Cyclocross-Weltmeisterschaften 2010

61. Cyclocross-Weltmeisterschaften From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 2010 wurden am 30. und 31. Januar im tschechischen Tábor ausgetragen. Es war das zweite Mal, dass die Weltmeisterschaften dort zu Gast waren.

Parcours der Weltmeisterschaften

Ablauf

Die Union Cycliste Internationale hatte die Ausrichtung zweieinhalb Jahre zuvor an Tábor vergeben.[1] Die Wettkämpfe fanden wie schon 2001 auf dem Parcours des Cyklokros Tábor statt. Dieser hatte einige Umbauten erfahren und war noch zur Hälfte mit der vorherigen Strecke identisch.[2] Die Start- und Zielgerade lag nun im Sportzentrum Komora, der Rundkurs war 3,1 km lang und wies 60 Höhenmeter an Steigungen auf. Während der Veranstaltung herrschten leichte Minusgrade, das Gelände war schneebedeckt, und die Fahrer hatten mit Glätte zu kämpfen.

Fahrer aus 24 Ländern beteiligten sich an den Wettkämpfen, darunter erstmals solche aus Israel, Kasachstan und der Mongolei. Wie in den Vorjahren war der erste Tag den jüngeren männlichen Altersklassen gewidmet (Junioren und U23), während am zweiten Tag die Titelkämpfe der Elite stattfanden. Frauen und Junioren fuhren je fünf Runden, die U23-Fahrer derer sieben und die der Männer-Elite neun.

Ergebnisse

Junioren

Weitere Informationen Platz, Name ...
Platz Name Zeit (min)
1Tschechien Tomáš Paprstka40:30
2Frankreich Julian Alaphilippegl. Zeit
3NiederlandeNiederlande Emiel Dolfsma+ 0:09
4Tschechien Matěj Lasák+ 0:19
5Belgien Gianni Vermeersch+ 0:20
6NiederlandeNiederlande Gert-Jan Bosman+ 0:39
7FrankreichFrankreich David Menut+ 0:48
8Niederlande David van der Poelgl. Zeit
9Belgien Laurens Sweeck+ 0:56
10NiederlandeNiederlande Michiel van der Heijden+ 1:00
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In der ersten Runde zog sich das Feld der 63 Fahrer schnell auseinander, da unter den äußeren Bedingungen nur eine schmale Spur gut zu befahren war. Gianni Vermeersch führte ab der zweiten Runde das Feld an, wurde aber in der der dritten Runde wieder eingeholt. Tomáš Paprstka übernahm nun die Führung, und als sich durch einen Fahrfehler Vermeerschs eine kleine Lücke auftat, attackierte er.

Beim letzten Zieldurchgang hatte Paprstka 14 Sekunden Vorsprung, doch Julian Alaphilippe schloss noch einmal die Lücke und blieb für den Rest der Runde an Paprstkas Hinterrad. Im Sprint gewann der Tscheche um eine halbe Radlänge. Weltcupsieger David van der Poel kam auf den achten Platz, Europameister Émilien Viennet auf Rang 19.[3][4]

U23

Weitere Informationen Platz, Name ...
Platz Name Zeit (min)
Polen Paweł Szczepaniak55:37
Polen Kacper Szczepaniak+ 0:20
1Frankreich Arnaud Jouffroy+ 0:21
2Belgien Tom Meeusen+ 0:46
3Polen Marek Konwa+ 0:56
4Schweiz Arnaud Grand+ 0:58
5Slowakei Róbert Gavenda+ 1:00
6Deutschland Sascha Weber+ 1:09
7Niederlande Tijmen Eising+ 1:20
8ItalienItalien Elia Silvestri+ 1:27
9Italien Matteo Trentin+ 1:33
10Niederlande Lars van der Haargl. Zeit
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Es gingen 58 Fahrer an den Start. Der Vorjahressieger Philipp Walsleben war altersmäßig in die Elite aufgerückt und konnte auch dort krankheitsbedingt nicht teilnehmen.[5] Bereits in der ersten Runde gingen die polnischen Fahrer in die Offensive, Paweł Szczepaniak löste sich vom Feld, und Marek Konwa schloss zu ihm auf. In der zweiten Runde gesellte sich noch Kacper Szczepaniak, der Bruder von Paweł, zu ihnen. Einzige ernsthafte Verfolger des Trios waren Arnaud Jouffroy, Juniorenweltmeister 2008, und Tom Meeusen, der amtierende Europameister und Weltcupsieger. Meeusen sprang als Einziger mit dem Rad über die Balken, was damals noch als Rarität galt.

In der dritten Runde löste sich Paweł Szczepaniak von seinen Landsleuten. Zwei Runden vor Schluss schloss sein Bruder wieder zu ihm auf, verlor aber umgehend wieder den Kontakt. Unterdessen hatte sich Konwa bei einem Sturz auf dem glatten Untergrund wehgetan und verlor an Boden. Jouffroy kam in den letzten beiden Runden stark auf, überholte erst Meeusen, dann Konwa und kam auf der Zielgeraden fast noch an Kacper Szczepaniak heran. Meeusen erreichte das Ziel als Vierter, Konwa knapp vor den nächsten Fahrern als Fünfter.[3][6]

Paweł Szczepaniak durfte als erster polnischer Cyclocrossfahrer der WM-Geschichte das Regenbogentrikot überstreifen. Wenige Wochen später wurde jedoch bekannt, dass er und sein Bruder sich mit EPO gedopt hatten. Kacper Szczepaniak wurde vom polnischen Verband für vier Jahre gesperrt, Paweł als Anstifter für acht Jahre.[7][8] Die Medaillen wurden an die nachfolgenden Fahrer vergeben, so dass Jouffroy als Weltmeister galt.[9]

Frauen

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Platz Name Zeit (min)
1Niederlande Marianne Vos42:59
2Deutschland Hanka Kupfernagel+ 0:45
3Niederlande Daphny van den Brand+ 1:02
4Tschechien Kateřina Nash+ 1:20
5Italien Eva Lechner+ 1:41
6Frankreich Christel Ferrier-Bruneau+ 1:47
7Frankreich Caroline Mani+ 1:53
8Frankreich Pauline Ferrand-Prévot+ 2:11
9Niederlande Sanne van Paassen+ 2:28
10Frankreich Lucie Chainel-Lefèvre+ 2:31
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Titelverteidigerin Marianne Vos ging vom Start weg in Führung, setzte sich ab der zweiten Runde von ihren letzten Konkurrentinnen ab und gewann klar das Rennen. Ebenso klare Zweite wurde die vierfache Ex-Weltmeisterin Hanka Kupfernagel. Die Vorentscheidung um die Bronzemedaille fiel zur Hälfte des Rennens zugunsten der Weltcupsiegerin Daphny van den Brand, als deren einzige Begleiterin Christel Ferrier-Bruneau durch einen Sturz Zeit verlor. Kateřina Nash und Eva Lechner, die zu Beginn des Rennens im Gedränge aufgehalten worden waren, kamen nach langer Aufholjagd auf die folgenden Plätze. Von 44 Fahrerinnen kamen 41 ins Ziel, zwei wurden überrundet; die mehrfache Medaillengewinnerin Katherine Compton gab infolge einer Muskelverletzung auf.[10]

Männer

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Platz Name Zeit (h)
1Tschechien Zdeněk Štybar1:08:58
2Belgien Klaas Vantornout+ 0:21
3Belgien Sven Nys+ 0:38
4Tschechien Martin Bína+ 0:40
5Frankreich Francis Mourey+ 0:56
6Tschechien Martin Zlámalík+ 1:02
7Schweiz Christian Heule+ 1:07
8Tschechien Radomír Šimůnek+ 1:18
9Niederlande Gerben de Knegt+ 1:49
10Belgien Bart Wellens+ 2:13
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Die Hoffnungen der Gastgeber ruhten auf Zdeněk Štybar, der in den Vorjahren zweimal die Silbermedaille und in dieser Saison den Weltcup gewonnen hatte. Er attackierte gleich in der ersten Runde, wurde jedoch zunächst durch eine Reifenpanne zurückgeworfen. Nach einer Aufholjagd fand er wieder Anschluss zur Spitze und lancierte in der vierten Runde eine erneute Attacke.

Der Zieldurchgang in der vierten von neun Runden nahm den Ausgang des Rennens weitgehend vorweg: Štybar führte deutlich vor drei kleinen Gruppen: zunächst Bína, Heule, Nys und Vantournout, gefolgt von Mourey, Šimůnek und Zlámalík, schließlich Wellens mit de Knegt. Štybar wurde nicht mehr eingeholt und gewann vor Heimpublikum, Vantournout ließ zwei Runden vor Schluss seine Begleiter zurück und gewann Silber; Nys setzte sich auf der Zielgeraden gegen Bína um den letzten Podiumsplatz durch.

Die Tschechen zeigten eine hervorragende Mannschaftsleistung und platzierten vier Fahrer unter den ersten Zehn. Von den übrigen belgischen Fahrern kam der dreifache Ex-Weltmeister Erwin Vervecken in seiner letzten WM auf den 16. Rang, Kevin Pauwels nach einem Sturz auf Platz 25, während Titelverteidiger Niels Albert nie ins Rennen fand und aufgab.[11][12][13] Der Weltmeister von 2008, Lars Boom, hatte sich bereits sehr vorzeitig gegen eine weitere WM-Teilnahme entschieden.[14]

Einzelnachweise

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