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Cyclocross-Weltmeisterschaften 2015

66. Weltmeisterschaften in einer Radsportdisziplin From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 2015 fanden am 31. Januar und 1. Februar im tschechischen Tábor statt. Es war nach 2001 und 2010 das dritte Mal, dass die Weltmeisterschaften dort zu Gast waren.

Ablauf

Die Union Cycliste Internationale hatte die Veranstaltung drei Jahre zuvor an Tábor vergeben, dessen Bewerbung sich gegen die aus Hoogerheide durchsetzte.[1] Die Wettkämpfe fanden auf dem Gelände des Cyklokros Tábor statt, der etwa 3,1 km lange Rundkurs war weitgehend identisch zu dem von 2010. Wie im Vorjahr eröffneten die Junioren am ersten Tag die Wettkämpfe, gefolgt von den Frauen; am zweiten Tag traten zunächst die U23-Fahrer an und zum Abschluss die Männer.[2] Junioren und Frauen fuhren je fünf Runden, die U23-Fahrer derer sechs und die Männer acht.

Es beteiligten sich 231 Fahrer aus 24 Nationen,[3] erstmals war Argentinien vertreten. Zwei Wochen vor den Wettkämpfen strich der belgische Verband mehrere Fahrer aus seinem Aufgebot wegen des Verdachts, sich unerlaubten Ozonbehandlungen unterzogen zu haben. Nach einer erfolgreichen Beschwerde vor Gericht wurde der Verband angewiesen, die Fahrer wieder einzusetzen.[4] Später ließ der belgische Verband die Vorwürfe fallen.[5]

Ergebnisse

Junioren

Weitere Informationen Platz, Name ...
Platz Name Zeit (min)
1Danemark Simon Andreassen42:24
2Belgien Eli Iserbyt+ 0:40
3NiederlandeNiederlande Max Gulickx+ 0:41
4Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Gage Hecht+ 0:44
5NiederlandeNiederlande Thijs Wolsink+ 1:10
6ItalienItalien Stefano Sala+ 1:27
—NiederlandeNiederlande Maik van der Heijden+ 1:29
7ItalienItalien Jakob Dorigoni+ 1:30
8Frankreich Eddy Finé+ 1:34
9Belgien Jarne Driesen+ 1:53
10NiederlandeNiederlande Roel van der Stegen+ 1:58
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Am ersten Tag um 11 Uhr gingen 75 Teilnehmer an den Start. Bei leichten Minusgraden war der Boden hartgefroren. Eli Iserbyt hatte in der Saison fast alle seine Rennen gewonnen, hier aber die Bodenbedingungen falsch eingeschätzt und sich bei der Reifenwahl vertan. In der zweiten Runde musste er Simon Andreassen ziehen lassen, der in der Folge souverän siegte, nachdem er schon bei der Mountainbike-WM 2014 gewonnen hatte. Um die verbliebenen Medaillen kämpfte Iserbyt mit Max Gulickx und Gage Hecht. Letzterer rutschte eingangs der Zielgeraden aus dem Klickpedal und ging leer aus. Der ursprünglich als Siebter ins Ziel gekommene Maik van der Heijden wurde nachträglich disqualifiziert, weil er im Materialposten längere Zeit ohne Fahrrad gelaufen war.[6][7]

Frauen

Weitere Informationen Platz, Name ...
Platz Name Zeit (min)
1Frankreich Pauline Ferrand-Prévot49:10
2Belgien Sanne Cant+ 0:01
3Niederlande Marianne Vos+ 0:15
4Großbritannien Nikki Harris+ 0:21
5Tschechien Kateřina Nash+ 0:36
6Frankreich Lucie Chainel-Lefèvre+ 0:56
7Großbritannien Helen Wyman+ 1:21
8Belgien Ellen Van Loy+ 1:35
9Luxemburg Christine Majerus+ 1:54
10Niederlande Sophie de Boer+ 1:56
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Das Rennen der Frauen ging am 31. Januar ab 14 Uhr mit 46 Fahrerinnen vonstatten. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Schneegestöber war es glatt, und nicht wenige Fahrerinnen rutschten aus. Ein Sturz gleich zu Beginn machte die Chancen der Vorjahreszweiten Eva Lechner zunichte. Die amtierende Straßen-Weltmeisterin Pauline Ferrand-Prévot setzte sich in der dritten Runde aus einer Spitzengruppe ab, in der folgenden Runde holte Europameisterin und Weltcupsiegerin Sanne Cant sie ein. Beim letzten Zieldurchgang hatten die beiden wenige Sekunden Vorsprung vor Kateřina Nash, Nikki Harris und der Titelverteidigerin Marianne Vos, die mit den Folgen eines Muskelfaserrisses zu kämpfen hatte.[8]

Die Verfolgerinnen konnten die Lücke in der Schlussrunde nicht mehr schließen, und Ferrand-Prévot gewann den Zielsprint vor Cant. Nash ging während der letzten Runde zweimal zu Boden, Vos holte die Bronzemedaille vor Harris, ihre seit 2009 währende Siegesserie ging somit zu Ende.[9]

U23

Weitere Informationen Platz, Name ...
Platz Name Zeit (min)
1Belgien Michael Vanthourenhout49:55
2Belgien Laurens Sweeck+ 0:10
3NiederlandeNiederlande Stan Godrie+ 0:14
4Frankreich Clément Venturini+ 0:24
5Niederlande Joris Nieuwenhuis+ 0:31
6Belgien Toon Aerts+ 0:45
7Tschechien Jakub Skála+ 1:06
8Belgien Diether Sweeck+ 1:14
9Belgien Quinten Hermansgl. Zeit
10Italien Gioele Bertolinigl. Zeit
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Am Vormittag des zweiten Tags war es sonnig; der Boden war zu Beginn des Rennens um 11 Uhr noch hartgefroren, taute aber allmählich auf. Das Rennen fand ohne Mathieu van der Poel und Wout van Aert statt, die auf einen weiteren Start in der U23 zugunsten der Elite verzichtet hatten.

Das Fahrerfeld zog sich allmählich auseinander. Als Weltcupsieger Michael Vanthourenhout gegen Ende der dritte Runde attackierte, lagen quasi alle Fahrer einzeln für sich im Rennen; hinter Vanthourenhout folgten Laurens Sweeck, Stan Godrie und Clément Venturini. Bei diesen Platzierungen blieb es auch bis zum Ende.[10]

Männer

Weitere Informationen Platz, Name ...
Platz Name Zeit (h)
1Niederlande Mathieu van der Poel1:09:12
2Belgien Wout van Aert+ 0:15
3Niederlande Lars van der Haar+ 0:17
4Belgien Kevin Pauwels+ 1:06
5Belgien Klaas Vantornout+ 1:12
6Belgien Tom Meeusen+ 1:17
7Belgien Gianni Vermeersch+ 2:26
8Deutschland Marcel Meisen+ 2:37
9Deutschland Philipp Walsleben+ 2:43
10Italien Marco Aurelio Fontana+ 2:54
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Im Elite-Rennen fehlten zwei bedeutende Fahrer: Vorjahressieger Zdeněk Štybar konnte wegen einer im Herbst erlittenen Verletzung seinen Titel nicht vor Heimpublikum verteidigen,[11] und der Ex-Weltmeister Niels Albert hatte seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen abrupt beenden müssen.[12] Mit Mathieu van der Poel und Wout van Aert hatten sich zwei junge Fahrer entschieden, vorzeitig von der U23 in die Elite aufzurücken. Beide hatten während der Saison bereits Siege im Weltcup der Elite erzielt.[13]

Die oberste Bodenschicht war seit dem U23-Rennen weiter aufgetaut, doch darunter blieb es glatt. Van der Poel übernahm bald nach Beginn die Führung, zunächst gefolgt von van Aert, bevor letzterer durch Stürze und technische Probleme um fast eine Minute zurückfiel. Van der Poel lag während der ersten Rennhälfte 10 bis 15 Sekunden vor seinem Landsmann Lars van der Haar und dem Belgier Kevin Pauwels, wobei van der Haar die Verfolgung nicht unterstützte. Als Pauwels in der fünften Runde schwächer wurde, hängte sein Begleiter ihn ab und kam beinahe an van der Poel heran. Letzterer stabilisierte jedoch den Vorsprung und gewann, kurz nach seinem 20. Geburtstag, als jüngster Fahrer der WM-Geschichte den Titel, 19 Jahre nach seinem Vater Adrie. Van Aert holte van der Haar kurz vor Schluss noch ein und holte Silber. Der Vizeweltmeister des Vorjahrs, Sven Nys, konnte nicht ins Geschehen eingreifen und kam auf Rang 17.[14][15]

Die Ergebnisse der WM markierten einen Generationswechsel. Alberts Karriere war vorüber, Štybar widmete sich fortan dem Straßenrennen, und Nys war bereits 38. Van der Poel und van Aert sollten auch in den kommenden Jahren den Sport beherrschen.

Einzelnachweise

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