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Cours-de-Pile

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Cours-de-Pile (Aussprache [kuʁ də ˈpil], okzitanisch Cors-de-Pilas) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit 1585 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Cours-de-Pilois und Cours-de-Piloises genannt.

Schnelle Fakten Cors-de-Pilas ...
Cours-de-Pile
Cors-de-Pilas
Cours-de-Pile (Frankreich)
Cours-de-Pile (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Bergerac
Kanton Bergerac-2
Gemeindeverband Bergeracoise
Koordinaten 44° 50′ N,  33′ O
Höhe 17–101 m
Fläche 10,81 km²
Einwohner 1.585 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 147 Einw./km²
Postleitzahl 24520
INSEE-Code
Website coursdepile.fr

Blick auf Cours-de-Pile
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Geografie

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Cours-de-Pile liegt etwa fünf Kilometer ostsüdöstlich von Bergerac am Südufer der Dordogne in der Région naturelle des Bergeracois, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre. Die Gemeinde besitzt kein eigentliches Zentrum. Kirche und Bürgermeisteramt befinden sich im als Straßendorf entwickelten Dorf La Séguinie. Das Gemeindegebiet wird außer von der Dordogne entwässert von der Conne, die es im Südwesten begrenzt, von den Flüsschen Gouzou und Conneau sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Cours-de-Pile liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustinen Kalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, aus einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, anderen aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine bis auf den Süden kaum bewaldete, gewellte Hügellandschaft, deren Erhebungen erst im Süden auf Höhen über 100 m gelangen. Der topografisch höchste Punkt der Gemeinde mit 101 m Höhe ist auch dort zwischen den Lieu-dits La Garenotte und Branle zu finden. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Westen mit 17 m Höhe beim Austritt der Dordogne aus dem Gemeindegebiet. Kirche und Bürgermeisteramt liegen auf etwa 46 m Höhe.

Etwa 76 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, überwiegend heterogen genutzt, etwa 11 % sind bewaldet, etwa 10 % entfallen auf bebaute Flächen, etwa 3 % auf Binnengewässer, etwa 3 % auf Dauerkulturen.[2]

Umgeben wird Cours-de-Pile von den vier Nachbargemeinden:

Creysse
Bergerac Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Saint-Germain-et-Mons
Saint-Nexans

Natürliche und technologische Risiken

Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Cours-de-Pile

Naturrisiken manifestieren sich in Cours-de-Pile vor allem als

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982 und 1986 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

In einem Großteil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.

Wie die Risikokarte zeigt, sind über 90 % des Gemeindegebiets, insbesondere im Süden von einer mittleren, am Ufer der Dordogne im Norden und im Südosten von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 2005, 2012 und 2018 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Die Gemeinde liegt außerdem flussabwärts des Staudamms Bort-les-Orgues, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter) im Département Corrèze, das seit 2009 einem sogenannten Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesen Staudämmen der Klasse A und mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch eines dieser Bauwerke entstünde.[3]

Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung im Norden des Gemeindegebiets. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.

Die Gemeinde ist einem Industrierisiko ausgesetzt, da ein Teil ihres Gebiets im Nordwesten innerhalb des Geltungsbereichs des Technologierisikopräventionsplans (PPRT) für die Eurenco-Industrieplattform in Bergerac liegt. Diese besitzt einen „hohen SEVESO-Schwellenwert“. Als SEVESO-Betriebe gelten Betriebe, die gefährliche, giftige oder umweltschädliche Stoffe in Mengen lagern, verwenden oder produzieren, die bestimmte gesetzlich festgelegte Grenzwerte überschreiten. Die technologischen Risiken der Anlage betreffen Explosionen, Feuer und giftigen Ausstoß.[4]

Etymologie und Geschichte

In der gleichen Zeit der Errichtung der Burg Pile am Ufer der Dordogne im 14. Jahrhundert wurde der Name des Dorfes Cors et Pilas im Jahr 1365 belegt. Der erste Teil folgt dem Plural des okzitanischen cort, das wie das altfranzösische cort, curt (deutsch Hof) aus dem spätlateinischen curtis (6. Jahrhundert) kommt. Dieses bezeichnete den Hof eines Bauernhauses, eine Einfriedung und weitergehend einen landwirtschaftlichen Betrieb, daher die Anwendung von cort für die Namensgebung eines Dorfes. Das Wort, abgeleitet von cohors, cohortis (deutsch hier: Menge, Schar) des klassischen Lateins, wurde ursprünglich für eine Einfriedung angewandt. Das Wort court ist Teil von zahlreichen Ortsnamen, insbesondere im Norden und Osten Frankreichs und zeigt die Präsenz ehemaliger Landgüter adliger Franken an.

Pile wurde noch im 19. Jahrhundert als Piles geschrieben und erschien unabhängig von Cours im 14. Jahrhundert in Parochia de Piliis. Pile stammt vom Plural vom okzitanischen pila, das vom lateinischen pila kommt. Es bezeichnete einen Pfeiler, aber auch ein Maß für Körner. Das Fehlen von Spuren einer Besiedelung in gallorömischer Zeit erlaubt keine Entscheidung über die Bedeutung.[5]

Archäologische Funde, insbesondere von Feuerstein, belegen eine sehr alte menschliche Besiedlung der Gegend, die bis in die Altsteinzeit (bei den Lieux-dits Branle, Les Réclaussoux und Les Fontaines) und Jungsteinzeit (bei den Lieux-dits Migay und Pile) zurückreicht. Später folgte die römische Besatzung.

Bei der erstmaligen Erwähnung von Cors et Pilas 1365 muss es zwei separate Pfarreien gegeben haben. Im 16. Jahrhundert war die Stadt eine Hochburg des Protestantismus.[6]

Die Burg Pile wurde erstmals im Testament von Catherine de Peuch aus dem Jahr 1431 erwähnt. 1652, während der Fronde, wurde sie vom Prinzen von Condé niedergebrannt.[7]

Bevölkerungsentwicklung

Cours-de-Pile: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
546
1800
 
546
1806
 
562
1821
 
624
1831
 
640
1836
 
618
1841
 
629
1846
 
646
1851
 
633
1856
 
629
1861
 
691
1866
 
676
1872
 
624
1876
 
604
1881
 
639
1886
 
609
1891
 
574
1896
 
554
1901
 
525
1906
 
530
1911
 
529
1921
 
531
1926
 
508
1931
 
535
1936
 
513
1946
 
550
1954
 
540
1962
 
572
1968
 
628
1975
 
868
1982
 
1.203
1990
 
1.329
1999
 
1.300
2006
 
1.415
2013
 
1.562
2020
 
1.558
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9][10][11]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Kirche Décollation-de-Saint-Jean-Baptiste

Sehenswürdigkeiten

  • Neogotische Kirche Décollation-de-Saint-Jean-Baptiste
  • Schloss Pile aus dem 15. Jahrhundert mit Umbauten aus dem 17. Jahrhundert, Wiederaufbau nach einem Brand im Jahr 2008

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[12]

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 675 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Cours-de-Pile erwerbstätig, entsprechend 77,7 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit 70 Personen im Jahr 2022 etwas niedriger als im Jahr 2016 (73). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 11,0 % (2016) auf 10,3 % (2022).[13]

Branchen und Betriebe

82 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Cours-de-Pile wirtschaftlich aktiv:[13]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt82
Fertigung, Bergbau und andere Industrien911,0 %
Baugewerbe1822,0 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1113,4 %
Information und Kommunikation11,2 %
Finanzen und Versicherungen11,2 %
Immobilien33,7 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten2226,8 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln78,5 %
Andere Dienstleistungen1012,2 %
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Landwirtschaft

Cours-de-Pile liegt in den Zonen AOC und geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) der Weine:

  • Bergerac blanc, rosé und rouge und
  • Côte de Bergerac blanc und rouge.[14]

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[15] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 37 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 22 im Jahr 2000, auf 17 im Jahr 2010 und auf 9 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 75,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 693 Hektar im Jahre 1988 auf 460 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb vergrößerte sich signifikant von 18,7 Hektar auf 51,1 Hektar.[16][17][18]

Verkehr

Die Nationalstraße N 21 durchquert das nordwestliche Gebiet der Gemeinde von der nördlichen Nachbargemeinde Creysse kommend auf einem Abschnitt von rund 750 Metern Länge als Umfahrung von Bergerac. Die nachgeordnete Departementsstraße D 37 und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum im Dorf La Séguinie mit den Weilern und weiteren Nachbargemeinden.

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Cours-de-Pile – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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