Cyclocross-Weltmeisterschaften 1975

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Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1975 wurden am 26. Januar im schweizerischen Melchnau ausgetragen.

Ablauf

1972 hatte der Schweizerische Rad- und Motorfahrer-Bund (SRB) beim Radsport-Weltverband UCI Interesse für die Austragung der WM 1975 angemeldet. Es gab sieben Bewerbungen,[1] von denen der SRB die des Velo-Moto-Clubs Melchnau auswählte, was von der UCI im Dezember 1973 akzeptiert wurde.[2] Der Verein hatte im Jahr zuvor die erste Radquerschule der Schweiz eingerichtet.[3] Die Kosten der Veranstaltung wurden auf 4 Millionen Franken geschätzt.[4] Gegenüber den Vorjahren wurde die Weltmeisterschaft um einen Monat vorgezogen und fand nunmehr Ende Januar statt. Dies sollte es Fahrern ermöglichen, Karrieren im Straßenradsport und im Cyclocross besser zu kombinieren.[5]

Der 2.920 m lange Parcours lag nördlich des Orts. Als Start- und Zielgerade diente die Berghofstrasse, ansonsten wurde das Gelände östlich davon durchquert. Die Amateure, die um 12:30 Uhr starteten, legten sieben Runden zurück, die Profis zwei Stunden später derer acht.[6] Es beteiligten sich 15 Länder, darunter erstmals Kanada, dessen Fahrer auf eigene Kosten vorzeitig nach Europa gereist waren, um sich vorzubereiten.[7] Außerdem waren Luxemburg und Österreich nach Abwesenheit im Vorjahr wieder dabei, während Algerien und Marokko nicht zurückkehrten. Jeder Verband konnte vier Fahrer pro Kategorie entsenden, Belgien zuzüglich der Titelverteidiger Albert Van Damme und Robert Vermeire je fünf.

Am Tag der Veranstaltung herrschte gutes Wetter, doch hatte Dauerregen am Tag zuvor den Boden aufgeweicht und in ein Schlammfeld verwandelt. Vor etwa 20.000 Zuschauern gingen 53 Amateure an den Start. In den ersten beiden Runden führten Klaus-Peter Thaler und Willi Lienhard das Rennen an, dann schlossen Robert Vermeire und Gerrit Scheffer zu ihnen auf. Zur Mitte des Rennens hängte Vermeire seine Konkurrenten ab, wobei er von seinen läuferischen Qualitäten profitierte. Er gewann wie im Vorjahr vor Thaler, Scheffer setzte sich im Kampf um Bronze durch.

Bei den Profis gab es 21 Starter aus 6 Ländern. Rolf Wolfshohl hatte nach seinem Rücktritt 1973 ein Comeback gemacht,[8] und auch der siebenfache Ex-Weltmeister Erik De Vlaeminck war nach Abwesenheit im Vorjahr wieder dabei. Sein Bruder Roger De Vlaeminck attackierte in der zweiten Runde. Wie später bekannt wurde, sollte Erik abwarten, bis die Gegner ihre Kräfte erschöpft hätten, und anschließend zu Roger aufschließen, um zu gewinnen.[9] Erik De Vlaeminck konnte jedoch Albert Zweifel, Peter Frischknecht und Albert Van Damme nicht abschütteln und musste die beiden Schweizer später ziehen lassen. Roger De Vlaeminck gewann so als erster Fahrer nach der Amateur-Weltmeisterschaft (1968) auch die der Profis. Unter den besten Zehn fanden sich neben den Fahrern aus Belgien und der Schweiz nur Wolfshohl, der anschließend seine aktive Karriere endgültig beendete.

Ergebnisse

Weitere Informationen Platz, Name ...
Profis
Platz Name Zeit (h)
1Belgien Roger De Vlaeminck1:09:53
2Schweiz Albert Zweifel+ 0:31
3Schweiz Peter Frischknecht+ 1:21
4Belgien Erik De Vlaeminck+ 2:03
5Belgien Albert Van Damme+ 2:18
6Belgien Marc De Block+ 2:48
7Schweiz Hermann Gretener+ 3:49
8Deutschland Rolf Wolfshohl+ 4:22
9Belgien Michel Baele+ 6:14
10Schweiz Richard Steiner+ 6:28
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Weitere Informationen Platz, Name ...
Amateure
Platz Name Zeit (h)
1Belgien Robert Vermeire1:00:11
2Deutschland Klaus-Peter Thaler+ 1:21
3Niederlande Gerrit Scheffer+ 1:52
4Schweiz Willi Lienhard+ 2:09
5Belgien André Geirlandt+ 2:20
6Polen Czesław Polewiak+ 2:28
7Frankreich Gilbert Lahalle+ 2:33
8Italien Franco Vagneur+ 2:41
9Belgien Eric Desruelle+ 2:43
10Deutschland Ekkehard Teichreber+ 3:01
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Einzelnachweise

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