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Cyclocross-Weltmeisterschaften 2026

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Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 2026 fanden vom 30. Januar bis 1. Februar 2026 in Hulst in der niederländischen Provinz Zeeland statt. Sie wurden dort zum ersten Mal ausgetragen. Lucinda Brand wurde zum zweiten Mal Weltmeisterin der Frauen, Mathieu van der Poel gewann seinen achten Titel bei den Männern.

Ablauf

Zuschauer rund um die Stadsmolen

Hulst, wo seit 2017 der Vestingcross ausgerichtet wird, fasste 2021 den Entschluss, für die Ausrichtung der Weltmeisterschaften 2026 zu kandidieren, und erhielt vom Radsport-Weltverband UCI gegenüber Rom den Vorzug.[1][2] Da das nahe der Altstadt befindliche Gelände des Vestingcross für die erwarteten Zuschauerzahlen nicht ausreichte, sollten die Wettkämpfe ursprünglich außerhalb der Stadt auf dem Perkpolder stattfinden, was von den Behörden aus Naturschutzgründen verweigert wurde.[3] Die Organisatoren griffen daher doch auf den Stadtparcours zurück, dessen Gelände erweitert wurde. Die Strecke verlief rund um den nördlichen Teil der Stadtbefestigung und die anliegenden Wassergräben, die an mehreren Stellen mit Pontonbrücken überquert wurden. Zweimal pro Runde ging es direkt die Flanken der Bastionen hinauf und ebenso direkt wieder herunter. Start und Ziel befanden sich auf dem Glacisweg. Der Rundkurs, der je nach Kategorie unterschiedlich oft durchlaufen wurde, hatte eine Länge von 3,25 km, davon gut 70 % auf unbefestigtem Untergrund.[4]

Die Meisterschaften umfassten wie im Vorjahr sieben Wettbewerbe: Elite, U23 und Junioren jeweils für Männer und Frauen sowie die Mixed-Staffel. Der Zeitplan war wie folgt:

  • Freitag, 30. Januar: Mixed-Staffel (13:30)
  • Samstag, 31. Januar: Juniorinnen (11:00), Männer U23 (13:00), Frauen Elite (15:00)
  • Sonntag, 1. Februar: Junioren (11:00), Frauen U23 (13:00), Männer Elite (15:00)

Auf der Meldeliste standen 260 Fahrer aus 27 Nationen.[5] Die belgische und die luxemburgische Mannschaft, die sich dasselbe Hotel teilten, wurden durch eine Krankheitswelle dezimiert.[6] Am zweiten Tag verfolgten 40.000 Zuschauer vor Ort die Wettkämpfe, und das Männer-Elite-Rennen hatte in den Niederlanden mehr Fernsehzuschauer als das Fußballspiel des Tages. Die Organisatoren beschlossen angesichts dieses Zuspruchs, eine erneute WM-Kandidatur für 2031 oder 2032 einzureichen.[7][8]

Ergebnisse

Mixed-Staffel

Weitere Informationen Platz, Land ...
Platz Land Fahrer Fahrerinnen Zeit (min)
1 Niederlande Niederlande Tibor Del Grosso
Guus van den Eijnden
Delano Heeren
Shirin van Anrooij
Leonie Bentveld
Isis Versluis
47:06
2 Italien Italien Filippo Fontana
Stefano Viezzi
Filippo Grigolini
Sara Casasola
Elisa Ferri
Giorgia Pellizotti
+ 0:16
3 Belgien Belgien Niels Vandeputte
Kay De Bruyckere
Jari Van Lee
Julie Brouwers
Fleur Moors
Zita Peeters
+ 0:37
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Es nahmen 13 Mannschaften teil, was einen neuen Rekord für diesen Wettbewerb bedeutete; insbesondere beteiligten sich die Niederlande erstmals seit drei Jahren wieder. Die Gastgeber lagen zusammen mit Italien das ganze Rennen über in den vorderen Rängen; auf den letzten beiden Runden sicherten Shirin van Anrooij und Tibor Del Grosso den Heimsieg ab. Belgien, Großbritannien und Frankreich waren jeweils mit einer Nachwuchsfahrerin gestartet, hatten sich allmählich nach vorne gearbeitet und lagen eingangs der Schlussrunde gleichauf. Als Schlussfahrer machte Niels Vandeputte die Bronzemedaille für Belgien klar vor Großbritannien und Frankreich. Auf den weiteren Plätzen landeten Tschechien, Spanien, Kanada, die Slowakei, Luxemburg, die Vereinigten Staaten, Japan und Dänemark.[9]

Juniorinnen

Szene aus dem Rennen der Juniorinnen
Weitere Informationen Platz, Name ...
Platz Name Zeit (min)
1Tschechien Barbora Bukovská44:55
2FrankreichFrankreich Lise Revol+ 0:15
3Tschechien Lucie Grohová+ 0:35
4ItalienItalien Giorgia Pellizotti+ 0:44
5Schweiz Shana Huber+ 0:48
6NiederlandeNiederlande Nynke Jochems+ 1:09
7FrankreichFrankreich Zélie Lambert+ 1:43
8GroßbritannienBritish Cycling Zoe Roche+ 1:52
9Kanada Alexa Haviland+ 1:54
10FrankreichFrankreich Laly Pichon+ 2:00
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Die Juniorinnen eröffneten den zweiten Tag. Isis Versluis, die größte niederländische Hoffnung in dieser Kategorie, konnte nicht antreten, da sie sich bei der Staffel am Vortag den Finger gebrochen hatte.[10] Das Rennen ging über fünf Runden.

Titelverteidigerin und Weltcupsiegerin Lise Revol übernahm vom Start weg die Führung. Nach der ersten Runde lag sie zehn Sekunden vor einer dreiköpfigen Verfolgergruppe und eine halbe Minute vor einer weiteren Gruppe mit Europameisterin Barbora Bukovská und deren Landsfrau Lucie Grohová, die beide keinen guten Start erwischt hatten.

In der Folge begannen die beiden Tschechinnen unabhängig voneinander eine Aufholjagd. Beim letzten Zieldurchgang holte Bukovská Revol ein, während Grohová, inzwischen Dritte, heftig stürzte, als sie sich in der Bande verfing; sie kam jedoch mit dem Schrecken davon. In der letzten Runde setzte sich Bukovská an die Spitze und distanzierte Revol noch deutlich. Ihr Sieg bedeutete die erste Goldmedaille für Tschechien seit 2014; Grohová wurde hinter Revol Dritte.[11][12]

Männer U23

Anstieg zu einer Bastion bei den Männern U23
Weitere Informationen Platz, Name ...
Platz Name Zeit (min)
1Belgien Aaron Dockx53:11
2Frankreich Aubin Sparfel+ 0:19
3NiederlandeNiederlande Keije Solen+ 0:22
4NiederlandeNiederlande Guus van den Eijnden+ 0:23
5Belgien Arthur Van Den Boer+ 0:30
6Ungarn Barnabás Vas+ 0:36
7SpanienSpanien Raúl Mira+ 0:37
8Frankreich Léo Bisiauxgl. Zeit
9GroßbritannienBritish Cycling Oscar Amey+ 0:51
10FrankreichFrankreich Jules Simon+ 1:09
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47 Fahrer gingen an den Start des Rennens über sieben Runden. Nicht dabei war Europameister Mattia Agostinacchio wegen einer Viruserkrankung. Sein Landsmann Stefano Viezzi, Vierter des Vorjahrs, wurde noch in der ersten Runde wegen eines irregulären Fahrradwechsels disqualifiziert.

Aubin Sparfel attackierte in der zweiten Runde, wurde aber zu Beginn der fünften durch Aaron Dockx eingeholt, während Sparfel ein Reifenproblem hatte. Dockx verteidigte seinen Vorsprung bis ins Ziel und wurde Weltmeister. Der Kampf um die Bronzemedaille fand zwischen Keije Solen, Guus van den Eijnden, Arthur Van Den Boer und dem Franzosen Romain Debord statt, wobei letzterer kurz vor Schluss durch einen Kettendefekt seine Chancen einbüßte; Solen setzte sich vor den anderen durch. Der Weltcupsieger David Haverdings kam auf den 14. Platz.[13]

Frauen Elite

Zweikampf zwischen Lucinda Brand und Ceylin del Carmen Alvarado
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Platz Name Zeit (min)
1Niederlande Lucinda Brand49:16
2Niederlande Ceylin del Carmen Alvarado+ 0:27
3Niederlande Puck Pieterse+ 0:51
4Ungarn Kata Blanka Vas+ 0:56
5Frankreich Amandine Fouquenet+ 0:58
6Schweiz Jolanda Neff+ 1:02
7Vereinigtes Konigreich Zoe Bäckstedt+ 1:05
8Niederlande Manon Bakker+ 1:11
9Niederlande Shirin van Anrooij+ 1:20
10Luxemburg Marie Schreiber+ 1:37
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Bei den Frauen gab es 30 Starterinnen. Nicht dabei waren die Vorjahressiegerin Fem van Empel, die die Saison vorzeitig abgebrochen hatte,[14] und die achtfache Weltmeisterin Marianne Vos.[15]

Nach zwei von sechs Runden führte ein niederländisches Trio aus Weltcupsiegerin Lucinda Brand, Ex-Weltmeisterin Ceylin del Carmen Alvarado und Puck Pieterse. In der dritte Runde erhöhte Brand das Tempo; Pieterse stürzte und fiel zu einer Verfolgergruppe zurück. Auch Alvarado musste eine Lücke lassen, konnte sie jedoch schließen, als Brand in der folgenden Runde einen Fehler machte. In der fünften Runde attackierte Brand erneut und ließ Alvarado hinter sich. Sie wurde zum zweiten Mal Weltmeisterin und gewann ihre neunte WM-Medaille in Folge.

Hinter Alvarado focht eine größere Gruppe die Bronzemedaille aus. Eingangs der fünften Runde büßten Kristýna Zemanová und Marion Norbert-Riberolle ihre Position in der Gruppe ein, als sie gemeinsam zu Boden gingen. Norbert-Riberolle wurde handgreiflich, und die Jury hatte bereits ihre Disqualifikation ausgesprochen, als sie zusammensackte, wie sich später herausstellte, wegen einer Gehirnerschütterung. Aus dem Rest der Gruppe setzte sich Pieterse vor Kata Blanka Vas durch.[16][17]

Junioren

Begegnung auf der doppelten Pontonbrücke im Juniorenrennen
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Platz Name Zeit (min)
1NiederlandeNiederlande Delano Heeren40:15
2ItalienItalien Filippo Grigolini+ 0:09
3Belgien Giel Lejeune+ 0:10
4SpanienSpanien Benjamin Noval+ 0:15
5FrankreichFrankreich Soen Le Pann+ 0:43
6FrankreichFrankreich Soren Bruyère-Joumard+ 1:04
7NiederlandeNiederlande Noël Goijert+ 1:09
8ItalienItalien Patrik Pezzo Rosola+ 1:16
9SpanienSpanien Raúl López Sainz+ 1:22
10ItalienItalien Francesco Dell’Olio+ 1:26
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Über Nacht war etwas Regen gefallen, der den Boden aufgeweicht hatte. Insbesondere die zwei steilen Abfahrten wurden nun deutlich technischer. Das Rennen der Junioren ging mit 61 Fahrern vonstatten und ging über fünf Runden.

Zu Beginn der zweiten Runde attackierte Europameister Filippo Grigolini aus einer größeren Spitzengruppe heraus. Seine nächsten Verfolger waren Giel Lejeune und Delano Heeren, die in der vorletzten Runde die Plätze tauschten. Eingangs der Schlussrunde betrug Grigolinis Vorsprung 15 Sekunden, doch büßte er diesen durch zwei Stürze ein und hatte Heerens Schlussoffensive nichts mehr entgegenzusetzen. Heeren wurde vor Heimpublikum etwas überraschend Weltmeister, Grigolini konnte seinen zweiten Platz gerade noch vor Lejeune verteidigen. Benjamin Noval war nach schwachem Start eine starke zweite Rennhälte gefahren, kam für die Medaillenverteilung jedoch zu spät.[18]

Frauen U23

Szene aus dem U23-Rennen, Chladoňová vor Gery, Bentveld und Moors
Weitere Informationen Platz, Name ...
Platz Name Zeit (min)
1Niederlande Leonie Bentveld43:08
2Slowakei Viktória Chladoňová+ 0:11
3Frankreich Célia Gery+ 0:57
4Belgien Fleur Moors+ 1:14
5FrankreichFrankreich Amandine Muller+ 1:20
6Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vida Lopez de San Roman+ 1:23
7Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Alyssa Sarkisov+ 1:50
8Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lidia Cusack+ 2:01
9FrankreichFrankreich Lison Desprez+ 2:04
10ItalienItalien Elisa Ferri+ 2:07
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30 Fahrerinnen gingen an den Start, es wurden fünf Runden gefahren. Die Siegerin des Vorjahrs, Zoe Bäckstedt, hatte sich gegen einen weiteren Start in der U23 entschieden und war vorzeitig in die Elite aufgerückt.[19] Vom Start weg bildete sich ein Spitzentrio aus Weltcupsiegerin und Europameisterin Leonie Bentveld sowie Célia Gery und Fleur Moors, zu denen am Ende der ersten Runde noch Viktória Chladoňová stieß. Letztere attackierte in der zweiten Runde; Moors verlor schnell den Anschluss, Gery ebenfalls nach einem Sturz. In der vierten Runde holte Bentveld Chladoňová wieder ein, und die beiden machten den Titel unter sich aus. Bentveld konnte sich immer wieder durch bessere Abfahrtstechnik Vorteile verschaffen und distanzierte ihre Konkurrentin schließlich ein wenig, um vor Heimpublikum zu gewinnen.[20]

Männer Elite

Mathieu van der Poel, vorn im Bild, auf dem Weg zum WM-Sieg
Weitere Informationen Platz, Name ...
Platz Name Zeit (h)
1Niederlande Mathieu van der Poel1:00:25
2Niederlande Tibor Del Grosso+ 0:35
3Belgien Thibau Nys+ 0:46
4Niederlande Joris Nieuwenhuis+ 0:55
5Italien Filippo Fontanagl. Zeit
6Belgien Gerben Kuypers+ 0:58
7Spanien Felipe Orts+ 1:04
8Belgien Toon Aertsgl. Zeit
9Belgien Jente Michelsgl. Zeit
10Belgien Michael Vanthourenhout+ 1:35
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Als haushoher Favorit unter den 38 Fahrern galt Titelverteidiger Mathieu van der Poel, der seit zwei Jahren kein Crossrennen mehr verloren hatte. Der dreifache Weltmeister Wout van Aert stand wegen einer Verletzung nicht am Start.[21] Das Rennen ging über acht Runden und wurde von leichtem Regen begleitet, der sich zum Ende hin verstärkte.

Van der Poel wurde seiner Rolle gerecht, distanzierte bereits zu Beginn der zweiten Runde seine letzten Rivalen in Person von Thibau Nys und Tibor Del Grosso, und siegte überlegen. Der Kampf zwischen den letzteren Fahrern blieb offen, bis Nys am letzten steilen Anstieg stockte und Del Grosso Silber überließ. Der Rest des Felds konnte zu keinem Zeitpunkt in den Medaillenkampf eingreifen.[22]

Van der Poel gewann seinen achten Weltmeistertitel, womit er den über 50 Jahre alten Rekord Erik De Vlaemincks überbot und zum alleinigen Rekordweltmeister aufstieg. Zu diesem Anlass überreichten ihm der niederländische König Willem-Alexander und UCI-Präsident David Lappartient eine spezielle Ausgabe des Regenbogentrikots.[23]

Medaillenspiegel

Weitere Informationen Platz, Land ...
Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1Niederlande Niederlande5229
2Belgien Belgien1034
3Tschechien Tschechien1012
4Frankreich Frankreich0213
5Italien Italien0202
6Slowakei Slowakei0101
Gesamt77721
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Commons: Cyclocross-Weltmeisterschaften 2026 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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