Lolme
französische Gemeinde
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Lolme (Aussprache [lɔlm], okzitanisch L’Orme) ist eine französische Gemeinde mit 191 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Bastides Dordogne-Périgord. Die Einwohner werden Lolmois und Lolmoises genannt.
| Lolme | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Bergerac | |
| Kanton | Lalinde | |
| Gemeindeverband | Communes des Bastides Dordogne-Périgord | |
| Koordinaten | 44° 43′ N, 0° 51′ O | |
| Höhe | 112–225 m | |
| Fläche | 6,92 km² | |
| Einwohner | 191 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 28 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24540 | |
| INSEE-Code | 24244 | |
Blick auf das Zentrum von Lolme | ||
Geografie

Lolme liegt etwa 54 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 36 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 32 Kilometer südöstlich von Bergerac am südlichen Rand des Départements in der Landschaft des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet liegt in den Einzugsgebieten von Dordogne und Garonne und wird entwässert vom Brayssou, der es im Südwesten begrenzt, von der Véronne, die es im Norden begrenzt, vom Ruisseau du Fraisse, sowie von zwei kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Lolme liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrinen Kalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär sowie einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine im Norden und Osten bewaldete Hügellandschaft, die durch das Tal der Véronne begrenzt wird und deren Erhebungen nach Südwesten hin zunehmen und Höhen über 200 m betragen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 225 m im äußersten Südwesten in der Nähe des Weilers les Mounards an der Grenze zur Nachbargemeinde Rampieux. Der tiefste Punkt mit 112 m ist im äußersten Norden beim Austritt der Véronne aus dem Gemeindegebiet anzutreffen. Das Zentrum bei der Ortskirche liegt auf etwa 168 m Höhe.
Rund 62 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen, genutzt, rund 38 % sind bewaldet.[2]
Umgeben wird Lolme von den fünf Nachbargemeinden:
| Sainte-Croix | Saint-Romain-de-Monpazier | |
| Marsalès | ||
| Rampieux | Lavalade |
Klima
Die klimatischen Bedingungen in Lolme werden als warm und gemäßigt eingestuft. In Lolme kommt es das ganze Jahr über zu erheblichen Niederschlägen. Selbst im trockensten Monat Juli fallen noch große Niederschlagsmengen. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Lolme beträgt 13,3 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,4 °C, die höchste im Juli mit 21,6 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen 820 mm.[3]
Natürliche Risiken

Natürliche Risiken manifestieren sich in Lolme neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Bodenbewegungen
Lolme ist einer Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[4]
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 90 % des Gemeindegebiets von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 2011 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden.[5]
Etymologie und Geschichte
Der Name des Dorfes steht klar für das okzitanische olm (deutsch Ulme), hervorgegangen aus dem lateinischen ulmus. Der Name der Ulme ist unter seiner okzitanischen oder französischen Form im Périgord in den Lieu-dits sehr verbreitet.[6]
Die Pfarrgemeinde von Lolme unterstand 1365 der Kastellanei von Montferrand. Laut dem Dictionnaire topographique du département de la Dordogne von Gourges gab es in Lolme ein Priorat, dessen exakter Standort unbekannt ist. Es wurde 1556 in den Aufzeichnungen erwähnt und war der Abtei von Souillac im heutigen Département Lot unterstellt. 1631 erfasste eine Pestepidemie den Ort, auf die eine Hungersnot folgte. 1911 besaß die Gemeinde zahlreiche Steinbrüche zur Gewinnung von Steinen für den Straßen- und Wegebau, von Baukalk und von Kalkstein.[7][8]
Einwohnerentwicklung
Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche Notre-Dame de la Nativité
Die romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert besteht aus einem Langhaus mit einer schmaleren Apsis. Eine Seitenkapelle und eine Sakristei sind zu einem späteren Zeitpunkt an der Nordseite angebaut worden. Das Langhaus misst 16,8 Meter in der Länge und 9,8 Meter in der Breite, die Kapelle 6 Meter in der Länge und 3,8 Meter in der Breite. Die Ostfassade wird durch einen massiven, schmucklosen Glockengiebel ohne Blende oder Auskragung bestimmt. Er wird oben von zwei gleichen rundbogenförmigen Öffnungen unterbrochen, die die beiden Glocken bergen. Auf der Höhe des ersten Drittels der Wand befindet sich ein Fenster, das Licht in das Langhaus einlässt. Das Eingangsportal befindet sich traditionell an der Westseite der Kirchen. Dieses ist von vergleichsweise geringer Größe, unsymmetrisch nach Norden verschoben, heute aber zugemauert. Auf der Nordseite gibt es einen Eingang zum Inneren durch die Kapelle, auf der Südseite wurde nachträglich der heutige Haupteingang geschaffen. Die Archivolte über seiner Tür ist mit einer dicken Wulst in der Laibung und einer äußeren Wulst mit Nut und Abflachung verschönert. Das Ganze ruht auf Kämpfern. Das Mauerwerk der Südfassade ist mit unterschiedlich großen Steinen erbaut, und die Umarbeiten im Laufe der Jahrhunderte sind leicht zu erkennen. Sie ist ohne Strebepfeiler ausgestattet, allein am östlichen Ende des Langhauses ist die Ecke mauerartig verstärkt. Die Apsis ist im Gegensatz zum Langhaus aus kleinem Mauerwerksverband erbaut. Sie besitzt zwei rundbogenförmige Fenster, eines in der Längsachse, eines nach Süden versetzt. Ihr Dach ist mit flachen Steinen gedeckt und ruht auf einem Gesims mit Konsolen, von denen einige mit Skulpturen verschönert sind, zwei Köpfe, eine knopfähnliche Verzierung und ein Fass. Zwischen den Konsolen sind viereckige Zwischenfelder mit runden Löchern eingelassen, wie auch an den Kirchen in Saint-Marcory und Sainte-Croix zu sehen ist.
An den Nord-, West- und Südwänden befinden sich zahlreiche in den Steinen gravierte Inschriften und Symbole und Verzierungen von Okuli auf vom Boden gemessenen Höhen zwischen 0,5 Meter und 1,8 Meter. Diverse kleine geometrische Symbole entziehen sich einer Interpretation. Christliche Kreuze sind hingegen häufig auf den verschiedenen Wänden anzutreffen, zahlreiche in Form von Tatzenkreuzen, andere in Form von lateinischen Kreuzen, die an den Enden ihrer Arme in Dreiecke auslaufen oder Schalen tragen. An der westlichen Ecke der Südwand ist ein Malteserkreuz in einem Kreis zu erkennen, dessen Enden der Arme mit drei Kugeln verziert sind. Darüber befindet sich eine Inschrift in Latein, die das Heilige Kreuz preist. Die nördliche Wand wird durch drei Nischen unterbrochen, die im Zusammenhang mit Bestattungen zu sehen sind. Die erste auf der rechten Seite ist heute zugemauert. Über ihr verläuft ein Pflanzenrankwerk, das in die Steine graviert ist. Es ist aus Stängeln geformt, an deren Enden Blüten mit sechs Blättern zu erkennen sind. Über der linken Nische ist eine Verzierung in Form einer einfachen Rose mit sechs Blättern angebracht, über der mittleren zwei Rosetten. Ein Malteserkreuz wird in der Mitte einer dieser Rosetten von sechs Fleurons mit je drei Blättern umsäumt. Bei der anderen Rosette verschachteln sich die sechs Blätter der Blume in der Mitte mit sechs weiteren Rosetten, die sie umringen. Ein interessanter Aspekt ist hierbei, dass diese Rosette eine Replik auf der gleichen Höhe im Kircheninneren besitzt. Links von den beiden Nischen und dazwischen befinden sich lateinische Inschriften, die mit der Zeit sehr beschädigt sind. Obwohl der Text in weiten Teilen unleserlich ist, lässt sich der Sinn nachvollziehen, der durch die Psalmen inspiriert ist und den Gläubigen an die Vergänglichkeit von Reichtum und die Flüchtigkeit der Zeit erinnert. Alle diese Symbole und Inschriften unterstützen die Hypothese, dass Mitglieder des Templerordens in Lolme lebten oder zumindest hier bestattet wurden. Eine Untersuchung der Morphologie der lateinischen Buchstaben der Inschriften wie die Feststellung des vollständigen Fehlens von Interpunktionen lässt sie auf das 12. oder 13. Jahrhundert datieren, einen Zeitraum, der genau in die Epoche der Templer fällt.
An der Westfassade gibt es eine weitere Besonderheit. Mehrere Konturen von Schuhen, neun an der Zahl, sind in die Wand eingeritzt. Sie können als Zeichen der Rückkehr auf einem Pilgerweg gedeutet werden. Gemäß der Hypothese der Anwesenheit von Tempelrittern lässt sich die Interpretation auf ihre Rückkehr vom Heiligen Land übertragen. Das Fehlen von Überlappungen oder Überdeckungen lässt auf einen begrenzten Kontext und einen begrenzten Zeitraum schließen, in dem sie entstanden sind.
Im Kircheninneren fällt dem Besucher die rötliche Färbung der Wände auf, die von einem Brand stammen, der zu einem unbekannten Zeitpunkt stattfand. Dieser Effekt gibt dem Innenraum heute eine intensive Tönung. Die beiden Joche des Kirchenschiffs gehen in den halbrunden Chor über, der oben mit einer Apsiskalotte abschließt, deren Steine mit Kalkfarbe überdeckt sind. Das Tonnengewölbe stützt sich auf drei mächtige Gurtbögen, die auf Auskragungen auf beiden Seiten ruhen, verbunden mit Pilastern, die in die Wände eingelassen sind, aber leicht überstehen. Das heutige Gewölbe ist jüngeren Datums als das des ursprünglichen Baus. Der Brand hat zweifellos diesen Neubau erforderlich gemacht.[11][12]
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 45 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Lolme erwerbstätig, entsprechend 75,0 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (80,0 %) höher war als bei den Frauen (70,0 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit zwei Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (4).[13]
Branchen und Betriebe
14 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Lolme wirtschaftlich aktiv:[13]
| Branche | Anzahl | % |
|---|---|---|
| Baugewerbe | 6 | 42,9 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 2 | 14,3 % |
| Information und Kommunikation | 1 | 7,1 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 2 | 14,3 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 1 | 7,1 % |
| Andere Dienstleistungen | 2 | 14,3 % |
| Gesamt | 14 |
Landwirtschaft
Lolme liegt in den Zonen geschützter Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.[14]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf den Obstanbau oder andere Dauerkulturen.[15] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 10 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 8 im Jahr 2000, auf 5 im Jahr 2010 und im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 50 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 353 Hektar im Jahre 1988 auf 502 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb erhöhte sich hingegen beträchtlich von 35,3 Hektar auf 100,4 Hektar.[16][17][18]
Fernwanderweg
Der GR 36, ein Fernwanderweg von Ouistreham im Département Calvados nach Bourg-Madame im Département Pyrénées-Orientales, führt auch durch das Gebiet der Gemeinde.[19]
Verkehr
Die zur Departementsstraße D 660 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 660 von Bergerac über Monpazier nach Saint-Médard im Département Lot durchquert das südliche Gemeindegebiet. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und Nachbargemeinden.
Persönlichkeiten
Martial Rouby, geboren 1895 in Lolme, gestorben in Prigonrieux, war Lyriker und Erzähler in okzitanischer Sprache.
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
Commons: Lolme – Sammlung von Bildern
