
 
214
2006
 
292
2013
 
296
2020
 
315
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort meist über 300 Einwohner. Infolge der Reblauskrise im Weinbau und der Mechanisierung der Landwirtschaft sank die Einwohnerzahl seitdem bis auf die Tiefstwerte in den 1970er und 1980er Jahren ab.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Pfarrkirche St-Jean-Baptiste von Bonneville ist ein größtenteils aus Bruchsteinen errichteter, unscheinbarer gotischer Bau des 13. Jahrhunderts, dessen Portalfassade im 16. Jahrhundert erneuert wurde. Ebenfalls späteren Datums ist der im 18. Jahrhundert auf der Nordseite hinzugefügte Glockenturm. Das fensterlose Kirchenschiff ist von Rippengewölben bedeckt; die polygonal gebrochene und von fünf Fenstern belichtete Apsis ist von einer rippenunterzogenen Kalotte gewölbt. Die Kirche ist seit 1986 als Monument historique eingeschrieben.
  • Im Schloss les Valadou aus dem 17. Jahrhundert hielt sich der Schriftsteller Pierre Loti eine Zeitlang auf.
  • Ein Waschhaus (lavoir) aus dem 19. Jahrhundert wird von einer Quelle gespeist, die auch als Brunnen diente.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vorschule (École maternelle).[11]

Wirtschaft

In früheren Zeiten lebten die Einwohner der Gemeinde als Selbstversorger von der Landwirtschaft, zu der auch der Weinbau und ein wenig Viehwirtschaft gehörten. Bereits seit mittelalterlicher Zeit wurde ein Teil des in der Gegend produzierten Weines in Fässern und auf Flößen oder Lastkähnen über die Dordogne und die Häfen an der Gironde nach England verschifft. Die Böden des Gemeindegebietes gehören heute zum Weinbaugebiet Montravel, doch spielt die Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) ebenfalls eine wichtige Rolle im wirtschaftlichen Leben der Gemeinde.

Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières liegt in den Zonen AOC und geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) der Weine:

  • Bergerac blanc, rosé und rouge,
  • Côte de Bergerac blanc und rouge,
  • Montravel blanc und rouge,
  • Côte de Montravel und
  • Haut-Montravel.[12]

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 145 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières erwerbstätig, entsprechend 77,5 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit 11 im Jahr 2022 deutlich niedriger als im Jahr 2016 (18). Die Arbeitslosenquote sank von 13,1 % (2016) auf 7,6 % (2022).[13]

Branchen und Betriebe

19 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières wirtschaftlich aktiv:[13]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt19
Fertigung, Bergbau und andere Industrien15,3 %
Baugewerbe526,3 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie526,3 %
Information und Kommunikation15,3 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten315,8 %
Andere Dienstleistungen421,1 %
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Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf dem Weinbau.[14] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 18 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 12 im Jahr 2000, auf 9 im Jahr 2010 und schließlich auf 5 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 72,2 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 362 Hektar im Jahre 1988 auf 181 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen von 20,1 Hektar auf 36,1 Hektar.[15][16][17]

Verkehr

Bonneville-et-Saint-Avit-de-Fumadières liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden die beiden Ortsteile miteinander und mit den Nachbargemeinden.

Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden die Gemeinde mit Montpon-Ménestérol und Vélines.[18]

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).

Einzelnachweise

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