Lamonzie-Montastruc

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Lamonzie-Montastruc (Aussprache [lamɔ̃ˈzi mɔ̃taˈstʁyk], okzitanisch La Mongià et Mont Astruc) ist eine französische Gemeinde mit 708 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Lamonziens und Lamonziennes genannt.

Schnelle Fakten La Mongià et Mont Astruc ...
Lamonzie-Montastruc
La Mongià et Mont Astruc
Lamonzie-Montastruc (Frankreich)
Lamonzie-Montastruc (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Bergerac
Kanton Bergerac-2
Gemeindeverband Bergeracoise
Koordinaten 44° 54′ N,  36′ O
Höhe 48–162 m
Fläche 20,66 km²
Einwohner 708 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 34 Einw./km²
Postleitzahl 24520
INSEE-Code

Bürgermeisteramt (Mairie)
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Geografie

Die Louyre im Südwesten von Lamonzie-Montastruc
Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Lamonzie-Montastruc liegt etwa 34 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux, etwa 49 Kilometer westlich von Sarlat-la-Canéda und etwa zehn Kilometer östlich von Bergerac in der Landschaft des Bergeracois, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Caudeau, Louyre und Seyze, die es im Westen begrenzt, sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Lamonzie-Montastruc liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär sowie einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine waldreiche, gewellte Hügellandschaft auf, die insbesondere von den Tälern der besagten Flüsse markant durchschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich im äußersten Norden an der Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Georges-de-Montclard in der Nähe des Lieu-dits le Garray mit 162 m Höhe. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Südwesten mit 48 m Höhe beim Austritt des Caudeau aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum mit der Ortskirche liegt erhöht oberhalb des Zusammenflusses von Louyre und Caudeau auf etwa 61 m Höhe.

Rund 62 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 35 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend als Grünland, genutzt, rund 3 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]

Umgeben wird Lamonzie-Montastruc von den sechs Nachbargemeinden:

Campsegret Saint-Georges-de-Montclard
Queyssac Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Liorac-sur-Louyre
Lembras Saint-Sauveur

Natürliche Risiken

Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Lamonzie-Montastruc

Natürliche Risiken manifestieren sich in Lamonzie-Montastruc neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1988 und 1999 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde jeweils der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Lamonzie-Montastruc ist der Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa zwei Drittel des Gemeindegebiets von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

Das Dorf Lamonzie existierte, bevor sein Name in einem Kirchenregister des 13. Jahrhunderts erschien. Die Kirche des früheren Priorats wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Der Name des Dorfes, in der Schreibweise La Monzia, dann 1450 La Monsia, erinnert an das Vorhandensein einer religiösen Einrichtung, denn die Namen stehen für das okzitanische mongia, das ein Nonnenkloster bezeichnet. Mongia von monge abgeleitet, das aus dem spätlateinischen monachus kommt, das dem altgriechischen monakhos entlehnt ist. Dieses Wort, das „alleinig“ bedeutete, wurde dem christlichen Wortschatz entlehnt, um eine religiöse Person zu bezeichnen, die in Einsamkeit lebt. Lamonzie, auch La Mogie am Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben, gehört zu einer Gruppe von Ortsnamen, die vom Namen eines religiösen Gebäudes abgeleitet sind.

Die Burg von Montastruc wurde im 13. Jahrhundert auf der Felsspitze am Zusammenfluss von Caudeau und Louyre errichtet, am Ende des 15. Jahrhunderts dort neu gebaut. Durch sie ist der Name des Dorfes sehr spät überliefert in der latinisierten Form Montastrucus im Jahr 1437, dann in Rappayrium (Adelssitz) de Monte Astruco im Jahr 1437. Er ist zusammengesetzt aus dem okzitanischen mont, vom lateinischen mons, montis, und astruc (deutsch unter einem Glücksstern geboren), vom okzitanischen astre abgeleitet, welches das lateinische astrum (deutsch Stern) fortführt. Es ist verständlich, dass die Anhöhe, auf der die Burg errichtet wurde, eine günstige Lage ist, da sie leicht zu verteidigen ist. Im zweiten Element ist auch der Personenname Astruc zu sehen, der „Glückskind“ bedeutet, was in Okzitanien weit verbreitet ist.

Welcher Interpretation auch immer gefolgt wird, der Standort von Lamonzie-Montastruc war zweifellos günstig für die Menschen weit vor dem Mittelalter gelegen. Er wurde in der Merowingerzeit besiedelt, Spuren aus der Zeit des Acheuléen sind aber auch gefunden worden.[5]

Ab dem fünften Jahrhundert stürzten die germanischen Invasionen (407), gefolgt von den Einfällen der Wisigoten und schließlich die Annexion Aquitaniens durch Chlodwig I. (507) Montastruc ins Frühmittelalter. Diese unruhigen Zeiten zwangen die Einwohner, in den kleinen Höhlen und Grotten des Felssporns Zuflucht zu suchen, der später befestigt und durch tiefe Gräben unterteilt wurde.

Das in Dokumenten des 13. Jahrhunderts erwähnte Dorf La Monzia stand unter dem Schutz von Montastruc, einem Lehen der Festung Montclar. 1309 erhielt Hugues I. d’Abzac, Seigneur von Clerans und Ritter von Montclar, eine Schenkung von Besitz und Gebäuden in La Monzia, darunter auch das Herrenhaus von Montastruc.

1329 befestigte sein Sohn, Hugues II. d’Abzac, Montastruc auf den bestehenden, älteren Fundamenten. Rudel IV. de Mouleydier, Herr und Baron von Montclar, erlaubte die Fertigstellung der Arbeiten und empfing als Lehnsherr vor dem Altar der Heiligen Katharina von Lamonzie feierliche Huldigung. Montastruc und die Familie d’Abzac wurden fortan zu einer ständigen Bedrohung für Montclar und seine Barone.

1437 wird das „Reppayrium de Monte Astruco“, ein Lehen Bertrand d’Abzacs, erwähnt. Am 14. Februar 1439 verlieh Amaury d’Estissac, Erbe der Kastellanei Montclar, Bertrand d’Abzac alle ihm zustehenden Rechte der hohen, mittleren und niederen Justiz unter der Bedingung der symbolischen Huldigung in Form eines Paares weißer Handschuhe. Bertrand d’Abzac, der nach der Besetzung von Domme gefangen genommen worden war, wurde am 1. März 1439 auf Befehl Karls VII. in Limoges enthauptet. Die Zerstörung von Montastruc, die als „angemessene Schmach“ galt, wurde nach dem Strafprozess von 1438 angeordnet.

1449 gab Johann von der Bretagne das Gut Montastruc an Jeanne de Beynac, die Witwe Bertrand d’Abzacs, unter der Bedingung zurück, dass sie sich der königlichen Autorität unterwarf. Die Restaurierung des Schlosses begann 1480 aufgrund eines Patentbriefes Ludwigs XI. vom September 1475.

Am Weihnachtstag 1568 belagerte Blaise de Monluc, von Katharina von Medici mit der Aufrechterhaltung der Ordnung in Guyenne beauftragt, Montastruc. Zwei Kanonen zwangen die hugenottische Garnison zur Kapitulation. 1569 begann der Seneschall von Périgord eine neue Belagerung, eroberte die Stadt von den Protestanten zurück und gab sie der Familie d’Abzac zurück.

1637 führte La Mothe La Foret, der Schwager von Charles d’Abzac, zusammen mit Grellety, einem Bauern auf dessen Ländereien, den zweiten Croquant-Aufstand im Wald bei Montastruc an.

Am 26. Mai 1650 wurde die Nachhut von Monsieur de La Valette von den Herzögen von Bouillon und La Rochefoucauld vor den Mauern von Montastruc besiegt, als diese die Prinzessin de Condé und ihren Sohn, den Herzog von Enghien, während der letzten großen Fronde nach Bordeaux begleiteten.

Die Französische Revolution hatte kaum Auswirkungen auf Montastruc. Im Mai 1940 flüchtete Großherzogin Charlotte von Luxemburg mit ihrer Familie ins Exil nach Schloss Montastruc, nachdem sie von Frankreich in letzter Minute vor dem Einmarsch deutscher Truppen aus Luxemburg evakuiert worden war. Dort verbrachten sie einige Monate unter dem Schutz senegalesischer Schützen, bevor sie Portugal erreichten. Am 16. Juni 1940 stieß die letzte Kaiserin von Österreich-Ungarn, Zita, Schwester von Felix von Bourbon-Parma, Charlottes Ehemann, zu ihnen nach Montastruc. Auf ihrem Weg ins Exil nach Portugal über Bordeaux und Spanien kam Zita mit ihren acht Kindern, darunter ihr ältester Sohn Otto von Habsburg, Erzherzog von Österreich, durch Montastruc.[6]

Bevölkerungsentwicklung

Lamonzie-Montastruc: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
1.027
1800
 
652
1806
 
735
1821
 
892
1831
 
982
1836
 
905
1841
 
968
1846
 
983
1851
 
998
1856
 
1.002
1861
 
1.007
1866
 
912
1872
 
840
1876
 
833
1881
 
796
1886
 
744
1891
 
694
1896
 
634
1901
 
601
1906
 
684
1911
 
607
1921
 
530
1926
 
548
1931
 
522
1936
 
511
1946
 
522
1954
 
448
1962
 
415
1968
 
351
1975
 
377
1982
 
407
1990
 
539
1999
 
531
2006
 
563
2013
 
694
2020
 
690
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

Glockenturm der Kirche Notre-Dame de l’Assomption
  • Romanische Kirche Notre-Dame de l’Assomption aus dem 12. Jahrhundert, seit 1974 als Monument historique eingeschrieben
  • Zahlreiche Reste aus gallorömischer und frühchristlicher Zeit (heute im Schloss Monbazillac zu besichtigen)
  • Schloss Bellegarde, aus dem 14. Jahrhundert, im 19. und 20. Jahrhundert restauriert, seit 2006 als Monument historique eingeschrieben
  • Schloss Montastruc mit Taubenturm, ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert, 1438 geschleift, wieder errichtet 1471, seit 2001 in seiner Gesamtheit als Monument historique eingeschrieben
  • Schloss Lescot aus dem 17. Jahrhundert
  • Herrenhaus von Monsac und Chartreuse von La Fourtonie, jeweils aus dem 17. Jahrhundert

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[9]

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 312 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Lamonzie-Montastruc erwerbstätig, entsprechend 78,5 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (80,4 %) höher war als bei den Frauen (76,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 26 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (47). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 14,2 % (2016) auf 8,2 % (2022).[10]

Branchen und Betriebe

59 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Lamonzie-Montastruc wirtschaftlich aktiv:[10]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
BrancheAnzahl%
Fertigung, Bergbau und andere Industrien58,5 %
Baugewerbe1423,7 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie610,2 %
Information und Kommunikation35,1 %
Finanzen und Versicherungen11,7 %
Immobilien46,8 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten1220,3 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln711,9 %
Andere Dienstleistungen711,9 %
Gesamt59
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Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[11] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 30 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 17 im Jahr 2000, auf 13 im Jahr 2010 und schließlich auf 12 im Jahr 2020, ein Rückgang von 60 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 529 Hektar im Jahre 1988 auf 188 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb sank von 17,6 Hektar auf 15,7 Hektar.[12][13][14]

Verkehr

Die Nationalstraße N 21, die Périgueux mit Bergerac verbindet, durchquert das westliche Gebiet der Gemeinde. Die Departementsstraße D 21 bindet das Zentrum der Gemeinde an die N 21 und wird im Nordosten über Saint-Georges-de-Montclard in Richtung Vergt geführt. Lokale Landstraßen führen vom Zentrum zu den Weilern der Gemeinde und zu weiteren Nachbargemeinden.

Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Lamonzie-Montastruc mit Périgueux und Bergerac.[15]

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Lamonzie-Montastruc – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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