Fougueyrolles

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Fougueyrolles (Aussprache [fuɡeˈʁɔl], okzitanisch Faugairòlas) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit 462 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes de Montaigne Montravel et Gurson. Die Einwohner werden Fougueyrollais und Fougueyrollaises genannt.

Schnelle Fakten Faugairòlas ...
Fougueyrolles
Faugairòlas
Fougueyrolles (Frankreich)
Fougueyrolles (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Bergerac
Kanton Pays de Montaigne et Gurson
Gemeindeverband Montaigne Montravel et Gurson
Koordinaten 44° 52′ N,  11′ O
Höhe 33–152 m
Fläche 11,45 km²
Einwohner 462 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 40 Einw./km²
Postleitzahl 33220
INSEE-Code

Bürgermeisteramt (Mairie)
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Geografie

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Fougueyrolles liegt etwa 55 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 24 Kilometer westnordwestlich von Bergerac und etwa 34 Kilometer ostsüdöstlich von Libourne am südwestlichen Rand des Départements. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Bergeracois und im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre. Fougueyrolles liegt im Einzugsgebiet des Flusses Dordogne und wird entwässert vom Estrop, der das Gemeindegebiet im Norden begrenzt, von den Flüsschen Prunarède und Ruisseau du Lardot sowie von einem kleinen Fließgewässer.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Fougueyrolles liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustinen Kalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine wenig bewaldete, aber mit zahlreichen Weinbergen durchsetzte, gewellte Hügellandschaft auf, die vom Tal der Prunarède im Süden markant eingeschnitten wird und deren Erhebungen nach Osten hin Höhen über 100 m aufweisen. Der topografisch höchste Punkt mit 152 m Höhe befindet sich entsprechend im Osten des Gemeindegebiets. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Süden mit 33 m Höhe beim Austritt der Prunarède aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa 105 m Höhe.

Rund 80 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, vorwiegend zum Anbau von Dauerkulturen genutzt, rund 17 % sind bewaldet, rund 2 % entfallen auf künstliche, nicht landwirtschaftliche Grünflächen.[2]

Fougueyrolles ist von folgenden vier Gemeinden umgeben:

Saint-Méard-de-Gurçon
Nastringues Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Saint-Antoine-de-Breuilh Port-Sainte-Foy-et-Ponchapt

Natürliche und technologische Risiken

Risikokarte der Quellung und Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Fougueyrolles

Natürliche Risiken manifestieren sich in der Gemeinde neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als

Fougueyrolles ist der starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im weitaus größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, sind fast drei Viertel des Gemeindegebiets von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1990 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung, die zentral das Gemeindegebiet durchquert. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.[4]

Etymologie und Geschichte

Die Überreste einer Burg erinnern an die Existenz eines Adelssitzes im 15. Jahrhundert. Der Standort war schon lange zuvor bewohnt, denn der Name des Dorfes ist zu Beginn des 14. Jahrhunderts in der Schreibweise Fauguerollas im Jahr 1306 belegt, dann Falgayrolas im Jahr 1324. Er geht auf das okzitanische falgairòla zurück, das heute noch in den Cevennen verwendet wird neben falguiràs, um einen Ort zu bezeichnen, der mit Farnen bedeckt ist. Die beiden okzitanischen Formen leiten sich von falgar ab als Ergebnis des vulgärlateinischen °filicaria (deutsch Farnfeld), das auf dem Wort filix, filicis (deutsch Farn) im klassischen Latein basiert.[5]

Am Lieu-dit Tertre de la Vergne im Norden des Gemeindegebiets wurden im 19. Jahrhundert fünf Kamine, glasierte Vasen, ein Speer mit zwei Haken und Fensterglas entdeckt. Die mit der Analyse dieser Überreste beauftragten Experten datierten sie ins Frühmittelalter. Der Beiname „Old Castle“ des gegenüberliegenden Gebäudes erinnert an die englische Besatzung der Region im Mittelalter.

Die Ruinen von Schloss Ségur aus dem 15. Jahrhundert belegen die glanzvolle Vergangenheit des Ortes und seiner wohlhabenden Herren. Der erste Besitzer dieser Adelsresidenz stiftete auch die Kirchen von Fougueyrolles, Tizat, Canet und Rouquette. Gleiches gilt für die Schlösser Bonnières und Péchaurieux, die von einer Blütezeit und der Anziehungskraft des Ortes auf wohlhabende Bürgerfamilien des 17. und 19. Jahrhunderts zeugen.[6]

Bevölkerungsentwicklung

Fougueyrolles: Einwohnerzahlen von 1800 bis 2020
Jahr  Einwohner
1800
 
485
1806
 
585
1821
 
518
1831
 
529
1836
 
574
1841
 
531
1846
 
509
1851
 
504
1856
 
505
1861
 
512
1866
 
515
1872
 
512
1876
 
539
1881
 
525
1886
 
520
1891
 
519
1896
 
533
1901
 
520
1906
 
541
1911
 
520
1921
 
477
1926
 
538
1931
 
537
1936
 
531
1946
 
539
1954
 
525
1962
 
495
1968
 
477
1975
 
385
1982
 
375
1990
 
383
1999
 
431
2006
 
461
2013
 
484
2020
 
447
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Pfarrkirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul

Sehenswürdigkeiten

  • Die am Ortsrand inmitten des etwa gleichzeitig angelegten Friedhofs stehende Pfarrkirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul ist ein neoromanischer bzw. neogotischer Bau des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
  • Das Schloss Ségur wurde im 17. Jahrhundert errichtet.
  • Das Schloss Bonnières stammt aus dem 18. Jahrhundert.
  • Das Weingut und Schloss Masburet wurde 1740 errichtet.
  • Das Herrenhaus Belair wie auch das Herrenhaus Piqueterre datieren aus dem 19. Jahrhundert.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).[11]

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 218 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Fougueyrolles erwerbstätig, entsprechend 75,7 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (78,2 %) höher war als bei den Frauen (72,9 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 16 Personen im Jahr 2022 deutlich niedriger als im Jahr 2016 (27). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 11,9 % (2016) auf 7,2 % (2022). Die Zahl der Arbeitslosen in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen verringerte sich dabei um 16,7 %.[12]

Branchen und Betriebe

39 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Fougueyrolles wirtschaftlich aktiv:[12]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt39
Fertigung, Bergbau und andere Industrien410,3 %
Baugewerbe615,4 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie820,5 %
Finanzen und Versicherungen12,6 %
Immobilien25,1 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten717,9 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln37,7 %
Andere Dienstleistungen820,5 %
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Landwirtschaft

Fougueyrolles liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) des Bergerac mit den Appellationen Bergerac und Côtes de Bergerac und des Montravel mit den Appellationen Montravel. Côtes-de-Montravel und Haut-Montravel.[13]

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf den Weinbau.[14] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 35 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 23 im Jahr 2000, auf 17 im Jahr 2010 und 10 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 71,4 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 728 Hektar im Jahre 1988 auf 228 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 20,8 Hektar auf 22,8 Hektar.[15][16][17]

Verkehr

Die zur Departementsstraße D 708 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 708 von Nontron über Saint-Méard-de-Gurçon nach Marmande über Port-Sainte-Foy-et-Ponchapt durchquert das Gemeindegebiet. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und weiteren Nachbargemeinden.

Der Flugplatz von Sainte-Foy-la-Grande befindet sich im Südwesten des Gemeindegebiets.

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Fougueyrolles – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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