Cyclocross-Weltmeisterschaften 1976

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Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1976 wurden am 25. Januar im französischen Chazay-d’Azergues ausgetragen.

Ablauf

Frankreich hatte die Ausrichtung auf dem Kongress des Radsport-Weltverbands UCI Ende 1974 übertragen bekommen.[1] Ein Monat später wurde Chazay-d’Azergues als Austragungsort bekanntgegeben.[2] Dort war bereits seit 1955 ein jährliches internationales Crossrennen ausgerichtet worden.[3]

Der Parcours lag auf den Hängen und Wiesen unterhalb des auf einem Hügel gelegenen Orts. Der Start erfolgte auf der Rue de Villefranche. Von dort wurde zunächst eine 2 km lange Schleife durch den Ort gedreht, ehe nach der ersten Zieldurchfahrt auf der Rue de Marcilly der Rundkurs in Angriff genommen wurde. Dieser war 2.825 m lang und wurde von den Amateuren siebenmal bewältigt, von den Profis achtmal.[4] Durch den Regen und Schnee der vergangenen Tage war der Boden sehr tief, und die Fahrer mussten lange Streckenabschnitte durch den Schlamm laufen, inklusive einer steilen Rampe. Die Liste der teilnehmenden Nationen ist nicht überliefert, in den bekannten Ergebnissen stehen Fahrer aus 14 Ländern. Das Rennen wurde von 10.000 bis 15.000 Zuschauern vor Ort verfolgt.

Das Rennen der Amateure wurde wie jedes Jahr seit 1973 durch Klaus-Peter Thaler und Robert Vermeire beherrscht. Thaler hatte bei der ersten Zieldurchfahrt etwa 25 Sekunden Vorsprung auf Vermeire, zwischen den beiden lagen noch Franco Vagneur und Vojtěch Červínek. In der Folge überholte Vermeire die beiden. Zur Mitte des Rennens hatte Thaler Probleme, nach unterschiedlichen Darstellungen wegen einer Reifenpanne oder weil ihm beim Radwechsel ein zu großes Fahrrad gereicht wurde. Vermeire kam bis auf 10 Sekunden an ihn heran, hatte dann jedoch seine Kräfte erschöpft und fiel wieder zurück. Im Kampf um den dritten Platz setzte sich Ekkehard Teichreber knapp gegen Červínek durch; für Teichreber war es die dritte Bronzemedaille bei Weltmeisterschaften.

Bei den Profis war Belgien trotz seiner seit 1968 währenden Vorherrschaft nicht mehr favorisiert. Roger De Vlaeminck verteidigte seinen Titel aus dem Vorjahr nicht, unter anderem, um sich auf die Straßensaison vorzubereiten; der belgische Verband belegte ihn mit einer Geldbuße.[5] Sein Bruder Erik hatte wegen persönlicher Probleme die Saison gar nicht bestritten, und Albert Van Damme hatte gar seinen Rücktritt verkündet, weil er nur als Ersatzfahrer aufgestellt worden war.[6] Als größter Titelanwärter unter den 29 Fahrern aus 8 Ländern galt der Schweizer Albert Zweifel. In der Anfangsphase zeigte sich André Wilhelm besonders aktiv und initiierte ein Spitzentrio zusammen mit Zweifel und Peter Frischknecht. Nach der zweiten Passage der Ziellinie attackierte Zweifel, baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus und gewann als erster Schweizer den Weltmeistertitel. Im weiteren Verlauf konnte auch Frischknecht Wilhelm abhängen, so dass es gar zu einem Schweizer Doppelsieg kam. Van Damme war unerwartet doch zum Rennen gekommen und auch eingesetzt worden, kam aber nur auf den neunten Platz.

Ergebnisse

Weitere Informationen Platz, Name ...
Profis
Platz Name Zeit (h)
1Schweiz Albert Zweifel1:07:30
2Schweiz Peter Frischknecht+ 1:30
3Frankreich André Wilhelm+ 2:33
4Frankreich Cyrille Guimard+ 3:11
5Belgien Marc De Block+ 3:50
6Belgien Eric Desruelle+ 4:06
7Schweiz Hermann Gretener+ 4:30
8Niederlande Gerrit Scheffer+ 4:36
9Belgien Albert Van Damme+ 4:58
10Niederlande Gertie Wildeboer+ 5:39
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Weitere Informationen Platz, Name ...
Amateure
Platz Name Zeit (h)
1Deutschland Klaus-Peter Thaler1:07:01
2Belgien Robert Vermeire+ 0:50
3Deutschland Ekkehard Teichreber+ 1:28
4Tschechoslowakei Vojtěch Červínek+ 1:30
5Italien Franco Vagneur+ 2:12
6Schweiz Willi Lienhard+ 2:50
7Tschechoslowakei Miloš Fišera+ 3:01
8Frankreich Jean-Yves Plaisance+ 3:10
9Niederlande Wil Brouwers+ 3:12
10Niederlande Hennie Stamsnijder+ 3:48
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Einzelnachweise

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