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Celles (Dordogne)

Gemeinde im Département Dordogne, Frankreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Celles ([sɛl] ⓘ, okzitanisch Cela) ist eine französische Gemeinde mit 619 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Ribéracois. Die Einwohner werden Cellois und Celloises genannt.

Schnelle Fakten Cela ...
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Geografie

Nordarm der Dronne zwischen Celles und Saint-Méard-de-Drône
Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Celles liegt etwa 33 Kilometer südwestlich von Nontron, etwa 27 Kilometer nordwestlich von Périgueux und etwa 50 Kilometer nördlich von Bergerac in der Région naturelle des Ribéracois, Teil des touristisch benannten Périgord vert. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Dronne, die es im Süden begrenzt, von den Flüsschen Bournet, Jalley, Meyré und Tournevalude, das in Celles entspringt, sowie von verschiedenen kleineren Flussläufen.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser ehemaligen Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Celles liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, datierend aus dem Känozoikum und Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine wenig bewaldete Hügellandschaft auf mit Erhebungen selten über 200 m, die durch die diversen Flusstäler markant eingeschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 213 m Höhe in der Nähe des Weilers Pauliac im Nordwesten von Celles nahe der Grenze zur Nachbargemeinde Coutures. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Südwesten mit 61 m Höhe beim Austritt der Dronne aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum vor der Ortskirche liegt auf 104 m Höhe.

Rund 75 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, zumeist heterogen genutzt, rund 24 % sind bewaldet, rund 1 % entfällt auf Gebiete mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]

Celles wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

Coutures Bourg-des-Maisons
Bertric-Burée Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Grand-Brassac
Villetoureix Saint-Méard-de-Drône Saint-Victor

Natürliche Risiken

Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Celles

Naturrisiken manifestieren sich in Celles als

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1983, 1991, 1992, 2005, 2008 und 2022 verursacht wurden, wurde für den Ort der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Im überwiegenden Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet bis auf kleine Flächen im äußersten Norden und Süden von einer mittleren bis vor allem starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 1997, 2003 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

Der Name des Dorfes erschien erstmals am Ende des 14. Jahrhunderts als Cella (1382). Er kommt aus der religiösen Welt und stammt vom okzitanischen cèla, entlehnt aus dem lateinischen cella (deutsch kleiner Raum) und (deutsch Kapelle eines Tempels), das im christlichen Latein eine Klosterzelle bezeichnet, dann ein kleines Kloster, eine private Kapelle, Bedeutungen, die nur in Ortsnamen erhalten blieben. Das Endungs-s ist jüngeren Datums. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde noch Celle anstelle von Celles geschrieben.[5]

Zahlreiche prähistorische und gallorömische Überreste zeugen von der frühen Besiedlung des Gebiets der Gemeinde Celles.

Celles hat einen religiösen Ursprung: Mönche, möglicherweise Angehörige der Abtei Peyrat in der Charente, gründeten hier ein Priorat. Das Dorf entwickelte sich um eine Kapelle aus dem 12. Jahrhundert, die dem heiligen Petrus geweiht wurde und im 14. Jahrhundert zur Pfarrkirche wurde.

Ab dem 15. Jahrhundert erwarben bedeutende Adelsfamilien, insbesondere die Familie Bourdeille, Ländereien in der Pfarrgemeinde Celles und sicherten deren Wohlstand. Diese Vitalität hielt bis ins 19. und sogar 20. Jahrhundert an, denn von 1882 bis 1951 hielt die Eisenbahn am Bahnhof Celles. Zahlreiche Industriegebäude, die heute stillgelegt oder verschwunden sind, zeugen von dieser Tätigkeit: eine Windmühle, eine Dampfmühle, eine Zuckermühle, zwei Brauereien, Chicorée-Trockenschuppen, eine Gerberei, eine Salzraffinerie, ein Sägewerk, eine Kartoffelpflanzmaschinenwerkstatt, eine Pflugmontagewerkstatt, eine Ziegelei und eine mechanische Weberei.[6]

Bevölkerungsentwicklung

Celles: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
1.798
1800
  
1.593
1806
  
1.624
1821
  
1.680
1831
  
1.651
1836
  
1.557
1841
  
1.678
1846
  
1.601
1851
  
1.557
1856
  
1.562
1861
  
1.502
1866
  
1.544
1872
  
1.418
1876
  
1.486
1881
  
1.440
1886
  
1.465
1891
  
1.318
1896
  
1.271
1901
  
1.192
1906
  
1.183
1911
  
1.164
1921
  
1.009
1926
  
961
1931
  
908
1936
  
929
1946
  
907
1954
  
853
1962
  
761
1968
  
675
1975
  
582
1982
  
600
1990
  
597
1999
  
552
2006
  
555
2013
  
564
2020
  
594
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

  • Die Kirche Saint-Pierre, ehemals ein Priorat der Abtei Peyrat, wurde 1382 zur Pfarrkirche erhoben. Langhaus und Chor stammen vermutlich aus dem 12. Jahrhundert und lassen sich in zwei Bauphasen unterteilen. Die westlichen Strebepfeiler und das Eingangsportal wurden im 14. Jahrhundert hinzugefügt, als das Gebäude befestigt wurde.[11]
  • Die Kapelle Saint-Jean-de-la-Lande östlich des Zentrums im Wald Bois de Lalande, ist mit einer Quelle verbunden, der heilende Kräfte zugeschrieben werden. Jedes Jahr am Johannistag wird dort eine Messe gefeiert. Dezente architektonische Hinweise deuten darauf hin, dass Teile des Gebäudes aus dem Mittelalter stammen.[12]
  • Kapelle Sainte-Marie im Weiler l’Hôpital aus dem 17. Jahrhundert
  • Schloss Lascoux, Neubau aus dem 16. Jahrhundert
  • Herrenhaus La Pauze aus dem 19. Jahrhundert

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).[13]

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 242 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Celles erwerbstätig, entsprechend 75,1 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit 22 Personen im Jahr 2022 höher als im Jahr 2016 (18). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 6,7 % (2016) auf 9,0 % (2022).[14]

Branchen und Betriebe

30 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Celles wirtschaftlich aktiv:[14]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt30
Fertigung, Bergbau und andere Industrien26,7 %
Baugewerbe310,0 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1343,3 %
Immobilien13,3 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten516,7 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln13,3 %
Andere Dienstleistungen516,7 %
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Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Anbau von wichtigen Nutzpflanzen.[15] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 52 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 37 im Jahr 2000, auf 34 im Jahr 2010 und auf 29 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 44,2 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 1859 Hektar im Jahre 1988 auf 2754 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 35,75 auf 95 Hektar.[16][17][18]

Verkehr

Celles liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum der Gemeinde mit den Weilern und Nachbargemeinden.

Literatur

Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).

Commons: Celles – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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