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Cyclocross-Weltmeisterschaften 2007

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Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 2007 wurden am 27. und 28. Januar in Gits ausgetragen, einem Ortsteil der belgischen Gemeinde Hooglede. Bei den Männern siegte Erwin Vervecken, bei den Frauen Maryline Salvetat.

Ablauf

Der spätere U23-Weltmeister Lars Boom während des Rennens.

Die Leitung der Union Cycliste Internationale hatte die Veranstaltung drei Jahre zuvor an Hooglede-Gits vergeben.[1] Das Budget der Veranstaltung betrug 1,2 Mio. Euro. Im Rahmen des Cyclocross-Weltcups 2005/2006 wurde vor Ort ein Testlauf veranstaltet, den Sven Nys und Daphny van den Brand gewannen.

Start und Ziel lagen auf der Koolskampstraat im Osten des Orts, der Großteil des 3000 m langen Rundkurses verlief über das Gelände der Pflegeanstalt Dominiek Savio und wurde je nach Kategorie unterschiedlich oft befahren: fünfmal von den Frauen und Junioren, siebenmal von der U23 und neunmal von der Elite der Männer. Als künstliche Hindernisse waren ein Sandabschnitt und mehrere Treppen eingebaut. Am ersten Tag ermittelten die jüngeren männlichen Altersklassen (Junioren und U23) vor 15.000 Zuschauern ihre Weltmeister, am zweiten Tag erst die Frauen, dann die Elite der Männer, wobei 30.000 Zuschauer vor Ort waren. 21 Landesverbände beteiligten sich an den Wettkämpfen. Diese fanden bei guten äußeren Bedingungen statt, doch war der Untergrund aufgeweicht und schwergängig, und sein Zustand verschlechterte sich im Laufe der Veranstaltung immer weiter.

Ergebnisse

Junioren

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Platz Name Zeit (min)
1Belgien Joeri Adams41:18
2Vereinigte Staaten Daniel Summerhillgl. Zeit
3Tschechien Jiří Polnický+ 0:01
4Niederlande Ramon Sinkeldam+ 0:02
5Deutschland Ole Quast+ 0:11
6Frankreich Arnaud Jouffroy+ 0:32
7ItalienItalien Alessandro Calderan+ 0:44
8NiederlandeNiederlande Rob van der Velde+ 0:58
9Polen Marek Konwa+ 1:06
10Slowakei Peter Sagan+ 1:10
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Gegen Ende der zweiten Runde des Juniorenrennens bildete sich eine fünfköpfige Spitzengruppe mit Joeri Adams, Jiří Polnický, Ole Quast, Ramon Sinkeldam und Daniel Summerhill. Das Tempo machte meistens Polnický, doch die Gruppe blieb bis zuletzt eng zusammen. Die Endphase verlief wechselhaft: Zunächst schien Sinkeldam nach der Sandpassage einen entscheidenden Vorsprung zu haben, doch konnte ihn Polnický an einem kurzen Anstieg überholen. Die beiden drehten als erste auf die Zielgerade, gefolgt von Adams und Summerhill, die sich als viel bessere Sprinter erwiesen und die beiden Führenden noch überholten.[2]

Von 59 gestarteten Fahrern beendeten 56 das Rennen, einer wurde überrundet, zwei wurden disqualifiziert, nachdem sie in der ersten Runde den Materialposten durchfahren hatten, ohne ihre Räder zu wechseln.

U23

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Platz Name Zeit (min)
1Niederlande Lars Boom53:53
2Belgien Niels Albert+ 1:22
3Frankreich Romain Villa+ 1:44
4Tschechien Zdeněk Štybar+ 2:29
5Deutschland Philipp Walsleben+ 2:49
6Tschechien Lukáš Klouček+ 2:56
7FrankreichFrankreich Jonathan Lopez+ 3:04
8Belgien Rob Peeters+ 3:10
9Italien Rafael Visinelli+ 3:22
10Niederlande Ricardo van der Velde+ 3:25
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Das U23-Rennen nahm einen völlig anderen Verlauf als das der Junioren: Das Feld zog sich schnell auseinander, und bereits in der dritten Runde waren die drei Ersten jeweils allein auf weiter Flur: Lars Boom führte vor Niels Albert und Romain Villa. An diesem Stand änderte sich bis zum Ende nichts mehr, Titelverteidiger Zdeněk Štybar wurde Vierter. Von den 63 gestarteten Fahrern kamen 25 ins Ziel, 32 wurden überrundet, 6 gaben auf.[3]

Frauen

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Platz Name Zeit (min)
1Frankreich Maryline Salvetat42:57
2Vereinigte Staaten Katherine Compton+ 0:01
3Frankreich Laurence Leboucher+ 0:09
4Niederlande Daphny van den Brand+ 0:31
5Deutschland Hanka Kupfernagel+ 0:41
6Kanada Christel Ferrier-Bruneau+ 0:43
7Niederlande Marianne Vos+ 1:12
8Deutschland Birgit Hollmann+ 1:33
9Vereinigtes Konigreich Helen Wyman+ 2:26
10Niederlande Linda van Rijen+ 2:42
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Das Rennen sah eine Rekordbeteiligung von 45 Fahrerinnen, von denen 42 ins Ziel kamen. Zwei von ihnen wurden überrundet, eine gab auf. Vom Start weg übernahm Hanka Kupfernagel die Führung und erarbeitete sich über die ersten drei Runden eine Führung von bis 20 Sekunden vor dem Rest des Felds. Eingangs der vierten Runde kam sie jedoch zu Fall, als sie zu nah an den Zuschauern fuhr und sich dabei verhakte. Sie wurde von einer vierköpfigen Gruppe mit Daphny van den Brand, Katherine Compton, Laurence Leboucher und Maryline Salvetat eingeholt. Gegen Ende der Runde stürzten van den Brand und nochmals Kupfernagel unabhängig voneinander und verloren den Anschluss. Salvetat führte die gesamte Schlussrunde an, und als Leboucher Schwierigkeiten in der Sandpassage hatte, ließ sie eine Lücke fallen. Compton versuchte bis zur Zielgerade vergebens, sie noch einzuholen.[4][5]

Salvetat gewann bei ihrer siebten WM-Teilnahme den Titel, bereits am nächsten Tag ging sie wieder ihrer Tätigkeit als Ärztin in Südfrankreich nach.[6] Comptons Silbermedaille galt als Überraschung, sie war erst eine Woche zuvor in Hoogerheide erstmals in Europa gefahren. Kupfernagel blieb erstmals in einer WM ohne Medaille, Titelverteidigerin Marianne Vos kam auf den siebten Rang.

Männer

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Platz Name Zeit (h)
1Belgien Erwin Vervecken1:05:35
2Vereinigte Staaten Jonathan Page+ 0:03
3Italien Enrico Franzoi+ 0:16
4Belgien Bart Wellens+ 0:25
5Belgien Kevin Pauwels+ 0:32
6Niederlande Richard Groenendaal+ 0:35
7Niederlande Gerben de Knegt+ 1:12
8Frankreich John Gadret+ 1:26
9Schweiz Christian Heule+ 1:35
10Niederlande Thijs Al+ 1:40
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Das Rennen der Männer fand auf einer schon arg strapazierten Strecke statt. Als Favoriten galten Sven Nys und Bart Wellens, während die Saison von Titelverteidiger Erwin Vervecken mäßig verlaufen war. In der zweiten Runde schien das Rennen seinen erwarteten Verlauf zu nehmen, als Nys, Wellens und Vervecken in Führung gingen. Doch das Quad eines Kamerateams, das auf einem kurzen Streckenabschnitt neben den Fahrern verkehrte, touchierte eine Absperrung, schleuderte diese in den Weg der Fahrer und brachte Wellens und Nys zu Fall. Vervecken, nun allein in Führung, ging wenig später durch einen Fahrfehler über den Lenker.

Dadurch kam wieder eine größere Spitzengruppe zusammen, darunter Nys und Vervecken, während Wellens weiter zurücklag. Das Pech der Belgier setzte sich fort: Vervecken fiel im Sand, Nys stürzte über ihn, Davy Commeyne schied verletzt aus. Richard Groenendaal übernahm drei Runden lang die Führung, dann fiel er seinerseits und musste Enrico Franzoi und Jonathan Page passieren lassen.

Zwei Runden vor Ende schloss Vervecken nach langer Aufholjagd zu Page auf, der Franzoi hinter sich gelassen hatte. Der Außenseiter, der nicht einmal einem Profi-Team angehörte, lieferte dem Titelverteidiger einen verbissenen Kampf. Erst kurz vor der Zielgeraden nutzte Vervecken einen kleinen Fahrfehler seines Gegners, überholte diesen und wurde zum dritten Mal Weltmeister. Franzoi wurde noch Dritter, Wellens, der trotz eines Bruchs im Handgelenk eine große Aufholjagd gezeigt hatte,[7] strandete auf dem vierten Platz, ein entmutigter Nys, der noch ein drittes Mal gefallen war, auf dem elften.[8][9]

Von 65 gestarteten Fahrern erreichten 45 das Ziel, 12 wurden überrundet und 8 gaben auf. Der ebenfalls gemeldete Francis Mourey, Dritter im Jahr zuvor, hatte wegen eines Unfalls kurz vor dem Rennen nicht gar nicht erst starten können.[10]

Commons: Cyclocross-Weltmeisterschaften 2007 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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