Cyclocross-Weltmeisterschaften 2019

Sportsaison From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 2019 fanden am 2. und 3. Februar im dänischen Bogense statt. Sie waren die 70. Weltmeisterschaften in dieser Sportart. Bei den Männern gewann Mathieu van der Poel, bei den Frauen konnte sich Sanne Cant durchsetzen.

Ablauf

Die Leitung des Radsport-Weltverbands UCI hatte die Austragung zwei Jahre zuvor an Bogense vergeben.[1] Zur Vorbereitung wurde dort im Oktober 2017 ein Weltcup-Rennen organisiert, das Mathieu van der Poel bzw. Sanne Cant gewannen. Schauplatz der Wettkämpfe war ein 2,6 km langer Parcours rund um den Hafen von Bogense und den dortigen Campingplatz. Für Höhenunterschiede sorgte der Wall unterhalb des Kirchhofs, der unter anderem über einen Schräghang erklommen wurde.[2]

Es gab fünf Wettbewerbe, bei den Männern in den Kategorien Elite, U23 und Junioren, bei den Frauen in den Kategorien Elite und U23. Gegenüber dem Vorjahr tauschten die beiden U23-Rennen den Platz im Zeitplan:

  • 2. Februar: Junioren (11 Uhr), Männer U23 (13 Uhr), Frauen Elite (15 Uhr)
  • 3. Februar: Frauen U23 (11 Uhr), Männer Elite (15 Uhr)

Für diese Wettkämpfe waren 289 Fahrer aus 24 Ländern gemeldet.[3] Etwas über 10.000 Zuschauer verfolgten das Geschehen vor Ort, die Hälfte davon aus dem Ausland, und von diesen wiederum mit Abstand die meisten aus Belgien. Die Zahl der kumulierten Fernsehzuschauer wurde auf 51 Mio. geschätzt, der Wert der Veranstaltung für das dänische Bruttoinlandsprodukt auf 3,6 Mio. Euro.[4]

Ergebnisse

Junioren

Weitere Informationen Platz, Name ...
Platz Name Zeit (min)
1Vereinigtes Konigreich Ben Tulett42:29
2Belgien Witse Meeussen+ 0:20
3Belgien Ryan Cortjens+ 0:27
4Belgien Thibau Nys+ 0:42
5Niederlande Pim Ronhaar+ 0:46
6DeutschlandDeutschland Tom Lindner+ 0:47
7Spanien Carlos Canal+ 0:48
8Belgien Lennert Belmans+ 0:52
9Tschechien Jakub Ťoupalík+ 0:56
10FrankreichFrankreich Théo Thomas+ 1:02
Schließen

Die Junioren eröffneten am ersten Tag die Wettkämpfe. Das Rennen ging über sieben Runden, der Untergrund war noch hartgefroren. In der zweiten Runde bildete sich eine vierköpfige Spitzengruppe aus Titelverteidiger Ben Tulett, Weltcupsieger Witse Meeussen, Europameister Pim Ronhaar sowie Ryan Cortjens, während Thibau Nys durch eine Reifenpanne den Kontakt verlor. In der dritten Runde attackierte Tulett, verfolgt von Meeussen und Cortjens. Er vergrößerte rasch seinen Vorsprung und gewann ungefährdet, Meeussen setzte sich in der Schlussrunde gegen Cortjens durch. Nys holte in der Schlussphase noch Ronhaar ein und kam auf den vierten Platz.[5][6]

Tuletts Sieg war der dritte aufeinanderfolgende britische Erfolg in dieser Kategorie. Er war, nach Mathieu van der Poel, der zweite Fahrer, der den Juniorentitel zweimal gewinnen konnte.

Männer U23

Weitere Informationen Platz, Name ...
Platz Name Zeit (min)
1Vereinigtes Konigreich Thomas Pidcock47:42
2Belgien Eli Iserbyt+ 0:15
3FrankreichFrankreich Antoine Benoist+ 0:23
4Tschechien Tomáš Kopecký+ 0:31
5ItalienItalien Jakob Dorigoni+ 0:35
6Vereinigtes Konigreich Ben Turner+ 0:38
7Niederlande Ryan Kamp+ 0:46
8Schweiz Loris Rouiller+ 0:56
9Vereinigtes Konigreich Thomas Mein+ 1:07
10Belgien Niels Vandeputte+ 1:22
Schließen

Als Favoriten unter den 63 Fahrern galten der Titelverteidiger Eli Iserbyt sowie der Europameister und Weltcupsieger Thomas Pidcock. Iserbyt bestimmte in der ersten Rennhälfte das Tempo und verschaffte sich in der dritten von acht Runden einen kleinen Vorsprung. In der folgenden Runde startete Pidcock aus der Verfolgergruppe heraus einen Gegenangriff. Iserbyt konnte nicht folgen, und Pidcocks Sieg geriet nicht mehr in Gefahr, auch weil Iserbyt immer wieder Fehler unterliefen. Antoine Benoist sicherte sich die Bronzemedaille.[7][8]

Frauen Elite

Weltmeisterin Sanne Cant
Weitere Informationen Platz, Name ...
Platz Name Zeit (h)
1Belgien Sanne Cant47:53
2Niederlande Lucinda Brand+ 0:09
3Niederlande Marianne Vos+ 0:15
Niederlande Denise Betsema+ 0:25
4Niederlande Annemarie Worst+ 0:34
5Schweiz Jolanda Neff+ 1:16
6Vereinigte Staaten Kaitlin Keough+ 1:21
7Vereinigtes Konigreich Nikki Brammeier+ 1:37
8Niederlande Sophie de Boer+ 1:59
9Belgien Ellen Van Loy+ 2:05
10Belgien Laura Verdonschotgl. Zeit
Schließen

Nach einer Anfangsphase, in der Denise Betsema attackiert hatte, bildete sich eine sechsköpfige Gruppe mit Titelverteidigerin Sanne Cant, Weltcupsiegerin Marianne Vos, Europameisterin Annemarie Worst, der niederländischen Meisterin Lucinda Brand sowie Betsema und Jolanda Neff. Letztere verlor in der vierten von sieben Runden den Kontakt, so dass Cant allein gegen vier Niederländerinnen stand, deren Angriffsversuche sie jedoch immer wieder zu kontern wusste.

In der vorletzten Runde stürzte Brand bei einem verpatzten Radwechsel, während Cant attackierte. Vos spannte sich vor Brand, um Cants Vorsprung zu reduzieren, und in der letzten Runde jagde Brand allein hinter Cant her. Sie kam bis auf drei Sekunden heran, doch ein Fehler Brands am Schräghang besiegelte den Ausgang: Cant wurde zum dritten Mal in Folge Weltmeisterin.[9][10]

Das Ergebnis Betsemas, die als Vierte ins Ziel gekommen war, wurde später infolge einer positiven Dopingprobe gestrichen, die sie eine Woche zuvor abgegeben hatte;[11] die nachfolgenden Fahrerinnen wurden aufgerückt.

Frauen U23

Weitere Informationen Platz, Name ...
Platz Name Zeit (min)
1Niederlande Inge van der Heijden42:09
2NiederlandeNiederlande Fleur Nagengast+ 0:03
3Niederlande Ceylin del Carmen Alvarado+ 0:08
4Italien Silvia Persico+ 0:09
5Vereinigtes Konigreich Anna Kaygl. Zeit
6Niederlande Puck Pietersegl. Zeit
7Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Katie Clouse+ 0:17
8Schweiz Nicole Kollergl. Zeit
9Frankreich Marion Norbert-Riberolle+ 0:21
10Vereinigte Staaten Clara Honsinger+ 0:22
Schließen

Es waren 48 Fahrerinnen am Start, das Rennen ging über sechs Runden. Nicht dabei war die Vorjahressiegerin Evie Richards wegen einer Knieverletzung.[12]

Auf der Zielgeraden herrschte starker Gegenwind vom Kleinen Belt her, der Ausreißversuchen entgegenstand. So ging eine Spitzengruppe von 10 Fahrerinnen mit mehreren Niederländerinnen gemeinsam in die Schlussrunde. Ceylin del Carmen Alvarado attackierte in der Schlussrunde, wurde aber von ihren Landsfrauen Inge van der Heijden und Fleur Nagengast überholt. Diese drei Fahrerinnen hatten, in anderer Reihenfolge, auch in der U23-Wertung des Weltcups die drei ersten Plätze belegt.[13][14]

Männer Elite

Weltmeister Mathieu van der Poel
Weitere Informationen Platz, Name ...
Platz Name Zeit (h)
1Niederlande Mathieu van der Poel1:09:20
2Belgien Wout van Aert+ 0:16
3Belgien Toon Aerts+ 0:25
4Belgien Michael Vanthourenhout+ 0:50
5Belgien Laurens Sweeck+ 1:01
6Niederlande Lars van der Haar+ 1:10
7Belgien Quinten Hermans+ 1:24
8Deutschland Marcel Meisen+ 1:29
9Belgien Jens Adams+ 1:31
10Belgien Gianni Vermeersch+ 1:33
Schließen

Als großer Favorit galt vor dem Rennen Mathieu van der Poel, der allerdings dieser Rolle in den vergangenen drei Jahren nicht hatte gerecht werden können. Außer ihm wurden Titelverteidiger Wout van Aert und Weltcupsieger Toon Aerts Chancen eingeräumt.[15]

Auf dem sehr schnellen Parcours wurden 12 Runden gefahren. In der dritten Runde unterlief Aerts, hinter van der Poel fahrend, am Schräghang ein Fehler, und eine Lücke entstand. Van der Poel attackierte, und es kostete van Aert anderthalb Runden Verfolgungsjagd, ihn wieder einzuholen. Kurz danach konnte sich van der Poel wiederum am Schräghang eine Lücke verschaffen. Van Aert jagde seinem Konkurrenten erneut hinterher, doch vergebens. In der achten Runde betrug van der Poels Vorsprung eine halbe Minute, während van Aert zu Aerts zurückfiel, der sich von den übrigen Verfolgern abgesetzt hatte. Van der Poel fuhr den Sieg ungefährdet ins Ziel und wurde zum zweiten Mal Weltmeister. Der Kampf um Silber ging zugunsten van Aerts aus, nachdem Aerts kurz vor dem Ziel gestürzt war.[16]

Wegen der kurzen Rundenzeiten wurde die Hälfte der 58 Fahrer überrundet. Als einziger nicht aus Belgien oder den Niederlanden stammender Fahrer kam Marcel Meisen unter die ersten Zehn. Der belgische Verband entschuldigte sich (zum wiederholten Male) für das unsportliche Verhalten einiger seiner Fans, die van der Poel während des Rennens unter anderem mit Bier beworfen hatten.[17]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI