Cyclocross-Weltmeisterschaften 2025
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Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 2025 wurden vom 31. Januar bis 2. Februar im nordfranzösischen Liévin ausgetragen. Es waren die ersten Cyclocross-Weltmeisterschaften in dieser Stadt. In der Elite verteidigten Mathieu van der Poel und Fem van Empel ihre Titel. Van der Poel errang seinen insgesamt siebten Weltmeistertitel, womit er den Rekord Erik De Vlaemincks einstellte; für van Empel war es der dritte Titel in Folge.
Ablauf

Der französische Radsportverband FFC beabsichtigte ursprünglich, die Weltmeisterschaften schon 2024 auszurichten. Daraufhin meldeten neben Liévin auch Nommay und Besançon aus der Franche-Comté Interesse an. Alle drei Orte waren als Cyclocross-Veranstalter bekannt, allerdings war der Cyclocross Liévin seit 2012 nicht mehr aktiv gewesen. Dennoch entschied sich die FFC im September 2019 für Liévin. Ausschlaggebend war die Nähe zu Belgien und den Niederlanden, wo Cyclocross sehr populär ist.[1] Zu den örtlichen Organisatoren gehörte der ehemalige französische Meister John Gadret.[2] Als die Kandidatur Anfang 2020 dem Radsport-Weltverband UCI vorgelegt wurde, entschied sich dieser allerdings für das Angebot aus dem tschechischen Tábor. Frankreich erhielt zwar den Zuschlag für 2025, musste aber erst einen Veranstalter für den neuen Termin suchen.[3] Im Herbst 2020 wurde dann Liévin als Veranstalter für 2025 bestätigt.[4]
Der Parcours lag im Val de Souchez genannten Park am Stadtrand, Start und Ziel waren auf der Rue du Percot. Die Länge des Rundkurses bemaß sich auf 3.000 m, drei Viertel davon auf Wiesen. Es gab keine größeren Höhenunterschiede, die Steigungen beliefen sich auf 20 m pro Runde.[5] Wie in den Vorjahren wurden sechs Rennen in den Kategorien Elite, Unter 23 und Junior ausgetragen, jeweils bei Männern und Frauen, und zusätzlich eine Mixed-Staffel.
- Freitag, 31. Januar: Mixed-Staffel (12:30)
- Sonnabend, 1. Februar: Juniorinnen (11:00), Männer U23 (13:00), Frauen Elite (15:00)
- Sonntag, 2. Februar: Junioren (11:00), Frauen U23 (13:00), Männer Elite (15:00)
Gemeldet waren 291 Fahrerinnen und Fahrer aus 25 nationalen Verbänden.[6] Das Wetter war sonnig, wobei der Boden morgens noch hartgefroren war, dann im Laufe des Tages aufweichte und den Parcours schwieriger machte.[7] Dadurch wiesen die Junioren-Rennen jeweils eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit als die der Elite auf. Nach Angaben der Organisatoren wurden die Titelkämpfe über die drei Tage von 50.000 Zuschauern besucht, davon 35.000 allein am Sonntag.[8]
Ergebnisse
Mixed-Staffel

| Platz | Land | Fahrer | Fahrerinnen | Zeit (min) |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Thomas Mein Oscar Amey Milo Wills |
Zoe Bäckstedt Cat Ferguson Zoe Roche |
50:03 | |
| 2 | Gioele Bertolini Stefano Viezzi Mattia Agostinacchio |
Sara Casasola Lucia Bramati Giorgia Pellizotti |
+ 0:02 | |
| 3 | Joshua Dubau Jules Simon Florian Fery |
Hélène Clauzel Célia Gery Zélie Lambert |
+ 0:05 |
Es nahmen 10 Mannschaften teil, außer den Medaillengewinner noch die Vereinigten Staaten, Tschechien, Belgien, Kanada, Spanien, Japan, und Rumänien. Mannschaften aus deutschsprachigen Ländern waren nicht am Start, auch die Niederlande enthielten sich erneut.[9]
Großbritannien begann als einzige Mannschaft mit einer Frau in Person von Zoe Bäckstedt, die die Runde als Neunte beendete. Da ihre Zeit aber die schnellste aller Frauen sein sollte, hatte sie eine gute Grundlage für die folgende Aufholjagd gelegt, die Thomas Mein auf der letzten Runde vollendete. Die Vereinigten Staaten führten vor der letzten Runde noch das Rennen an und verpassten mit acht Sekunden Rückstand knapp das Podium. Die übrigen Mannschaften waren weit abgeschlagen, insbesondere wurde der sechste Rang Belgiens als Enttäuschung gewertet.[10]
Juniorinnen

| Platz | Name | Zeit (min) |
|---|---|---|
| 1 | 45:25 | |
| 2 | + 0:11 | |
| 3 | + 1:43 | |
| 4 | + 1:53 | |
| 5 | gl. Zeit | |
| 6 | + 2:27 | |
| 7 | gl. Zeit | |
| 8 | + 2:31 | |
| 9 | + 2:35 | |
| 10 | + 2:56 |
Es gab 42 Fahrerinnen aus 15 Nationen, das Rennen ging über fünf Runden. Lise Revol gewann in der ersten Runde einen Vorsprung von 20 Sekunden auf den Rest des Felds. Barbora Bukovská, die einen schlechten Start erwischt hatte, konnte nach langer Aufholjagd zu Revol aufschließen; die übrigen Fahrerinnen waren zu diesem Zeitpunkt schon weit abgeschlagen. In der vierten Runde wähnte sich Bukovská als Siegerin eines Zielsprints, wurde aber von der Glocke eines Besseren belehrt. Am Ende der Schlussrunde erwies sich Revol als die stärkere. Sie gewann den Titel bereits in ihrem ersten Juniorinnen-Jahr, was eine Premiere darstellte. Den Kampf um die Bronzemedaille entschied Weltcup-Siegerin Rafaëlle Carrier im Streit gegen zwei andere Fahrerinnen für sich.[11]
Männer U23

| Platz | Name | Zeit (min) |
|---|---|---|
| 1 | 56:26 | |
| 2 | + 0:56 | |
| 3 | + 1:05 | |
| 4 | + 1:32 | |
| 5 | + 2:10 | |
| 6 | + 2:29 | |
| 7 | + 2:34 | |
| 8 | + 2:35 | |
| 9 | gl. Zeit | |
| 10 | + 2:46 |
Es gab 49 Fahrer aus 17 Nationen, das Rennen ging über sieben Runden. Der Titelverteidiger und ungeschlagene U23-Weltcupsieger Tibor Del Grosso nahm schon in der ersten Runde Abstand von seinen Konkurrenten und fuhr einen überlegenen Sieg heraus. Auf den Plätzen zwei und drei lagen lange Zeit der U23-Europameister Jente Michels und der Junioren-Weltmeister des Vorjahres Stefano Viezzi. Auf den letzten beiden Runden wurden sie jedoch noch von Kay De Bruyckere überholt.[12]
Frauen Elite

| Platz | Name | Zeit (min) |
|---|---|---|
| 1 | 54:29 | |
| 2 | + 0:18 | |
| 3 | + 1:09 | |
| 4 | + 1:31 | |
| 5 | + 1:56 | |
| 6 | + 2:11 | |
| 7 | + 2:36 | |
| 8 | + 2:51 | |
| 9 | + 2:53 | |
| 10 | + 2:58 |
Es gab 35 Fahrerinnen aus 12 Ländern, das Rennen ging über sechs Runden. Rekordweltmeisterin Marianne Vos hatte verletzungsbedingt absagen müssen.[13]
Das Feld zog sich schnell auseinander, und in der zweiten Runde bildete sich ein Führungstrio aus Fem van Empel, Puck Pieterse und Lucinda Brand. Während Pieterse ab der Mitte des Rennens allmählich zurückfiel, lieferten sich van Empel und Brand bis in die Schlussrunde ein enges Duell. Am letzten kurzen Anstieg zur Zielgeraden ging Brand die Kraft aus, und van Empel erhielt einen entscheidenden Vorsprung. Das Podium war damit dasselbe wie im Jahr zuvor.[14]
Junioren

Es gab 68 Fahrer aus 22 Nationen, das Rennen ging über sechs Runden. Der Boden war zu Beginn noch gefroren, taute aber während des Rennens allmählich auf. Den tückischen Bedingungen fiel der EM-Zweite Valentin Hofer zum Opfer, der das Rennen in der ersten Runde anführte, aber nach einem harten Sturz aufgeben musste. In einem abwechslungsreichen Rennen übernahmen Mattia Agostinacchio, Oscar Amey, Benjamin Noval und Soren Bruyère-Joumard zeitweise die Spitzenposition. Agostinacchio, der nach einem Sturz mit gebrochenem Schuh unterwegs war, fuhr eine starke Schlussrunde und wandelte einen zwölfsekündigen Rückstand auf Bruyère-Joumard in einen ebenso großen Vorsprung um. Filippo Grigolini kämpfte sich nach mäßigem Start konstant nach vorne und gewann den Streit um Bronze gegen Noval.[15]
Frauen U23

| Platz | Name | Zeit (min) |
|---|---|---|
| 1 | 45:42 | |
| 2 | + 0:39 | |
| 3 | + 1:20 | |
| 4 | + 1:51 | |
| 5 | + 2:17 | |
| 6 | + 3:38 | |
| 7 | + 3:59 | |
| 8 | + 4:23 | |
| 9 | + 4:41 | |
| 10 | + 4:48 |
Es gab 45 Fahrerinnen aus 19 Nationen, das Rennen ging über fünf Runden. Titelverteidigerin Zoe Bäckstedt setzte sich in der zweiten Runde von der Konkurrenz ab und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein. Auch sonst herrschten klare Verhältnisse, die ersten Zehn waren fast fünf Minuten auseinander. Marie Schreiber holte nach Claude Michely 1985 die zweite WM-Medaille für Luxemburg. Mit Leonie Bentveld als Dritter war das Podium identisch mit dem des U23-Weltcups.[16]
Männer Elite

| Platz | Name | Zeit (h) |
|---|---|---|
| 1 | 1:02:44 | |
| 2 | + 0:45 | |
| 3 | + 1:06 | |
| 4 | + 1:15 | |
| 5 | + 1:53 | |
| 6 | + 1:56 | |
| 7 | + 2:00 | |
| 8 | + 2:03 | |
| 9 | + 2:09 | |
| 10 | + 2:28 |
Es gab 45 Fahrer aus 15 Nationen, das Rennen ging über acht Runden. Mathieu van der Poel setzte sich schon zu Beginn vom Feld ab, fuhr die schnellste Runde des Rennens, baute seinen Vorsprung anschließend auf rund eine Minute aus und gewann ungefährdet das Rennen. Der dreimalige Weltmeister Wout van Aert hatte sich kurzfristig für eine Teilnahme entschieden,[17] musste aus der vierten Startreihe das Rennen aufnehmen und benötigte zwei Runden, um zu den nächsten Verfolgern van der Poels aufzuschließen. Diese ließ er fünf Runden vor Schluss ebenfalls hinter sich. Im Rennen um Bronze setzte sich Europameister Thibau Nys gegen Joris Nieuwenhuis durch.[18]
Medaillenspiegel
| Platz | Land | Gold | Silber | Bronze | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 3 | 1 | 2 | 6 | |
| 2 | 2 | 0 | 0 | 2 | |
| 3 | 1 | 1 | 1 | 3 | |
| 1 | 1 | 1 | 3 | ||
| 5 | 0 | 2 | 2 | 4 | |
| 6 | 0 | 1 | 0 | 1 | |
| 0 | 1 | 0 | 1 | ||
| 8 | 0 | 0 | 1 | 1 | |
| Gesamt | 7 | 7 | 7 | 21 | |
Aufgebote
Die Vertreter der deutschsprachigen Verbände erzielten folgende Ergebnisse:
- Bund Deutscher Radfahrer
- Männer Elite: Marcel Meisen (27.), Luca Harter (34.), Jonas Köpsel (DNF)
- Frauen Elite: Elisabeth Brandau (18.)
- Männer U23: Silas Kuschla (26.), Hannes Degenkolb (30.), Eike Behrens (32.), Max Heiner Oertzen (31.)
- Frauen U23: Kaija Budde (28.)
- Junioren: Benedikt Benz (31.), Luan Elsäßer (37.), Niclas Look (46.), Anton Kochanowski (49.), Tobias Schreiber (55.)
- Juniorinnen: Klara Dworatzek (40.)
- Österreichischer Radsportverband
- Frauen Elite: Nadja Heigl (27.)
- Frauen U23: Nora Fischer (23.)
- Junioren: Michael Hettegger (51.), Valentin Hofer (DNF)
- Swiss Cycling
- Männer Elite: Kevin Kuhn (16.), Gilles Mottiez (31.), Lars Sommer (32.), Loris Rouiller (36.), Luke Wiedmann (DNF)
- Männer U23: Matteo Oppizzi (41.), Nicolas Halter (42.)
- Frauen U23: Jana Glaus (24.)
- Junioren: Levin Näf (53.)
- Juniorinnen: Anja Grossmann (4.), Chiara Mettier (14.)
- Fédération du Sport Cycliste Luxembourgeois
- Frauen U23: Marie Schreiber (2.)
- Junioren: Jonah Flammang-Lies (57.), Lennox Papi (DNF)
Weblinks
- Website der Veranstaltung ( vom 22. Februar 2025 im Internet Archive)
- Cyclocross-WM 2025 auf der UCI-Website
- Berichte und Ergebnisse auf CyclingNews
- Zusammenfassung aller offiziellen Ergebnisse
- Cyclocross-Weltmeisterschaften 2025 in der Datenbank von Cyclocross24.com
- Cyclocross-Weltmeisterschaften 2025 in der Datenbank von ProCyclingStats