Léguillac-de-l’Auche
französische Gemeinde
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Léguillac-de-l’Auche (Aussprache [leɡɥiˈjak də loʃ], okzitanisch Lagulhac de l'Aucha) ist eine französische Gemeinde mit 968 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle Vern Salembre en Périgord. Die Einwohner werden Leguillacois und Leguillacoises genannt.
| Léguillac-de-l’Auche Lagulhac de l’Aucha | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Kanton | Saint-Astier | |
| Gemeindeverband | Isle Vern Salembre en Périgord | |
| Koordinaten | 45° 11′ N, 0° 33′ O | |
| Höhe | 70–227 m | |
| Fläche | 14,31 km² | |
| Einwohner | 968 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 68 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24110 | |
| INSEE-Code | 24236 | |
| Website | leguillacdelauche.fr | |
Blick auf Léguillac-de-l’Auche | ||
Geografie

Léguillac-de-l’Auche liegt etwa 13 Kilometer westlich von Périgueux, etwa 61 Kilometer nordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 38 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac in der Landschaft des Périgord central im touristisch benannten Périgord blanc. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von dem Flüsschen Jouis und von zwei verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Léguillac-de-l’Auche liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine wenig bewaldete Hügellandschaft, deren Erhebungen im Nordwesten Höhen über 200 m erreichen. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 227 m im äußersten Nordwesten in der Nähe des Lieu-dits les Tuileries nahe der Grenze zu den Nachbargemeinden Mensignac und Saint-Aquilin. Der tiefste Punkt befindet sich mit 70 m im äußersten Süden beim Austritt des Jouis aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt erhöht auf etwa 143 m Höhe.
Rund 69 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen, genutzt, rund 28 % sind bewaldet, rund 3 % entfallen auf bebaute Flächen.[2]
Léguillac-de-l’Auche wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:
| Mensignac | ||
| Saint-Aquilin | Annesse-et-Beaulieu | |
| Saint-Astier |
Klima
Die klimatischen Bedingungen in Léguillac-de-l’Auche werden als mild und gemäßigt eingestuft. Es wird im Jahresverlauf eine beträchtliche Niederschlagsmenge verzeichnet. Dies gilt selbst für den trockensten Monat. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in dieser Region unter Cfb eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Léguillac-de-l’Auche beträgt 13,0 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen 864 mm.[3]
Natürliche und technologische Risiken

Natürliche Risiken manifestieren sich in Léguillac-de-l’Auche neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Bodenbewegungen
Obwohl es keine ausgesprochen starke Bedeckung des Gemeindegebiets mit Wald gibt, ist Léguillac-de-l’Auche einer Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[4]
Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 2005, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1989 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Léguillac-de-l’Auche besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.
Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung im Nordosten des Gemeindegebiets. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.[5]
Etymologie und Geschichte
Der erste Teil des heutigen Ortsnamens ist zu Beginn des 13. Jahrhunderts in Parochia (Pfarrgemeinde) de Lagulac im Jahr 1219 belegt, dann in den latinisierten Formen Lagulhacum (1289) und Lenguilhacum (1350). Die Schreibweise Léguilhac erschien im 16. Jahrhundert und in der gleichen Zeit ist L’Aiguillat de Lauche belegt (1596), festgehalten im 18. Jahrhundert als Le Guillac, fon de Lauche. Léguillac steht für einen gallorömischen Personennamen, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde. Es kann sich um °Aculius, abgeleitet von Aculeo, handeln, einem Spitznamen (deutsch Stachel) im antiken Rom, oder aber um Luculleus, abgeleitet von Lucullus. Im letzteren Fall ist es wahrscheinlich, dass der Name sehr früh vom okzitanischen l’agulha (deutsch Nadel) beeinflusst wurde.
L’Auche ist hingegen sehr spät in den Schriften belegt, unabhängig von Léguillac, in der Schreibweise Lauchas im Jahr 1471 und als Loches zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Der Überlieferung nach ist eine Gans, nachdem sie in einen Abgrund bei Mensignac gefallen war, beim Lieu-dit Font-de-l’Auche, einer Quelle eines kleinen Zuflusses der Isle, lebendig wieder aufgetaucht. Von da würde Auche kommen, eine Französisierung der nordokzitanischen Form des Namens der Gans auca, einem Wort, das aus dem lateinischen avica abstammt. Der Name des Dorfes, der tatsächlich mit dem ländlichen Leben verbunden ist, entspricht eher dem nordokzitanischen aucho, oucho, einer Bezeichnung für ein seit langer Zeit gerodetes Land, und von dort für ein Land von guter Qualität unweit des Dorfes. Dieses Wort kommt von einem gallischen °olca (deutsch kultivierbares Land), das zahlreiche „Les Ouches“ im Südwesten und im Zentrum Frankreichs als Basis für die Benennung von Weilern gedient hat.[6]
1967 wurden in Léguillac-de-l’Auche zwei merowingische Sarkophage und ein weiteres Skelett ohne Sarkophag direkt im Boden gefunden – insgesamt drei Skelette. Die Exhumierung fand zwischen den Weilern Linard und Girondeau sowie an einer weiteren Stelle, einer Wiese auf dem Hügel Béniveau, statt. Dieser Hügel überblickt die Fundstelle der merowingischen Gräber, einen Weiler, der keine Spuren jüngerer Besiedlung aufweist.
Am Lieu-dit La Redoute sind außerdem die Überreste einer Erdhügelburg aus der Zeit vor dem 10. Jahrhundert erhalten, ebenso wie ein Cluzeau (eine Art unterirdischer Schutzbunker) im Ortskern. Dieser im Mittelalter in den Kalkstein gehauene unterirdische Zufluchtsort umfasst eine Treppe, zwei Kammern, Schießscharten zur Überwachung des Eingangs und einen kleinen Raum, der möglicherweise als Wasserreservoir diente.
In der Gemeinde befinden sich drei Schlösser (in Privatbesitz): La Faye, Le But und Bel Air.
- Das Schloss La Faye war ursprünglich ein Priorat des Augustinerordens, das 1209 von fünf Brüdern (zwei Bischöfen, einem Kanoniker, einem Prior und einem Laien) erbaut und vom 13. bis zum 18. Jahrhundert erweitert und umgebaut wurde. Zum Besitz des Priorats gehörten die Pfarreien Saint-Astier, Annesse, Mensignac, Léguillac und Chantérac. Im Jahr 1304 besuchte eine bedeutende Persönlichkeit, Bertrand de Goth, der spätere Papst Clemens V., das Priorat.
- Das Schloss Le But besteht aus zwei rechtwinklig miteinander verbundenen Gebäuden, eines aus dem 15. Jahrhundert, das andere aus dem 16. Jahrhundert, ergänzt durch einen Anbau aus dem 17. Jahrhundert. Besonders sehenswert sind das imposante Mansarddach auf dem Eckturm, ein Eingangsportal aus der Zeit Ludwigs XIII., eine Steintreppe und die Überreste eines Wachturms.
- Das Schloss Bel Air, hoch oben auf einem bewaldeten Hügel gelegen, macht seinem Namen alle Ehre, da es allen Winden ausgesetzt ist. Einst Wohnsitz der Familie Valbrune, beherbergte es einst eine Poststation. Von seinem heutigen Besitzer meisterhaft restauriert, liegt es im Herzen eines weitläufigen Anwesens.[7]
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten
- Kirche Saint-Cloud aus dem 19. Jahrhundert
- Schloss Le But aus dem 15./16. Jahrhundert
- Schloss La Faye, ehemaliges Priorat, seit 2008 als Monument historique eingeschrieben
- Ruine der Prioratskirche Sainte-Marie in La Faye
- Kirche Saint-Cloud, Außenansicht
- Innenansicht
- Bleiglasfenster mit der Darstellung des heiligen Chlodoald
- Schloss Le But
Bildung
Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).[10]
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 491 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Léguillac-de-l’Auche erwerbstätig, entsprechend 80,4 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (79,1 %) niedriger war als bei den Frauen (81,7 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 94 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (160). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 20,3 % (2016) auf 13,2 % (2022).[11]
Branchen und Betriebe
Der Bereich mit den meisten Beschäftigten (44,4 %) war Ende 2024 der Sektor Handel, Transport und diverse Dienstleistungen.[11]
64 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Léguillac-de-l’Auche wirtschaftlich aktiv:[11]
| Branche | Anzahl | % |
|---|---|---|
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 7 | 10,9 % |
| Baugewerbe | 10 | 15,6 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 16 | 25,0 % |
| Information und Kommunikation | 1 | 1,6 % |
| Finanzen und Versicherungen | 2 | 3,1 % |
| Immobilien | 5 | 7,8 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 11 | 17,2 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 2 | 3,1 % |
| Andere Dienstleistungen | 10 | 15,6 % |
| Gesamt | 64 |
Landwirtschaft
Léguillac-de-l’Auche liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.[12]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung,[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 32 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 31 im Jahr 2000, auf 17 im Jahr 2010 und auf 11 im Jahr 2020, ein Rückgang von 65,6 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 782 Hektar im Jahre 1988 auf 704 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb erhöhte sich signifikant von 24,4 Hektar auf 64 Hektar.[14][15][16]
Fernwanderwege
Durch das Gebiet der Gemeinde verläuft der Fernwanderweg GR 361 von Abjat-sur-Bandiat nach Bergerac,[17] in Léguillac-de-l’Auche parallel zum Fernwanderweg GR 646 von Périgueux nach Sainte-Foy-la-Grande im Département Gironde.[18]
Verkehr
Léguillac-de-l’Auche liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.
Gemeindepartnerschaft
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
