Lunas (Dordogne)
französische Gemeinde im Departement Dordogne
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Lunas (Aussprache [lyˈna], okzitanisch Lunàs) ist eine französische Gemeinde mit 459 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Lunasiens und Lunasiennes genannt.
| Lunas | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Bergerac | |
| Kanton | Pays de la Force | |
| Gemeindeverband | Agglomération Bergeracoise | |
| Koordinaten | 44° 55′ N, 0° 24′ O | |
| Höhe | 37–128 m | |
| Fläche | 16,87 km² | |
| Einwohner | 459 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 27 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24130 | |
| INSEE-Code | 24246 | |
| Website | lapagelocale.fr/24130-lunas | |
Blick auf das Zentrum von Lunas | ||
Geografie

Lunas liegt etwa 38 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 64 Kilometer westlich von Sarlat-la-Canéda und etwa zehn Kilometer nordwestlich von Bergerac in der Landschaft des Landais, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre im Südwesten des Départements. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Eyraud, von den Flüsschen Ruisseau de l’Ironzeau, Ruisseau du Vert und Ruisseau de la Forêt sowie von zwei kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Lunas liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, die aus dem Känozoikum datieren.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine vergleichsweise bewaldete Hügellandschaft auf, die vom Tal des Eyraud durchschnitten wird und deren Erhebungen im nördlichen Teil Höhen von über 100 m aufweisen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 128 m Höhe im Osten beim Weiler Peymagre. Der tiefste Punkt befindet sich im Süden mit 37 m Höhe beim Austritt des Eyraud aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt am Zusammenfluss des Ruisseau de l’Ironzeau mit dem Eyraud auf etwa 49 m Höhe.
Rund 58 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 40 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen genutzt, auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation entfallen rund 2 % (Stand: 2018).[2]
Umgeben wird Lunas von den sechs Nachbargemeinden:
| Bosset | Les Lèches | |
| Saint-Georges-Blancaneix | Eyraud-Crempse-Maurens | |
| Prigonrieux | Ginestet |
Klima
Die klimatischen Bedingungen in Lunas werden als warm und gemäßigt eingestuft. Lunas verzeichnet eine erhebliche Niederschlagsmenge, selbst im Monat Juli mit historisch niedrigen Niederschlagswerten. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Lunas beträgt 13,6 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,8 °C, die höchste im Juli und August mit 21,7 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 852 mm.[3]
Natürliche Risiken

Natürliche Risiken manifestieren sich in Lunas neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Bodenbewegungen
Die Gemeinde ist durch die umfangreiche Bewaldung der starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[4]
Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden.[5]
Etymologie und Geschichte
Der Name des Dorfes ist zu Beginn des 12. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der damaligen romanischen Kirche in Sanctus Johannes de Lunus im Jahre 1117 belegt, zur gleichen Zeit in der latinisierten Form Lonasium. Später tauchte er als Lunatz im Jahre 1383 in den Schriften auf. Der Name hat als Ursprung einen gallorömischen Personennamen, Lunus oder Launus, begleitet von einem Suffix -àtis, der vielleicht einen gallischen Ursprung hat.
Die lange Besiedlungsgeschichte des Gebiets wird durch das Vorhandensein von Stätten aus der Alt- und Jungsteinzeit belegt.[6]
Ein bedeutendes lokales Kapitel der neueren Geschichte betrifft den französischen Widerstand während der deutschen Besatzung. Das in den Wäldern liegende Lunas bot hierzu ideale Verstecke. Das im Ort ansässige Ehepaar Jean und Georgette Brégi operierte von hier aus in der Résistance. Sie halfen dabei, dutzende alliierte Piloten, deren Flugzeuge abgeschossen worden waren, herauszuschmuggeln, zu verstecken und zu versorgen. Zum Gedenken an ihren Einsatz wurde im Juni 2026 eine neue Markthalle in Lunas nach dem Ehepaar benannt.[7]
Einwohnerentwicklung
Sehenswürdigkeiten
- Neogotische Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste aus dem 19. Jahrhundert als Ersatz für die frühere, aus Holz gebaute und abgebrannte Kirche
Bildung
Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire) mit 67 Schülerinnen und Schülern in drei Klassen im Jahr 2025.[10]
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 235 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Lunas erwerbstätig, entsprechend 82,0 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (84,3 %) höher war als bei den Frauen (79,8 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 17 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (29). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 15,2 % (2016) auf 7,4 % (2022). Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen sank in diesem Zeitraum von 52,9 % auf 12,7 %.[11]
Branchen und Betriebe
27 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Lunas wirtschaftlich aktiv:[11]
| Branche | Anzahl | % |
|---|---|---|
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 1 | 3,7 % |
| Baugewerbe | 4 | 14,8 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 4 | 14,8 % |
| Information und Kommunikation | 4 | 14,8 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 9 | 33,3 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 5 | 18,5 % |
| Gesamt | 27 |
Landwirtschaft
Lunas liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Weine:
- Bergerac blanc, rosé und rouge und
- Côte de Bergerac blanc und rouge.[12]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf die Haltung von Geflügel.[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 28 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 21 im Jahr 2000 und auf 11 im Jahr 2010 und im Jahr 2020, ein Rückgang von 60,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 549 Hektar im Jahre 1988 auf 411 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb erhöhte sich von 19,6 Hektar auf 34,4 Hektar.[14][15][16]
Verkehr
Lunas liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
Commons: Lunas – Sammlung von Bildern

