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Cyclocross-Weltmeisterschaften 1986

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Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1986 wurden am 25. und 26. Januar in Lembeek, einem Ortsteil der belgischen Stadt Halle, ausgetragen.

Ablauf

Auf die Überlegungen des belgischen Verbands, die WM 1986 auszurichten, antworteten acht Klubs mit einem Gebot, die höchsten davon kamen mit 6 Mio. Franken von De Lustige Pedaalridders aus Lembeek und mit geringfügig weniger von den Novavrienden aus Asper.[1] Allerdings gab es auch Interessenten aus anderen Ländern,[2] Im Sommer gab der Amateurverband FIAC der spanischen Bewerbung den Vorzug, der Profiverband FICP der belgischen.[3] Daraufhin musste der übergeordnete Weltverband UCI entscheiden, der im November 1984 Belgien den Zuschlag gab[4] und sich nach Inspektion der Strecken auf den Parcours in Asper festlegte.[5] Als Asper mit den benötigten Bankgarantien in Verzug geriet, erhielt zuletzt doch Lembeek die Veranstaltungsrechte.[6] Da die Cyclocross-Saison um einen Monat verkürzt wurde, fiel der Termin nunmehr in den Januar.[7]

Der Parcours mit seinem hohen Laufanteil war sehr umstritten. Tagelange Regenfälle hatten den Boden aufgeweicht, dazu hatte einer der Grundbesitzer, ein Bauer, kurz zuvor sein Feld gepflügt. Der Vorsitzende der UCI-Kommission, die den Parcours inspizieren sollte, blieb im Matsch stecken und gab der Strecke auf Fernsicht seine Zustimmung. Titelverteidiger Klaus-Peter Thaler befand diese für WM-unwürdig und reiste wieder ab.[8] Vom 2.700 m langen Rundkurs musste letztlich mehr als die Hälfte gelaufen werden.[9]

Der erste Tag der Wettkämpfe war dem Amateurrennen gewidmet. Bereits nach der zweiten von sieben Runden führte Vito Di Tano das Feld an. Wie schon 1979 profitierte er bei den gegebenen Bodenverhältnissen von seiner läuferischen Überlegenheit und gewann seinen zweiten Titel mit über einer Minute Vorsprung. Die Sieger der letzten drei Jahre, Radomír Šimůnek und Mike Kluge, kamen wesentlich schlechter zurecht und landeten auf den Plätzen 14 und 15.

Am zweiten Tag starteten zunächst die Junioren. Es gewann Stuart Marshall, der damit die erste britische Goldmedaille der WM-Geschichte holte. Er war mit Geburtsjahrgang 1967 gut elf Monate älter als seine Kontrahenten und dennoch vom britischen Vorsitzenden der Wettkampfjury zugelassen worden.[10][11] Mehrere Fahrer kamen durch Regen und Matsch völlig unterkühlt ins Ziel.

Zu Beginn des Profirennens über acht Runden bildeten die Ex-Weltmeister Roland Liboton, Hennie Stamsnijder und Albert Zweifel sowie der erst 21-jährige Pascal Richard eine Spitzengruppe. Liboton, der wie Thaler den Parcours stark kritisiert hatte, stieg in der zweiten Runde aus. Stamsnijder litt unter Krämpfen und musste in der sechsten Runde die beiden Schweizer ziehen lassen. In der letzten Runde konnte Zweifel seinen jüngeren Begleiter distanzieren. Er holte damit im Alter von 36 Jahren seinen fünften Titel; wie auch Vito Di Tano hatte er zuletzt 1979 unter ähnlichen Umständen gewonnen. Robert Vermeire, der in den 1970er Jahren fünfmal als Amateur Weltmeister geworden war, beendete mit einem 10. Platz seine Karriere; er war seit 1968 jede WM gefahren.

Ergebnisse

Weitere Informationen Platz, Name ...
Profis
Platz Name Zeit (h)
1Schweiz Albert Zweifel1:16:33
2Schweiz Pascal Richard+ 0:38
3Niederlande Hennie Stamsnijder+ 1:15
4Niederlande Reinier Groenendaal+ 3:11
5Frankreich Martial Gayant+ 3:44
6Belgien Paul De Brauwer+ 4:10
7Schweiz Beat Breu+ 4:29
8Niederlande Frank van Bakel+ 5:16
9Frankreich Patrice Thévenard+ 5:26
10Belgien Robert Vermeire+ 5:36
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Amateure
Platz Name Zeit (h)
1Italien Vito Di Tano1:08:30
2Belgien Ivan Messelis+ 1:19
3Belgien Ludo De Rey+ 1:36
4Schweiz Hans-Rüdi Büchi+ 2:01
5Italien Damiano Grego+ 2:12
6Frankreich Alain Daniel+ 2:25
7Belgien Dirk Pauwelsgl. Zeit
8Tschechoslowakei Petr Klouček+ 2:37
9Tschechoslowakei Peter Hric+ 2:38
10Niederlande Huub Koolsgl. Zeit
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Junioren
Platz Name Zeit (min)
1GroßbritannienBritish Cycling Stuart Marshall52:05
2Schweiz Beat Brechbühl+ 0:17
3Niederlande Wim de Vos+ 0:24
4NiederlandeNiederlande Rudy Nagengastgl. Zeit
5Schweiz Markus Meier+ 0:33
6Belgien Marc Janssensgl. Zeit
7Tschechoslowakei Kamil Polákgl. Zeit
8Tschechoslowakei Pavel Camrda+ 0:37
9Deutschland Jens Schwedler+ 1:02
10Tschechoslowakei Tomáš Port+ 1:14
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Einzelnachweise

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