La Douze
französische Gemeinde
From Wikipedia, the free encyclopedia
La Douze (Aussprache [la duz], okzitanisch La Dosa) ist eine französische Gemeinde mit 1151 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und Gemeindeverband Le Grand Périgueux. Die Bewohner werden Ladouzois und Ladouzoises genannt.
| La Douze | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Kanton | Isle-Manoire | |
| Gemeindeverband | Le Grand Périgueux | |
| Koordinaten | 45° 4′ N, 0° 52′ O | |
| Höhe | 132–268 m | |
| Fläche | 23,05 km² | |
| Einwohner | 1.151 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 50 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24330 | |
| INSEE-Code | 24156 | |
| Website | ladouze-perigord.fr | |
Blick auf La Douze | ||
Geografie

La Douze liegt etwa 18 Kilometer südsöstlich von Périgueux, etwa 34 Kilometer nordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 38 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac am Übergang der Région naturelle des Périgord central zur Région naturelle des Périgord noir. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Flüsschen Saint-Geyrac, das es im Norden begrenzt, und von einem kleineren Fließgewässer.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. La Douze liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
La Douze erstreckt sich über eine bewaldete Hügellandschaft, die durch das Tal des Flüsschens Saint-Geyrac und verschiedenen Trockentälern markant eingeschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 268 m im Osten in der Nähe des Lieu-dit Mas Bouchard, der tiefste Punkt mit 132 m im äußersten Norden beim Austritt des Saint-Geyrac aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa 200 m Höhe.
Rund 49 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 49 % werden landwirtschaftlich genutzt, rund 2 % entfallen auf Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen, rund 1 % auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]
Umgeben wird La Douze von den sechs Nachbargemeinden:
| Boulazac Isle Manoire Sanilhac (Berührungspunkt) |
Saint-Pierre-de-Chignac | |
| Saint-Geyrac | ||
| Lacropte | Saint-Félix-de-Reillac-et-Mortemart |
Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in La Douze neben den meteologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen
Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet bis auf das Tal des Flüsschens Saint-Geyrac und verschiedene Trockentäler von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 1997, 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[4]
Etymologie und Geschichte
Der Name des Dorfes ist im 13. Jahrhundert in der Schreibweise La Doza belegt, dann im 14. Jahrhundert als (Fontalitium de) La Douza (1312). Er stammt sehr wahrscheinlich vom lateinischen lutosa (aqua) (deutsch schlammiges Wasser) ab, könnte aber auch vom okzitanischen dotz (deutsch Strömung, Quelle) kommen.[5]
Auf dem Gemeindegebiet gibt es Spuren der Besiedlung aus prähistorischer Zeit. Tatsächlich wurden dort zahlreiche Werkzeuge aus der Altsteinzeit und der Jungsteinzeit entdeckt. Diese Besetzung hielt bis in die gallorömische Zeit an, wie die Entdeckung eines Säulenfragments aus dem Ende des zweiten Jahrhunderts beweist, das später zum Bau des Taufbeckens der Kirche verwendet wurde.
Die Stadt war im Mittelalter recht entwickelt, da es drei Erdhügelburgen gab: Del Telhol, Lacharia und die des Dorfes La Doza. Ende des 14. Jahrhunderts wurde die Kirche Saint-Pierre-ès-Liens erbaut. In dieser Zeit ließ sich auch die Familie Abzac dort nieder, die dort dreihundert Jahre blieb. Es entlehnt auch den Namen der Gemeinde, um den Nachnamen Abzac de la Douze zu bilden. Diese Familie baute ihr Schloss im 15. Jahrhundert.
Später, im Jahr 1595, organisierte ein Notar von la Douze den ersten Aufstand der Croquants, einen Aufstand der Bauern gegen die von den Seigneur erhobenen übermäßigen Steuern. Ein Jahr später wurde sie in Saint-Crépin-d’Auberoche unterdrückt. Im darauffolgenden Jahrhundert wandelte König Ludwig XIII. die Herrschaft in eine Markgrafschaft um. Gleichzeitig wurde die Burg jedoch auf Befehl des Intendanten von Guyenne teilweise abgerissen. Diese Entscheidung wurde getroffen, um den Markgraf d’Abzac de la Douze zu bestrafen, der beschuldigt wurde, seine erste Frau und seinen Schwager getötet zu haben.
Während der Französischen Revolution enthielt das Cahier de Doléances von La Douze zahlreiche Beschwerden von Bauern, die den übermäßig hohen Zehntensatz anprangerten. Sie protestierten auch gegen die geringe finanzielle Beteiligung des Seigneurs und des Priesters. Schließlich entwickelte sich der Ort im 19. Jahrhundert dank des Baus des Bahnhofs im Weiler Les Versannes an der Bahnstrecke Niversac–Agen.[6]
Bevölkerungsentwicklung
| La Douze: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 863 | |||
| 1800 | 869 | |||
| 1806 | 852 | |||
| 1821 | 875 | |||
| 1831 | 920 | |||
| 1836 | 988 | |||
| 1841 | 1.005 | |||
| 1846 | 1.079 | |||
| 1851 | 979 | |||
| 1856 | 1.048 | |||
| 1861 | 970 | |||
| 1866 | 984 | |||
| 1872 | 989 | |||
| 1876 | 1.022 | |||
| 1881 | 944 | |||
| 1886 | 887 | |||
| 1891 | 908 | |||
| 1896 | 904 | |||
| 1901 | 915 | |||
| 1906 | 952 | |||
| 1911 | 886 | |||
| 1921 | 780 | |||
| 1926 | 759 | |||
| 1931 | 763 | |||
| 1936 | 804 | |||
| 1946 | 792 | |||
| 1954 | 747 | |||
| 1962 | 701 | |||
| 1968 | 693 | |||
| 1975 | 700 | |||
| 1982 | 801 | |||
| 1990 | 866 | |||
| 1999 | 902 | |||
| 2006 | 991 | |||
| 2013 | 1.119 | |||
| 2020 | 1.162 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Gotische Kirche Saint-Pierre-ès-Liens aus dem 15. Jahrhundert, seit 1927 als Monument historique eingeschrieben
- Chartreuse Les Martinies aus dem 17./18. Jahrhundert
- Nachdem das Schloss La Douze 1669 dem Erdboden gleichgemacht wurde, wurde es unter Verwendung von Abbruchmaterialien wiederaufgebaut; die Beschreibung aus dem Jahr 1777 deutet auf ein Hauptgebäude hin, das dem heutigen sehr ähnlich ist.[11]
- Markthalle im Dorfzentrum
- Kirche Saint-Pierre-ès-Liens
- Innenraum der Kirche
- Markthalle
Bildung
La Douze verfügt über
- eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire) und
- die private Vor- und Grundschule „Les deux mains“.[12]
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 583 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in La Douze erwerbstätig, entsprechend 81,3 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersgruppe, wobei der Anteil der Männer (80,6 %) niedriger war als bei den Frauen (82,0 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 47 Personen im Jahr 2022 wesentlich niedriger als im Jahr 2016 (95). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 17,2 % (2016) auf 8,1 % (2022). Die Arbeitslosenzahl hat sich in allen Altersgruppen mehr als halbiert.[13]
Branchen und Betriebe
90 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in La Douze wirtschaftlich aktiv:[13]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 90 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 8 | 8,9 % |
| Baugewerbe | 15 | 16,7 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 26 | 28,9 % |
| Information und Kommunikation | 1 | 1,1 % |
| Finanzen und Versicherungen | 1 | 1,1 % |
| Immobilien | 4 | 4,4 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 15 | 16,7 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 10 | 11,1 % |
| Andere Dienstleistungen | 10 | 11,1 % |
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde auf dem Anbau von Gemüse oder Pilzen.[14] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 35 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 33 im Jahr 2000, stieg wieder auf 35 im Jahr 2010 und sank auf 24 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 31,4 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich signifikant von 820 Hektar im Jahre 1988 auf 194 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb verringerte sich von 23,4 Hektar signifikant auf 8,1 Hektar.[15][16][17]
Verkehr
Die zur Departementsstraße D 710 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 710, die von Périgueux aus Norden kommend in südlicher Richtung nach Le Bugue führt, durchquert das Gemeindegebiet. Sie kreuzt im Süden an der Grenze zur Nachbargemeinde Lacropte die D 45, die in westlicher Richtung über Lacropte nach Vergt, in südöstlicher Richtung über Saint-Félix-de-Reillac-et-Mortemart bis nach Sarlat-la-Canéda geführt wird. Die D 6 führt vom Weiler Les Versannes über Saint-Geyrac nach Rouffignac-Saint-Cernin-de-Reilhac. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von La Douze mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.
Züge einer Linie des TER Nouvelle-Aquitaine verkehren im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine auf der Bahnstrecke Niversac–Agen mit einem Haltepunkt im Weiler Les Versannes, das auf diese Weise mit Périgueux, Sarlat-la-Canéda und Agen verbunden wird.[18]
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
