Bouillac (Dordogne)

Gemeinde im Département Dordogne, Frankreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Bouillac (Aussprache [bujˈak], okzitanisch Bolhac) ist eine französische Gemeinde mit 121 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Bastides Dordogne-Périgord. Die Einwohner werden Bouillacois und Bouillacoises genannt.

Schnelle Fakten
Bouillac
Bouillac (Frankreich)
Bouillac (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Bergerac
Kanton Lalinde
Gemeindeverband Communes des Bastides Dordogne-Périgord
Koordinaten 44° 46′ N,  55′ O
Höhe 121–243 m
Fläche 12,34 km²
Einwohner 121 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 10 Einw./km²
Postleitzahl 24480
INSEE-Code

Kirche Saint-Pierre-ès-Liens
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Geografie

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Bouillac liegt etwa 36 Kilometer ostsüdöstlich von Bergerac, etwa 50 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, und etwa 28 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda in der Région naturelle des Périgord noir und im gleichnamigen, touristisch benannten Landesteil. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Couze, von den Flüsschen Salvetat und Ségurel sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Bouillac liegt in der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, einige datierend aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige, teils bewaldete Landschaft mit Erhebungen bis 243 m, die durch die Flusstäler markant eingeschnitten ist. Der Norden hat einen Anteil am Domänenforst Forêt de la Bessède. Der topographisch tiefste Punkt liegt mit 121 m im äußersten Westen beim Austritt der Couze aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa 145 m Höhe.

Etwa 55 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, etwa 37 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen genutzt, etwa 8 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]

Bouillac wird von folgenden fünf Gemeinden umgeben:

Le Buisson-de-Cadouin Urval
Montferrand-du-Périgord Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Saint-Pardoux-et-Vielvic
Saint-Avit-Rivière
Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Bouillac

Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Bouillac als

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen verursacht wurden, wurde 1982 für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.[3]

Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[4][5]

Wie die Risikokarte zeigt, ist der weitaus größte Teil des Gemeindegebiets von Bouillac von der mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[6]

Etymologie

Das Dorf wurde erst am Ende des 13. Jahrhunderts als Bolhac (1280) benannt, in einer anderen Schreibweise für die gleiche Aussprache im 16. Jahrhundert als Boliac (1560). Die Formen stammen vom Namen einer gallorömischen Person, vielleicht ursprünglich einer gallischen Abstammung, Bullius, ab, gefolgt von -acum.[7]

Bevölkerungsentwicklung

Bouillac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
289
1800
 
258
1806
 
322
1821
 
335
1831
 
344
1836
 
339
1841
 
346
1846
 
401
1851
 
382
1856
 
339
1861
 
344
1866
 
344
1872
 
298
1876
 
296
1881
 
288
1886
 
312
1891
 
288
1896
 
265
1901
 
251
1906
 
226
1911
 
197
1921
 
186
1926
 
188
1931
 
183
1936
 
165
1946
 
174
1954
 
149
1962
 
131
1968
 
139
1975
 
115
1982
 
97
1990
 
114
1999
 
119
2006
 
121
2013
 
129
2020
 
128
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9][10][11]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Saint-Pierre-ès-Liens

Die dem heiligen Petrus in Ketten gewidmete Kirche wurde ursprünglich im 12. Jahrhundert errichtet.

Schloss Bouillac

Es ist das ehemalige Domizil der Familie Chantal. Das Anwesen wurde in der Eigenschaft als Schloss im 19. Jahrhundert erwähnt. Es besitzt einen imposanten viereckigen Turm mit einem Walmdach. Das Schloss ist heute in Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.[12]

Schloss Bourdoux

Es besticht durch sein mittelalterliches Aussehen mit einer Ringmauer und zahlreichen Türmen. Das Schloss weist architektonische Elemente sowohl des Mittelalters als auch der Renaissance auf mit seinen Zinnen, Maschikulis, Zwillingsfenstern und Lukarnen. Das vollständig restaurierte Schloss ist heute in Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.[13]

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 64 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Bouillac erwerbstätig, entsprechend 78,7 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit 3 Personen im Jahr 2022 sehr viel niedriger als im Jahr 2016 (11). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 20,8 % (2016) auf 4,8 % (2022).[14]

Branchen und Betriebe

15 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Bouillac wirtschaftlich aktiv:[14]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt15
Baugewerbe16,7 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie426,7 %
Information und Kommunikation213,3 %
Immobilien16,7 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten426,7 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln16,7 %
Andere Dienstleistungen213,3 %
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Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Rinderzucht zur Erzeugung von Milch und/oder Fleisch.[15] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde stieg von 14 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 15 im Jahr 2000, sank in der Folge auf 9 im Jahr 2010 und im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 35,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 354 Hektar im Jahre 1988 auf 453 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb verdoppelte sich von 25,3 Hektar auf 50,3 Hektar.[16][17][18]

Fernwanderwege

Der 1932 Kilometer lange Fernwanderweg GR 36 „De la Manche aux Pyrénées“ von Ouistreham (Département Calvados) nach Bourg-Madame (Département Pyrénées-Orientales) durchquert das südliche Gemeindegebiet auf einer Länge von etwa 1,5 Kilometer.[19]

Verkehr

Bouillac liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 26 ist die hauptsächliche Verkehrsader der Gemeinde. Sie verbindet das Zentrum der Gemeinde mit Saint-Avit-Rivière und Montferrand-du-Périgord im Westen und schließt im Osten an die D 53 an, die die Gemeinden Pays de Belvès und Monpazier verbindet. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.

Literatur

  • Jean-Luc Aubarbier, Michel Binet: Liebenswertes Perigord. Ouest-France, Rennes 1990, ISBN 2-7373-0299-4, S. 36.
  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Bouillac – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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