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Mercedes-Benz Actros

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Actros ist die Bezeichnung für eine Lkw-Baureihe der Marke Mercedes-Benz der Daimler Truck AG. Sie wurde als Nachfolger der Schweren Klasse (SK) auf der IAA Nutzfahrzeuge 1996 eingeführt und daher anfänglich auch als Schwere Klasse Neu, kurz SKN, bezeichnet. In den Jahren 2003 und 2008 gab es umfangreiche Modellpflegemaßnahmen, die auch als MP 2 bzw. MP 3 (Modellprojekt 2 bzw. 3) bekannt sind. Der Actros wird auch als gepanzerte Militärversion angeboten, die beispielsweise von den kanadischen Streitkräften genutzt wird.[1] Zum Modelljahr 2011 wurde der Nachfolger unter der Bezeichnung Neuer Actros eingeführt.

Schnelle Fakten
Mercedes-Benz Actros
Hersteller Daimler Truck
Verkaufsbezeichnung Actros
Produktionszeitraum 1996–2018
Vorgängermodell Mercedes-Benz SK
Nachfolgemodell Mercedes-Benz Actros (2011)
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Erste Generation Actros MP1 (BM 950–954)

Schnelle Fakten 1. Generation ...
1. Generation

Mercedes-Benz Actros 1843 L Pritschenlastzug (erste Generation)

Produktionszeitraum 1996–2002
Motoren Dieselmotoren:
12–16 Liter
(230–420 kW)
Zul. Gesamtgewicht 18–41 t,
Schwerlastzugmaschine 48 t
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Mercedes-Benz beschleunigte die Markteinführung des Actros, als die Absatzzahlen und der Marktanteil des Mercedes SK gesunken waren. Das Vorgängermodell SK war nach über 20 Jahren Bauzeit technisch veraltet. Um den Actros schnell auf den Markt bringen zu können, übernahm Mercedes zunächst noch einige Komponenten wie etwa die Hinterachse vom Vorgängermodell, obwohl diese Baugruppen mit dem Modellwechsel ebenfalls hätten erneuert werden sollen. Etwa ein Jahr nach Markteinführung des Actros wurden die alten Komponenten durch neu entwickelte ersetzt.

Mit dem in vielen Bereichen komplett neu entwickelten Actros führte Mercedes-Benz im großen Stil die elektronische Steuerung und Vernetzung (CAN-Bus) im Nutzfahrzeugbau ein. Der Actros erhielt eine neue Motorsteuerung, eine neue Getriebesteuerung, ein elektronisch geregeltes Bremssystem sowie ein flexibles Wartungssystem (im Pkw als Assyst bezeichnet). All diese Komponenten sind Teil der Telligent-Strategie (Kunstwort aus „Telematik“ und „Intelligent“). Bis 1998 war neben dem neuen Actros auch das Vorgängermodell SK noch erhältlich.

Die Fachpresse schrieb überwiegend positiv. Kritisiert wurden u. a. die anfangs als billig erscheinende Innenraumanmutung und als unausgereift empfundene Details. Der erste Actros (MP 1) hatte nach Markteinführung zahlreiche technische Probleme und galt einige Zeit als unausgereift. Mercedes machte Qualitätsoffensiven und verbesserte viele Details. Der Actros erreichte zunächst sehr gute Verkaufszahlen; später sank sein Marktanteil.

Technische Neuerungen

Zu den Neuerungen bei Modelleinführung gehörten:

  • Einführung einer komplett elektronisch geregelten Druckluftbremsanlage, die besondere Vorzüge im Hinblick auf Effizienz, Sicherheit und Bedienkomfort bietet,
  • Telligent-Bremsanlage mit Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterachse (für Baustellen- und Geländeeinsatz waren oder sind auch weiterhin Trommelbremsen verfügbar),
  • Vernetzung der Steuergeräte im Fahrzeug (CAN-Bus-Technik für Fahrwerk und Antriebsstrang, später bei Lkw Typ MP 2 hinzukommend auch im Fahrerhaus),
  • Weiterentwicklung der elektropneumatischen Schaltung (EPS) zur Telligent-Schaltung mit neuen Getriebevarianten,
  • Neue Motoren der Baureihe OM 500 (V6- und V8-Zylinder) mit Telligent-Motorsteuerung,
  • Flexibles Telligent-Wartungssystem,
  • Die neue Hinterachse HL 8; sie hat keine Außenplanetenachse mehr.

Ausstattung

Der Actros hat 17 % weniger Strömungswiderstand als das Vorgängermodell SK. Er war der erste Mercedes-Benz-LKW, der in enger Zusammenarbeit von Designern und Aerodynamik-Ingenieuren entstand.

Zunächst waren drei Fahrerhaus-Varianten des Actros erhältlich. Das kurze Fahrerhaus ("S") war 1,70 m lang und das mittlere Fahrerhaus ("M") 1,95 m. Beide Varianten haben eine Innenhöhe von 1,56 m. Das lange Fahrferhaus ("L"; auch Megaspace genannt) war 2,20 m lang, hatte eine Innenhöhe von 1,92 m und einen durchgehend ebenen Fahrerhausboden.

Je nach Einsatzzweck stehen Fahrgestelle mit zwei, drei oder vier Achsen mit auf Wunsch lieferbarer Luftfederung an allen Achsen zur Wahl. Insgesamt kann zwischen 3300 mm und 6300 mm Radstand gewählt werden. Die Bau-Versionen des Actros (vorgestellt im Herbst 1997) sind mit Radständen zwischen 3300 mm und 5100 mm erhältlich. Bei diesen Varianten kann die Vorderachse mit Blatt- oder Luftfederung ausgestattet werden, die Hinterachse ist stets mit parabolischen Blattfedern versehen.

Im Gegensatz zu den Straßenfahrzeugen mit innenbelüfteten Scheibenbremsen an allen Achsen waren Baufahrzeuge mit Radformel 4×2 an der Hinterachse mit Trommelbremsen ausgestattet; Fahrzeuge mit mehr als zwei Achsen und Allradantrieb haben Trommelbremsen an allen Achsen.

Als Getriebe standen ein 16-Gang-Handschaltgetriebe sowie ein halbautomatisches Schaltgetriebe (GS) und ein automatisiertes Schaltgetriebe mit automatischer Kupplungsbetätigung (AGS) mit ebenfalls 16 Gängen zur Wahl. Ein vollautomatisches Getriebe des Herstellers Allison wurde nur auf speziellen Kundenwunsch nachträglich in Molsheim eingebaut.

Motorisierungen

Alle Actros-Motoren waren zu Beginn nach Abgasnorm Euro 2 homologiert, später auch nach Euro 3. Die hier erstmals eingesetzte neue Baureihe 500 erhielt die Bezeichnungen OM 501 LA für den V6-Motor bzw. OM 502 LA für den V8.[2] Die neue Motorenfamilie greift auf einen gemeinsamen Baukasten für zentrale Komponenten (etwa Kolben, Pleuel usw.) zurück. Die unterschiedlichen Motorleistungen werden fast ausschließlich durch Unterschiede der jeweiligen Software im Motorsteuergerät (MR) erzeugt. Mechanisch ist die Baureihe 500 auf eine Laufleistung von einer Million Kilometern ausgelegt.[3]

Es wurden folgende Motorisierungen angeboten:

Weitere Informationen Modell, Motorkenncode ...
Modell Motorkenncode
Mercedes-Benz
Hubraum
cm3
Bohrung × Hub
mm
Leistungs
kW (PS)
bei min−1
Drehmoment
Nm
bei min−1
Lieferbare Abgas-
Standards
Kraftstoffaufbereitung
Besonderheit
V-Sechszylinder-Dieselmotor
xx31 OM 501 LA 11.946 ø 130 × 150 230 (313)
1800
1530
1080
Euro 2
Euro 3
Steckpumpe -
Leitung -
Düse
(UPS/PLD)
xx35 260 (354)
1800
1730
1080
xx40 290 (394)
1800
1850
1080
xx43 315 (428)
1800
2000
1080
xx46 335 (456)
1800
2200
1080
V-Achtzylinder-Dieselmotor
xx48 OM 502 LA 15.928 ø 130 × 150 350 (476)
1800
2300
1080
Euro 2
Euro 3
Steckpumpe-
Leitung-
Düse
(UPS/PLD)
xx53 390 (530)
1800
2400
1080
xx57 420 (571)
1800
2700
1080
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Kraftstoffaufbereitung Neu bei dieser Baureihe ist auch die Direkteinspritzung nach dem Pumpe-Leitung-Düse-Prinzip (PLD), einer Verbesserung des Prinzips der seit Jahrzehnten verwendeten Steckpumpen. Hierbei verfügt jeder Zylinder über eine eigene Einspritzpumpe, die durch einen eigenen Nocken auf der Nockenwelle angetrieben wird.

Die Kraftstoffversorgung der Steckpumpen erfolgt über eine mechanische Flügelpumpe, die mit der Lenkhelfpumpe zu einer Baueinheit (Tandempumpe) zusammengefasst und über die Welle des Luftpressers vom Motor angetrieben wird. An jeder Einzeleinspritzpumpe befindet sich ein elektromagnetisches Ventil, das von der Motorregelung (MR) angesteuert wird. Dadurch kann die MR abhängig vom Betriebszustand den jeweiligen Einspritzzeitpunkt und die Einspritzdauer bestimmen. Bezogen auf Kurbel- und Nockenwellenwinkel des Motors bestimmt hierbei der Schließzeitpunkt des Magnetventils den Einspritzbeginn und die Schließdauer die Einspritzmenge. Der Einspritzdruck wird mechanisch durch Betätigung der Steckpumpen über die Motornockenwelle aufgebaut. Die Einspritzdüse öffnet bei etwa 300 bar, der maximale Einspritzdruck liegt bei bis zu 1800 bar.

Die erst im Jahr 2002 eingeführte 335-kW-Variante des V6-Motors OM 501 LA nahm bereits die im MP 2 durchgeführten Maßnahmen zur Leistungssteigerung vorweg. Diese Leistungseinstellung wurde daher unverändert in das Facelift-Modell übernommen.[4]

Facelift 2003 Actros MP2 (BM 930-934)

Schnelle Fakten 2. Generation ...
2. Generation
Produktionszeitraum 2003–2008
Motoren Dieselmotoren:
12–16 Liter
(235–450 kW)
Zul. Gesamtgewicht 18–41 t
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Während zuvor lediglich Details verändert worden waren, erfolgte nach gut sechs Jahren Bauzeit zum Modelljahr 2003 eine tiefgreifende optische Überarbeitung. Zu diesem Zeitpunkt waren die Probleme der Anfangsjahre überwunden, die Baureihe war bereits gut eingeführt und konnte die Position des Marktführers für sich behaupten.

Im Rahmen des Facelifts überarbeitete Mercedes-Benz die Inneneinrichtung des Fahrerhauses und wertete diese fortan durch hochwertigere Materialien auf. Äußerlich umfasste die Modellpflege eine neue Formgebung der Scheinwerfer (nun erstmals mit Bi-Xenon-Scheinwerfern erhältlich) sowie eine weiter geglättete Fahrzeugfront. Dem allgemeinen Trend im Schwer-Lkw-Bau folgend erhielt die Kühlerblende weniger, dafür jedoch großflächigere Lamellen. Um den Wiedererkennungswert des Modells zu erhalten, blieb indes die Grundform des Fahrerhauses bestehen.

Euro-3-Motoren

Gleichzeitig wurden im Actros MP 2 neue Motoren eingeführt, die allesamt nun nach Euro 3 homologiert waren. Zudem steigerte Mercedes-Benz die Leistung sowie das maximale Drehmoment der Motoren leicht. Im Einzelnen standen nun folgende Antriebe zur Wahl:

Weitere Informationen Modell, Motorkenncode ...
Modell Motorkenncode
Mercedes-Benz
Hubraum
cm3
Bohrung × Hub
mm
Leistungs
kW (PS)
bei min−1
Drehmoment
Nm
bei min−1
Lieferbare Abgas-
Standards
Kraftstoffaufbereitung
Besonderheit
V-Sechszylinder-Dieselmotor
xx32 OM 501 LA 11.946 ø 130 × 150 235 (320)
1800
1650
1080
Euro 3 Steckpumpe-
Leitung-
Düse
(UPS/PLD)
xx36 265 (360)
1800
1850
1080
xx41 300 (408)
1800
2000
1080
xx44 320 (435)
1800
2100
1080
xx46 335 (456)
1800
2200
1080
V-Achtzylinder-Dieselmotor
xx50 OM 502 LA 15.928 ø 130 × 150 370 (503)
1800
2400
1080
Euro 3 Steckpumpe-
Leitung-
Düse
(UPS/PLD)
xx54 395 (537)
1800
2500
1080
xx58 425 (578)
1800
2700
1080
xx61 450 (612)
1800
2800
1080
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Neben den überarbeiteten Motoren umfasste das Facelift bei Modellen bis 335 kW (456 PS) eine neue, leichtere Hinterachse (HL 6), sowie einige neue Sonderausstattungen. So etwa das neue Integralheck, bei dem einige Fahrzeugkomponenten (Batterie, Vorratstank für Druckluft etc.) hinter dem Hinterachsdifferenzial (am Fahrzeugheck) zusammengefasst sind. Dies schafft an den Fahrzeugseiten Raum für den Einsatz größerer bzw. zusätzlicher Kraftstofftanks sowie Komponenten der Abgasreinigung (SCR-Katalysator und dgl.) Diese zusätzlichen Systemkomponenten waren im Zuge der Erfüllung neuer (und zukünftiger) Abgasnormen notwendig geworden.

Daneben konnte der Actros nun optional mit Super-Single-Bereifung (ein Breitreifen mit Notlaufsystem ersetzt die herkömmliche Zwillingsbereifung) geordert werden. Ebenfalls neu waren beim MP 2 die konsequent auf den Einsatz mit nur einem Fahrer ausgelegte Single-Cab-Innenausstattung sowie die vollständige Integration von Anhängern und Sonderaufbauten in das CAN-Bus-System des Fahrzeugs.

Im Jahr 2005 präsentierte Mercedes-Benz die auf 250 Einheiten limitierte Sonderserie Black Edition. Diese war mit einer 450 kW (612 PS) starken Variante des bekannten V8-Turbodiesels OM 502 ausgestattet und verfügte (im Vergleich zum Serien-Actros) über eine aufgewertete Innenausstattung (Vogelaugen-Ahorn, Lederlenkrad, Sitzbezüge mit eingestanztem Mercedesstern). Äußerlich ist das Sondermodell an einem speziell gestalteten Kühlergrill mit Chromspange, einer neuen Bugschürze mit Edelstahlgitter, chromumrandeten Scheinwerfern sowie verchromten Außenspiegeln erkennbar.[5]

Euro-4- und Euro-5-Motoren

Im Jahr 2004 wurden abermals neue Motorisierungen für den Actros vorgestellt, der V6-Motor OM 501 LA und der V8-Motor OM 502 LA. Als erster Hersteller präsentierte Mercedes-Benz Motoren, die der Abgasnorm Euro 4 bzw. Euro 5 entsprachen. Wie später auch die meisten anderen LKW-Hersteller setzte Mercedes-Benz hierfür eine Abgasnachbehandlung mittels selektiver katalytischer Reduktion („SCR“) ein. Hierbei werden die Abgase nicht, wie bisher bei LKW-Motoren üblich, nur innermotorisch mittels Abgasrückführung reduziert, sondern wie bei PKWs üblich durch einen Katalysator im Abgasstrang gereinigt.

Dies hat den Vorteil, dass bei der Motorabstimmung die Stickoxid-Rohemission vernachlässigt werden kann und der Motor daher auf einen möglichst geringen Ausstoß anderer Schadstoffe (z. B. Rußpartikel) optimiert werden kann. Somit entfällt der bisherige Zielkonflikt (reduzierte Stickoxid-Emissionen bewirkten erhöhten Ausstoß aller anderen Schadstoffe und umgekehrt). Durch die Vernachlässigung der Stickoxid-Rohemission kann zusätzlich der Wirkungsgrad des Motors erhöht werden, was einen niedrigeren Kraftstoffverbrauch und/oder höhere Motorleistung zur Folge hat.

Um den Wirkungsgrad zu verbessern, erhöhte der Hersteller das Verdichtungsverhältnis von 17,75:1 auf 18,5:1 sowie den Zünddruck von 170 auf 180 bar und führte weitere dafür notwendige Anpassungen durch. Dadurch konnten bei einigen Motoren Leistung und Drehmoment erhöht bzw. eine zusätzliche Leistungsklasse eingeführt werden. Hinzu kam eine 350 kW (476 PS) starke Version des OM 501 LA V6 mit einem maximalen Drehmoment von 2300 Nm.

In Anlehnung an die Marke AdBlue des Verband der Automobilindustrie wird diese Technologie vom Unternehmen BlueTec4 (Euro 4) und BlueTec5 (Euro 5) genannt.

Die BlueTec-Motoren wurden beim Actros schrittweise zwischen Ende 2004 und Anfang 2006 eingeführt und waren in folgenden Leistungsstufen erhältlich:

Weitere Informationen Modell, Motorkenncode ...
Modell Motorkenncode
Mercedes-Benz
Hubraum
cm3
Bohrung × Hub
mm
Leistungs
kW (PS)
bei min−1
Drehmoment
Nm
bei min−1
Lieferbare Abgas-
Standards
Kraftstoffaufbereitung
Besonderheit
V-Sechszylinder-Dieselmotor
xx32 OM 501 LA
BlueTec4/5
11.946 ø 130 × 150 235 (320)
1800
1650
1080
Euro 4
Euro 5
Steckpumpe-
Leitung-
Düse
(UPS/PLD)
xx36 265 (360)
1800
1850
1080
xx41 300 (408)
1800
2000
1080
xx44 320 (435)
1800
2100
1080
xx46 335 (456)
1800
2200
1080
xx48 350 (476)
1800
2300
1080
V-Achtzylinder-Dieselmotor
xx51 OM 502 LA
BlueTec4/5
15.928 ø 130 × 150 375 (510)
1800
2400
1080
Euro 4
Euro 5
Steckpumpe-
Leitung-
Düse
(UPS/PLD)
xx55 405 (551)
1800
2600
1080
xx60 440 (598)
1800
2800
1080
xx65 480 (653)
1800[6]
3000
1080
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Die zuvor genannten Euro-3-Motoren blieben vorerst weiterhin im Angebot, jedoch wurden für innerhalb der EU zugelassene Neufahrzeuge ab Oktober 2006 die Euro-4-Norm und ab Oktober 2009 die Euro-5-Norm verpflichtend. Fahrzeuge, welche die Euro-4- bzw. Euro-5-Norm bereits vor dem jeweiligen Stichtag erfüllten, wurden in einigen EU-Ländern finanziell gefördert; in Deutschland beispielsweise durch eine ermäßigte Maut.

Sicherheit

Mit der Einführung der neuen BlueTec-Motoren wurden beim Actros auch einige neue Sicherheitssysteme vorgestellt. Neben den heute für die meisten Fernverkehrs-LKW lieferbaren Systemen ABS, ASR und Fahrer-Airbag waren folgende Systeme gegen Aufpreis erhältlich:

  • Stabilitätsregelung, kurz ESP: stabilisiert innerhalb physikalischer Grenzen das Fahrzeug in kritischen Fahrsituationen
  • Abstandsregelung: überwacht und regelt den Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug
  • Spurassistent: überwacht die Einhaltung der Fahrbahnmarkierungen und gibt ein akustisches Signal bei unbeabsichtigtem Verlassen des Fahrstreifens über die Bordlautsprecher aus
  • Notbremsassistent: baut auf der Abstandsregelung auf, warnt den Fahrer bei Annäherung an ein Hindernis zunächst akustisch, leitet dann zunächst eine 30-prozentige Bremsung und zuletzt eine Notbremsung ein. Somit kann bei einem abgelenkten oder eingeschlafenen Fahrer ein Auffahrunfall (z. B. am Stauende) noch rechtzeitig verhindert oder zumindest die Aufprallgeschwindigkeit drastisch reduziert werden.

Aufgrund relativ hoher Aufpreise wurden diese Systeme jedoch nur bei einem relativ kleinen Teil der insgesamt verkauften Actros bestellt.

Weitere Entwicklung

Die Designstudie Actros SpaceMax auf der IAA Nutzfahrzeuge 2006 in Hannover

Eine internationale Jury aus Fachjournalisten hat den Actros zum Truck of the Year 1997, 2004, 2009 und 2012 gewählt. Gebaut wird der Actros in Wörth am Rhein und Aksaray (Türkei). In Afrika wird der Actros von der Manufacturing Commercial Vehicles in Kairo produziert und ist für den Vertrieb innerhalb Afrikas und des Nahen Ostens bestimmt. Ein weiterer Hersteller des Actros ist die chinesische Shaanxi Heavy-duty Automobile Group Co., Ltd., die das Modell ausschließlich für den lokalen Markt produziert. Seit September 2022 wird der Actros auch von Beijing Foton Daimler Automotive für den chinesischen Markt gebaut.[7]

Bis 2007 wurden über 500.000 Mercedes Actros verkauft, der erste BlueTec5-Actros erreichte eine Laufleistung von einer Million Kilometern. Auf der Nutzfahrzeugmesse RAI in Amsterdam wurde die Truck ’n’ Roll Edition vorgestellt. Der Name des dreiachsigen Showtrucks (Antriebsformel 6×4) mit Megaspace-Fahrerhaus spielt auf den Musiktitel Truck ’n’ Roll Rules der Band The BossHoss an, die als Werbepartner auftrat. Der aufwendig gestaltete Truck ging an die niederländische Spedition Erhardt Verkoren.

Auf der IAA 2006 in Hannover hat Mercedes-Benz einen Concept-Truck als Design-Weiterentwicklung der Black Edition vorgestellt. Das Fahrzeug trägt den Namen Actros SpaceMax und besitzt ein geräumigeres Fahrerhaus. Hierbei handelt es sich jedoch ausschließlich um eine Designstudie, deren Markteinführung nicht geplant war, die jedoch Interesse für die bald anstehende Überarbeitung der Baureihe wecken sollte. Transporteure nutzen LKW wie die Black Edition oder die Truck ’n’ Roll Edition oft als „Flottenflaggschiff“ zur Steigerung des Firmenimages bzw. als Werbeträger. Die sich von der Masse abgrenzenden Modelle werden nicht selten von selbstfahrenden Unternehmern („Owner Operator“) gefahren. Vergleichbar hiermit sind die Sondermodelle Powerline von Scania und TGA 5Star von MAN.

Basis beider Studien ist der Actros 1860 LS; sowohl der Truck’n'Roll als auch der SpaceMax werden daher von der leistungsstärksten Version des OM 542 V8 (440 kW / 598 PS) angetrieben, der seine Leistung an das PowerShift-2-Getriebe überträgt.

Facelift 2008 Actros MP 3 (BM 930-934)

Schnelle Fakten 3. Generation ...
3. Generation
Produktionszeitraum 2008-2014–?
Motoren Dieselmotoren:
12–16 Liter
(235–480 kW)
Zul. Gesamtgewicht 18–41 t
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Am 31. März 2008 erschien das zweite Facelift der Baureihe, das Mercedes-intern als Actros MP 3 (Modellprojekt 3) bezeichnet wird. Nach dem Produktionsstart im Juli 2008 erfolgte die offizielle Vorstellung des MP 3 für die breite Öffentlichkeit auf der IAA Nutzfahrzeuge vom 25. September bis 2. Oktober 2008. Beibehalten wurden die bisherigen Motorisierungen OM 501 V6 und OM 502 V8, die zwischen 235 und 440 kW (320 bis 598 PS) leisten. Der Actros MP 3 stellte die letzte optische Überarbeitung des bisherigen Actros dar.

Exterieur

Hierzu zählt etwa der optional per LED beleuchtbare Mercedes-Stern im Kühlergrill, der vom Armaturenbrett aus steuerbar ist. Auch wurden die Außenspiegel den bisherigen Sondermodellen (BlackEdition, SpaceMax und Truck’n'Roll) angeglichen und haben nun geschlossene Halterungen, die wahlweise in schwarz oder Außenfarbe des Fahrzeugs (gegen Aufpreis) lackiert sind. Der Kühlergrill und die Sonnenblenden wurden deutlich geschwungener gestaltet. Des Weiteren wurden die Scheinwerfer (wie bislang auch mit Bi-Xenon erhältlich) leicht überarbeitet.

Im Gegensatz zum Vorgänger MP 2 verfügt der Kühlergrill des MP 3 nur noch über zwei (Fahrerkabinen mit Motortunnel) bzw. drei (Kabinen ohne Motortunnel) Lamellen.

Innenraum

Zu den Detailveränderungen im Innenraum gehören unter anderem der genormte serienmäßige Druckluftanschluss an der Fahrersitzkonsole, der optional erhältliche Licht- und Regensensor oder die optimierte Lenkung. Auch wurden die Instrumente anders gestaltet und tragen nun Chromringe. Zudem wurden für den Actros MP 3 drei verschiedene Komfortpakete angeboten: Basic, Classic und Top. Optional ist eine Klimaanlage erhältlich.

Weitere kleine Details sind der serienmäßige Rasierspiegel (Fahrerhaus L mit Hochdach sowie Megaspace), der Handtuch-Halter (Fahrerhaus L und Megaspace) sowie der optionale Klapptisch auf der Beifahrerseite (verstaubar im hinteren Staufach oder in L- und Megaspace-Fahrerhäusern im mittleren Staufach über der Frontscheibe). Die Stehhöhe im größten Fahrerhaus, der Variante Megaspace, beträgt 1,92 m.

Komfortseitig verfügt der MP 3 über eine Tipp-Blinkfunktion (einmaliges Antippen des Blinkerhebels löst fünfmaliges Blinken aus). Daneben bietet Mercedes-Benz ein spezifisches Truck-Navigationssystem an. Neben der serienmäßigen Klimaanlage steht eine Klimaautomatik sowie eine Luftzusatzheizung (Standheizung) zur Wahl.

Sonstige Veränderungen

Neu ist auch die optimierte 12-Stufen-Schaltautomatik Mercedes PowerShift 2-12, die serienmäßig den Verbrauch um einige Prozent senken soll. Dies sollen auch die optional erhältlichen Economy Packs (Basic und Classic) und die verbesserte Druckluftsteuerung bewirken. Die serienmäßige Batterie-Kontrollanzeige ermöglicht eine dauerhafte Überwachung der Batterie-Spannung und Startbarkeit des Fahrzeugs.

Als Alternative zum PowerShift-2-Getriebe stehen vier unterschiedlich übersetzte 16-Gang-Synchrongetriebe zur Wahl, die Teil der Telligent-Strategie sind. Zur Erhöhung der Bodenfreiheit lassen sich die Fahrzeuge neben den bekannten Hinterachsen HL 6 (bei Motorisierungen bis 350 kW (476 PS) sowie bei Low-Liner- und Niedrigrahmen-Fahrzeugen) und HL 8 (für alle V8-Motorisierungen) auch mit der Außenplanetenachse HL 7 ausrüsten.

Bison der Bundeswehr (SgBAFz)

Auf Basis des Actros 4151 AK 8x8 kommt der „Bison“ als schweres geschütztes Berge-Kranfahrzeug bei der Bundeswehr zum Einsatz.

Übergang zur nächsten Modellreihe

Nach der sukzessiven Einführung der neuen Actros-Baureihe bot Mercedes-Benz den bisherigen Actros MP 3 an sich noch bis 2014 weiter an. Für den Export war er bis 2018 weiter im Programm. Daneben werden einzelne Komponenten des MP 3 an den finnischen Hersteller Sisu Auto geliefert. Beim seit März 2011 angebotenen Sisu Polar kommen Motoren, Getriebe und das Fahrerhaus des MP 3 (mit angepasster Frontpartie) zum Einsatz.[8] Die Fahrzeuge sind insbesondere für die Forst- und Bauwirtschaft gedacht.

Commons: Mercedes-Benz Actros – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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