Léguillac-de-l’Auche

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Léguillac-de-l’Auche (Aussprache [leɡɥiˈjak də loʃ], okzitanisch Lagulhac de l'Aucha) ist eine französische Gemeinde mit 968 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle Vern Salembre en Périgord. Die Einwohner werden Leguillacois und Leguillacoises genannt.

Schnelle Fakten Lagulhac de l’Aucha ...
Léguillac-de-l’Auche
Lagulhac de l’Aucha
Léguillac-de-l’Auche (Frankreich)
Léguillac-de-l’Auche (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Périgueux
Kanton Saint-Astier
Gemeindeverband Isle Vern Salembre en Périgord
Koordinaten 45° 11′ N,  33′ O
Höhe 70–227 m
Fläche 14,31 km²
Einwohner 968 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 68 Einw./km²
Postleitzahl 24110
INSEE-Code
Website leguillacdelauche.fr

Blick auf Léguillac-de-l’Auche
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Geografie

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Léguillac-de-l’Auche liegt etwa 13 Kilometer westlich von Périgueux, etwa 61 Kilometer nordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 38 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac in der Landschaft des Périgord central im touristisch benannten Périgord blanc. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von dem Flüsschen Jouis und von zwei verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Léguillac-de-l’Auche liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine wenig bewaldete Hügellandschaft, deren Erhebungen im Nordwesten Höhen über 200 m erreichen. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 227 m im äußersten Nordwesten in der Nähe des Lieu-dits les Tuileries nahe der Grenze zu den Nachbargemeinden Mensignac und Saint-Aquilin. Der tiefste Punkt befindet sich mit 70 m im äußersten Süden beim Austritt des Jouis aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt erhöht auf etwa 143 m Höhe.

Rund 69 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen, genutzt, rund 28 % sind bewaldet, rund 3 % entfallen auf bebaute Flächen.[2]

Léguillac-de-l’Auche wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:

Mensignac
Saint-Aquilin Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Annesse-et-Beaulieu
Saint-Astier

Klima

Die klimatischen Bedingungen in Léguillac-de-l’Auche werden als mild und gemäßigt eingestuft. Es wird im Jahresverlauf eine beträchtliche Niederschlagsmenge verzeichnet. Dies gilt selbst für den trockensten Monat. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in dieser Region unter Cfb eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Léguillac-de-l’Auche beträgt 13,0 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen 864 mm.[3]

Natürliche und technologische Risiken

Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Léguillac-de-l’Auche

Natürliche Risiken manifestieren sich in Léguillac-de-l’Auche neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als

  • Waldbrände
  • Bodensetzungen
  • Bodenbewegungen

Obwohl es keine ausgesprochen starke Bedeckung des Gemeindegebiets mit Wald gibt, ist Léguillac-de-l’Auche einer Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[4]

Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 2005, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1989 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Léguillac-de-l’Auche besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.

Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung im Nordosten des Gemeindegebiets. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.[5]

Etymologie und Geschichte

Der erste Teil des heutigen Ortsnamens ist zu Beginn des 13. Jahrhunderts in Parochia (Pfarrgemeinde) de Lagulac im Jahr 1219 belegt, dann in den latinisierten Formen Lagulhacum (1289) und Lenguilhacum (1350). Die Schreibweise Léguilhac erschien im 16. Jahrhundert und in der gleichen Zeit ist L’Aiguillat de Lauche belegt (1596), festgehalten im 18. Jahrhundert als Le Guillac, fon de Lauche. Léguillac steht für einen gallorömischen Personennamen, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde. Es kann sich um °Aculius, abgeleitet von Aculeo, handeln, einem Spitznamen (deutsch Stachel) im antiken Rom, oder aber um Luculleus, abgeleitet von Lucullus. Im letzteren Fall ist es wahrscheinlich, dass der Name sehr früh vom okzitanischen l’agulha (deutsch Nadel) beeinflusst wurde.

L’Auche ist hingegen sehr spät in den Schriften belegt, unabhängig von Léguillac, in der Schreibweise Lauchas im Jahr 1471 und als Loches zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Der Überlieferung nach ist eine Gans, nachdem sie in einen Abgrund bei Mensignac gefallen war, beim Lieu-dit Font-de-l’Auche, einer Quelle eines kleinen Zuflusses der Isle, lebendig wieder aufgetaucht. Von da würde Auche kommen, eine Französisierung der nordokzitanischen Form des Namens der Gans auca, einem Wort, das aus dem lateinischen avica abstammt. Der Name des Dorfes, der tatsächlich mit dem ländlichen Leben verbunden ist, entspricht eher dem nordokzitanischen aucho, oucho, einer Bezeichnung für ein seit langer Zeit gerodetes Land, und von dort für ein Land von guter Qualität unweit des Dorfes. Dieses Wort kommt von einem gallischen °olca (deutsch kultivierbares Land), das zahlreiche „Les Ouches“ im Südwesten und im Zentrum Frankreichs als Basis für die Benennung von Weilern gedient hat.[6]

1967 wurden in Léguillac-de-l’Auche zwei merowingische Sarkophage und ein weiteres Skelett ohne Sarkophag direkt im Boden gefunden – insgesamt drei Skelette. Die Exhumierung fand zwischen den Weilern Linard und Girondeau sowie an einer weiteren Stelle, einer Wiese auf dem Hügel Béniveau, statt. Dieser Hügel überblickt die Fundstelle der merowingischen Gräber, einen Weiler, der keine Spuren jüngerer Besiedlung aufweist.

Am Lieu-dit La Redoute sind außerdem die Überreste einer Erdhügelburg aus der Zeit vor dem 10. Jahrhundert erhalten, ebenso wie ein Cluzeau (eine Art unterirdischer Schutzbunker) im Ortskern. Dieser im Mittelalter in den Kalkstein gehauene unterirdische Zufluchtsort umfasst eine Treppe, zwei Kammern, Schießscharten zur Überwachung des Eingangs und einen kleinen Raum, der möglicherweise als Wasserreservoir diente.

In der Gemeinde befinden sich drei Schlösser (in Privatbesitz): La Faye, Le But und Bel Air.

  • Das Schloss La Faye war ursprünglich ein Priorat des Augustinerordens, das 1209 von fünf Brüdern (zwei Bischöfen, einem Kanoniker, einem Prior und einem Laien) erbaut und vom 13. bis zum 18. Jahrhundert erweitert und umgebaut wurde. Zum Besitz des Priorats gehörten die Pfarreien Saint-Astier, Annesse, Mensignac, Léguillac und Chantérac. Im Jahr 1304 besuchte eine bedeutende Persönlichkeit, Bertrand de Goth, der spätere Papst Clemens V., das Priorat.
  • Das Schloss Le But besteht aus zwei rechtwinklig miteinander verbundenen Gebäuden, eines aus dem 15. Jahrhundert, das andere aus dem 16. Jahrhundert, ergänzt durch einen Anbau aus dem 17. Jahrhundert. Besonders sehenswert sind das imposante Mansarddach auf dem Eckturm, ein Eingangsportal aus der Zeit Ludwigs XIII., eine Steintreppe und die Überreste eines Wachturms.
  • Das Schloss Bel Air, hoch oben auf einem bewaldeten Hügel gelegen, macht seinem Namen alle Ehre, da es allen Winden ausgesetzt ist. Einst Wohnsitz der Familie Valbrune, beherbergte es einst eine Poststation. Von seinem heutigen Besitzer meisterhaft restauriert, liegt es im Herzen eines weitläufigen Anwesens.[7]

Bevölkerungsentwicklung

Léguillac-de-l’Auche: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
699
1800
 
589
1806
 
619
1821
 
675
1831
 
650
1836
 
688
1841
 
678
1846
 
684
1851
 
713
1856
 
675
1861
 
701
1866
 
693
1872
 
694
1876
 
676
1881
 
651
1886
 
645
1891
 
629
1896
 
599
1901
 
565
1906
 
539
1911
 
540
1921
 
457
1926
 
446
1931
 
443
1936
 
411
1946
 
398
1954
 
415
1962
 
440
1968
 
383
1975
 
377
1982
 
493
1990
 
635
1999
 
636
2006
 
812
2013
 
1.005
2020
 
987
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche Saint-Cloud aus dem 19. Jahrhundert
  • Schloss Le But aus dem 15./16. Jahrhundert
  • Schloss La Faye, ehemaliges Priorat, seit 2008 als Monument historique eingeschrieben
  • Ruine der Prioratskirche Sainte-Marie in La Faye

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).[10]

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 491 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Léguillac-de-l’Auche erwerbstätig, entsprechend 80,4 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (79,1 %) niedriger war als bei den Frauen (81,7 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 94 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (160). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 20,3 % (2016) auf 13,2 % (2022).[11]

Branchen und Betriebe

Der Bereich mit den meisten Beschäftigten (44,4 %) war Ende 2024 der Sektor Handel, Transport und diverse Dienstleistungen.[11]

64 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Léguillac-de-l’Auche wirtschaftlich aktiv:[11]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
BrancheAnzahl%
Fertigung, Bergbau und andere Industrien710,9 %
Baugewerbe1015,6 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1625,0 %
Information und Kommunikation11,6 %
Finanzen und Versicherungen23,1 %
Immobilien57,8 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten1117,2 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln23,1 %
Andere Dienstleistungen1015,6 %
Gesamt64
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Landwirtschaft

Léguillac-de-l’Auche liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.[12]

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung,[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 32 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 31 im Jahr 2000, auf 17 im Jahr 2010 und auf 11 im Jahr 2020, ein Rückgang von 65,6 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 782 Hektar im Jahre 1988 auf 704 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb erhöhte sich signifikant von 24,4 Hektar auf 64 Hektar.[14][15][16]

Fernwanderwege

Durch das Gebiet der Gemeinde verläuft der Fernwanderweg GR 361 von Abjat-sur-Bandiat nach Bergerac,[17] in Léguillac-de-l’Auche parallel zum Fernwanderweg GR 646 von Périgueux nach Sainte-Foy-la-Grande im Département Gironde.[18]

Verkehr

Léguillac-de-l’Auche liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.

Gemeindepartnerschaft

Mit der britischen Gemeinde Letham (Schottland) besteht seit 2011 eine Partnerschaft.[19]

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Léguillac-de-l’Auche – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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