Bars (Dordogne)

französische Gemeinde im Département Dordogne From Wikipedia, the free encyclopedia

Bars (okzitanisch Barç) ist eine französische Gemeinde mit 246 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner werden Barsois und Barsoises genannt.

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Geografie

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Bars liegt etwa 29 Kilometer ostsüdöstlich von Périgueux, etwa 38 Kilometer westsüdwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 26 Kilometer nordnordwestlich von Sarlat-la-Canéda in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Périgord noir. Ihr Gebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom im Oberlauf zeitweise trockenfallenden Flüsschen Saint-Geyrac, von den Flüsschen Thonac und Vimont sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Bars liegt in der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1]

Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige, bewaldete Landschaft mit markanten Einschnitten durch die Täler vom Thonac und vom Vimont. Der topographisch höchste Punkt liegt mit 276 m im Osten, die tiefsten Punkte mit 137 m befinden sich jeweils bei den Austritten vom Thonac und vom Vimont aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa 224 m Höhe oberhalb des Thonac-Tals.

Rund 61 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, vor allem durch den Anteil der Gemeinde am Domänenforst Barade im Westen, rund 38 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Grünland genutzt, etwa 2 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]

Bars wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Fossemagne Thenon
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Auriac-du-Périgord
Rouffignac-Saint-Cernin-de-Reilhac Plazac Fanlac
Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Bars

Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Bars als

Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, sind insgesamt über 70 % von Bars von der starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

Bars beherbergte einst ein Benediktinerpriorat, angegliedert an die Abtei in Tourtoirac. Der Name der Pfarrgemeinde wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts im Zusammenhang mit seiner Kirche S. Petri de Bars im Jahre 1120 erstmals erwähnt, in der Schreibweise Bartz etwas später (12. Jahrhundert) und latinisiert Barcium im 14. Jahrhundert.[5] Über seinem Ursprung herrscht Unklarheit. Eine Theorie besagt, dass er vom Namen des Domänenforstes Barade abgeleitet ist.[6] Er könnte von einer gallorömischen Person namens Eparchius stammen und von Sanctus Eparchius zu Heiliger Bars führen. Allerdings war die Kirche im 12. Jahrhundert dem heiligen Petrus geweiht. Eine andere Hypothese verbindet den Namen mit dem okzitanischen bart (deutsch tonhaltige Erde). Schließlich könnte Bars wie bei Namen anderer hochgelegener Dörfer vom gallischen Word °barro- stammen, das eine meist bewaldete Erhebung bezeichnet.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Bars: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
1.082
1800
 
724
1806
 
713
1821
 
893
1831
 
977
1836
 
960
1841
 
965
1846
 
978
1851
 
996
1856
 
992
1861
 
976
1866
 
917
1872
 
814
1876
 
879
1881
 
817
1886
 
768
1891
 
688
1896
 
628
1901
 
580
1906
 
570
1911
 
550
1921
 
528
1926
 
464
1931
 
458
1936
 
465
1946
 
415
1954
 
357
1962
 
324
1968
 
319
1975
 
254
1982
 
228
1990
 
217
1999
 
214
2006
 
236
2013
 
230
2020
 
237
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Ehemalige Kirche Saint Pierre et Sainte Quitterie

Sehenswürdigkeiten

Die ehemalige Kirche Saint Pierre et Sainte Quitterie wurde zwischen 1025 und 1120 gegründet. Heute birgt das Gebäude, in dem kein Gottesdienst mehr stattfindet, dennoch neben zahlreichen kirchlichen Ausstattungsgegenständen ein Harmonium-Museum mit einer für Europa einzigartigen Sammlung dieser Musikinstrumente.

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 103 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Bars erwerbstätig, entsprechend 74 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 16 im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (27). Die Arbeitslosenquote sank von 23,1 % (2016) auf 15,8 % (2022).[11]

Branchen und Betriebe

21 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Bars wirtschaftlich aktiv:[11]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt21
Fertigung, Bergbau und andere Industrien314,3 %
Baugewerbe29,5 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie628,6 %
Information und Kommunikation14,8 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten314,3 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln523,8 %
Andere Dienstleistungen14,8 %
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Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Rinderzucht zur Erzeugung von Milch und/oder Fleisch.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 34 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf jeweils 28 im Jahr 2000 und im Jahr 2010 und schließlich auf 15 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 55,9 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 688 Hektar im Jahre 1988 auf 411 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen von 20,2 Hektar auf 27,4 Hektar.[13][14][15]

Fernwanderwege

An der südlichen Grenze zur Nachbargemeinde Plazac verläuft der 1932 Kilometer lange Fernwanderweg GR 36 „De la Manche aux Pyrénées“ von Ouistreham (Département Calvados) nach Bourg-Madame (Département Pyrénées-Orientales).[16]

Verkehr

Bars liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 31 durchquert das westliche Gemeindegebiet und führt nach Thenon im Norden und nach Rouffignac-Saint-Cernin-de-Reilhac im Südwesten. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Bars mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Bars – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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