Le Lardin-Saint-Lazare
französische Gemeinde
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Le Lardin-Saint-Lazare (Aussprache [lə laʁˈdɛ̃ sɛ̃ laˈzaʁ], okzitanisch Lo Lardin e Sent Lazar) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit 1672 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner werden Vézeriens und Vézeriennes oder Lardinois und Lardinoises genannt.
| Le Lardin-Saint-Lazare Lo Lardin e Sent Lazar | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Le Haut-Périgord noir | |
| Gemeindeverband | Terrassonnais Haut Périgord Noir | |
| Koordinaten | 45° 8′ N, 1° 14′ O | |
| Höhe | 79–246 m | |
| Fläche | 10,85 km² | |
| Einwohner | 1.672 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 154 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24570 | |
| INSEE-Code | 24229 | |
| Website | www.le-lardin.fr | |
Geografie


Le Lardin-Saint-Lazare liegt etwa 40 Kilometer ostsüdöstlich von Périgueux, etwa 24 Kilometer westsüdwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 27 Kilometer nördlich von Sarlat-la-Canéda am östlichen Rand des Départements am Übergang der Landschaft des Périgord central zum Périgord noir. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Vézère, die es im Südosten begrenzt, und den Flüsschen Cern, Elle, Nuelle und Rieu sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Le Lardin-Saint-Lazare liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die auf das Känozoikum datieren, sowie Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum und dem Paläozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine besonders nach Nordosten hin bewaldete Hügellandschaft auf, die vom breiten Tal der Vézère begrenzt und von den Tälern der besagten Fließgewässer durchschnitten wird. Die Höhen der Erhebungen nehmen nach Norden hin zu und erreichen über 200 m. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 246 m Höhe nordöstlich des Zentrums auf dem isolierten Hügel Poujelou. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Süden mit 79 m Höhe beim Austritt der Vézère aus dem Gemeindegebiet. Das Rathaus liegt oberhalb des Tals der Vézère auf etwa 89 m Höhe.
Rund 52 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen, genutzt, rund 26 % sind bewaldet, rund 17 % entfallen auf bebaute Flächen, rund 5 % auf Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen.[2]
Le Lardin-Saint-Lazare wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:
| Peyrignac | Beauregard-de-Terrasson | |
| La Bachellerie | Terrasson-Lavilledieu | |
| Les Farges | Condat-sur-Vézère |
Natürliche und technologische Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Le Lardin-Saint-Lazare neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Vézère, dem Cern und der Mündung der Nuelle in den Cern
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Radonemanationen.
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1983, 1989, 1993, 1994, 1996, 1997, 1999, 2001, 2003, 2008, 2011, 2025 und 2026 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Die Gemeinde ist der starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, ist nur ein kleiner Teil des Gemeindegebiets im Bereich des Hügels Poujelou von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1992, 1997, 2009, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde La Coquille der Zone 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhöhtes Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.
Die Gemeinde liegt flussabwärts des Staudamms Monceaux la Virolle im Département Corrèze, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter), das seit 2009 einem sog. Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesem Staudamm der Klasse A mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch dieses Bauwerks entstünde.
Ein weiteres technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung im Süden des Gemeindegebiets, die von einer Fabrikanlage erschlossen wird. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.
Ein technologisches Risiko bilden verschmutzte oder potenziell verschmutzte Standorte, die weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt sind. Dies ist in Le Lardin-Saint-Lazare bei acht Standorten der Fall. Es handelt sich hierbei um eine illegale Mülldeponie, vier frühere Tankstellen, ein früheres Lager für brennbare Flüssigkeiten, eine frühere Tischlerei und eine Papierfabrik.[4]
Etymologie und Geschichte
Es gibt keine frühen Belege für Le Lardin, und das Wort könnte sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Möglicherweise handelt es sich um einen gallorömischen Personennamen, °Laritinus, ein Diminutiv von Laritius. Dieser Name ist im alten Rom gut belegt. Er ist eine Variante von Larius aus dem Altgriechischen und bedeutet „freundlich, fröhlich“. Der Name von Saint-Lazare ist nicht rätselhaft. Er steht für Lazare (deutsch Lazarus), dem Bruder von Martha und Maria, der dem Evangelium nach Johannes nach von Jesus auferweckt wurde. Im 13. Jahrhundert ist der Name des Ortes als Sanctus Lazarus belegt, an dem in der Folge prope Peyrals im Jahr 1411 hinzugekommen ist, dann im 16. Jahrhundert Saint Lazer.[5]

Das Gebiet der Gemeinde war bereits in prähistorischer Zeit besiedelt. Die Höhle von Badegoule, die die Grube Cern nördlich des Weilers Rispe überblickt, beherbergt die gleichnamige Fundstätte aus dem Jungpaläolithikum (Badegoulien und Solutréen). Die Höhle, die seit dem frühen 19. Jahrhundert bekannt ist, wurde in den 1860er Jahren von Lartet und Christy und ab den 1930er Jahren von Dr. Cheynier ausgegraben.
Die alte Straße Périgueux-Brive verläuft teilweise entlang der heutigen D 6089 am Hang südlich der Gemeinde. 1827 wurden in La Boissière die Überreste einer alten Villa und Artefakte, darunter ein Denar von Gordian III. (238–239 n. Chr.), freigelegt. In der Nähe wurden 1835 zwei Sarkophage aus dem Frühmittelalter entdeckt. Es ist möglich, dass La Boissière einst der Hauptort einer Pfarrei war und die in historischen Texten erwähnte „ecclesia de Boyscheyra“ beherbergte.
Während der Evangelisierung im Périgord zwischen dem 5. und 12. Jahrhundert war das heutige Gemeindegebiet auf drei Pfarreien aufgeteilt, die alle der Jurisdiktion des Erzpriesters von Saint-Méard unterstanden. Diese Pfarreien werden hier in ihrer mutmaßlichen Reihenfolge ihrer damaligen Bedeutung aufgeführt: Bersac im Südwesten, Saint-Lazare im Osten und Mellet im Norden Die erste, die Pfarrei Bersac, wird ab dem 13. Jahrhundert (Ecclesia de Bersas, Kirchenregister), dann 1382 (Bersac) und 1528 (Bersacum) erwähnt. Die zweite Pfarrei, Saint-Lazare, war 1411 eine kirchliche Pfründe, die der Abtei Saint-Amand-de-Coly unterstand. Die dritte ist bei der Volkszählung von 1365 als Pfarrei Meleto aufgeführt und auf der Karte der beiden Diözesen des Périgord von 1554 mit der Ecclesia de Melet belegt, die jedoch die Pfarreiorganisation vor 1317 widerspiegelt. Diese Pfarrei muss recht schnell an Bedeutung verloren haben, möglicherweise bereits im Mittelalter in die Pfarrei Bersac eingegliedert, da sie danach nicht mehr erwähnt wird und auch nicht auf der Karte von Pierre de Belleyme von 1767 verzeichnet ist.
Mehrere Ortsnamen sind in dem Gebiet am Ende des Mittelalters oder zu Beginn der Neuzeit belegt – der Mansus de la Dotz (1461, 1528), Podium de la Garda (1461), En Salvouzo (1463), territorium de la Peyra (1466), molendin. Vigeyral (1494) – und zwei Seigneurien Peyrals oder Castrum de Peyralibus oder Peyraulx (1411, 1486, 1696), isoliert in der Landschaft nordöstlich der Pfarrei Bersac gelegen, der Adelssitz La Salle, im Ort Saint-Lazare selbst. Diese beiden Lehen, in den Pfarreien Bersac und Saint-Lazare gelegen, unterstanden der Kastellanei Ans, Vizegrafschaft Limoges.
Nach dem Hundertjährigen Krieg und der darauffolgenden wirtschaftlichen und demografischen Erholung gewann das Dörfchen Beauregard in der Pfarrei Bersac an Bedeutung und entwickelte sich schließlich zu einem regelrechten Dorf. Diese entstand um eine Kapelle, die 1309 von Johann III. von der Bretagne, dem Vizegrafen von Limoges, gegründet worden war und in manchen Texten bereits mit dem Pfarrsitz verwechselt wird. So verkaufte Alain d’Albret, Vizegraf von Limoges und Graf von Périgord, am 10. Mai 1487, um die Krönung und die Hochzeiten seiner beiden Söhne zu finanzieren, die „Pfarreien und die Stadt Beauregard, Saint-Lazar und Peyrignac“ an Jean d’Aubusson, Seigneur von Villac. Weitere Briefe bestätigen die Veräußerung der „Pfarreien Bersac und Saint-Lazar sowie des Ortes Beauregard“ an den Herrn von Villac zum Preis von 1500 Livres am 13. Oktober 1495. Doch schon bald darauf, am 8. Oktober 1500 und am 5. August 1501, kaufte der Graf von Périgord die besagten Pfarreien zurück.
Im späten 16. Jahrhundert entzog Heinrich von Navarra – der spätere Heinrich IV., Graf von Périgord und Vizegraf von Limoges –, der durch die Kriege hoch verschuldet war, nach und nach mehreren Kastellaneien innerhalb seines Herrschaftsgebiets ihre Vorrechte, indem er neue Rechte an lokale Adlige verkaufte. So erwarb Guy de Badefols, Herr von Peyraux, die Rechte der hohen, mittleren und niederen Gerichtsbarkeit für die Pfarrei Bersac (auf deren Gebiet sich damals das Schloss Peyraux befand). Diese Rechte wurden durch eine Urkunde, die am 8. August 1600 in Périgueux ausgestellt wurde, von der Kastellanei von Ans abgetrennt. Durch diesen Akt wurde Peyraux zum Sitz einer Herrschaft mit hoher Gerichtsbarkeit erhoben – der bedeutendsten in diesem Gebiet –, die alle anderen in den Schatten stellte.
Bereits im 17. Jahrhundert hatte sich die Kapelle von Beauregard zu einer Kirche entwickelt, die als Filialkirche der Pfarrkirche von Bersac diente. Doch erst im darauffolgenden Jahrhundert – zwischen 1733 und 1758 nahm das Wachstum des Dorfes Beauregard derartige Ausmaße an, dass die Rollen getauscht werden mussten. Die Kirche von Beauregard, ehemals bloße Filialkirche derjenigen von Bersac, wurde auf Kosten der letzteren – die ihrerseits zur Filialkirche herabgestuft wurde – in den Rang einer Pfarrkirche erhoben. Folglich wurde das Dorf Beauregard zum Verwaltungszentrum. Genau diese Situation ist auf der Belleyme-Karte dargestellt, die im Jahr 1767 vermessen wurde. Auf ihr nehmen die Kirche und das Dorf Beauregard das Zentrum eines ausgedehnten Territoriums ein, das die ehemalige Pfarrei Bersac (einschließlich des Dorfes Bersac, dessen Kirche als Filialkirche gekennzeichnet ist) umschließt. Auf der Karte von Ferry aus dem Jahr 1696 ist die Mühle von Salle verzeichnet, die sich am rechten Ufer der Vézère, etwas flussaufwärts vom Weiler Brardville, befindet. Da sie zu jener Zeit bereits in Trümmern lag, erscheint sie nicht auf der Karte von Belleyme. Auch die frühen Katastereinträge lassen keinerlei Spuren baulicher Erweiterungen erkennen. Bei der Mühle handelte es sich vermutlich um ein Nebengebäude des gleichnamigen Schlosses.
Die bekannten Zählungen der Feuerstellen für die Pfarreien Bersac und Saint-Lazare stammen aus dem späten 17. Jahrhundert. Im Jahr 1692 wurden für Bersac 200 und für Saint-Lazare 72 Feuerstellen verzeichnet – was einer Gesamtbevölkerung von 1000 bis 1500 Einwohnern für beide Pfarreien zusammen entsprach. Die Karte von Belleyme (1767) – die hinsichtlich dieses oberen Abschnitts des Vézère-Tals in der Dordogne unvollständig ist – verzeichnet zudem ein ausgedehntes Weinanbaugebiet rund um Puy de Bur (das heutige Peuch), Combe Ségéral und Poujelou (Peyraux). Die Karte von Belleyme ist nicht das einzige Zeugnis dieser Weinbautradition. Auch zahlreiche schriftliche Quellen belegen das Vorhandensein von Weinbergen. Ergänzt werden diese bildlichen und textlichen Quellen durch eine Reihe von Bauernhöfen und Wohnhäusern innerhalb der Gemeinde – einige davon aus der frühen Neuzeit –, die noch heute über Weinkeller oder Gärbottiche im Untergeschoss verfügen.

Die 1790 gegründete Gemeinde Bersac – deren Grenzen mit denen der ehemaligen Pfarrei übereinstimmten – wurde 1793 mit Beauregard zusammengelegt, einer Gemeinde, die noch heute gelegentlich als „Bersac-Beauregard“ bezeichnet wird. Das 1825 erstellte alte Kataster – und vor allem die kurz darauf angefertigte Generalstabskarte – belegen, wenn auch mit noch größerer Präzision, die Bedeutung des Weinbaus in diesem oberen Abschnitt des Vézère-Tals: Die exponierten Hanglagen unterhalb von Combe Ségéral, Peyraux und Pechauguy waren zu jener Zeit vollständig mit Weinbergen bedeckt. Die verheerende Reblauskrise vernichtete diese Bestände – hier wie auch anderswo im Tal – im Verlauf der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Das 19. Jahrhundert war für die Gemeinde zudem durch den Bau der Eisenbahnstrecke Périgueux–Brive (1860) geprägt, die ihr Gebiet im Süden durchquert. In Le Lardin entstand dabei auch einer der Anschlüsse an die Strecke Nontron–Sarlat, die erst später im Jahrhundert (1899) eingerichtet wurde.
Trotz eines kurzen Rückgangs während der Zeit der Französischen Revolution wuchs die Bevölkerung bis 1906 stetig weiter, getragen von der industriellen Tätigkeit (Kohlebergbau und Glasherstellung). Zu diesem Zeitpunkt zählten die Gemeinden Bersac und Saint-Lazare zusammen 1302 Einwohner. Die Gründung der Gerbextrakt-Fabrik „Gillet et Fils“ – gefolgt von einer Diversifizierung ihrer Geschäftstätigkeit (zunächst Cellulose, dann Papier) – löste in Le Lardin einen Aufschwung aus, der zulasten der älteren Verwaltungszentren ging. Infolgedessen stagnierte die Einwohnerzahl von Saint-Lazare kurz vor dem Zusammenschluss im Jahr 1967 bei etwa 470, während die Gesamtbevölkerung der vereinigten Gemeinde weiter anstieg.
Nach einer Reihe von Verhandlungen wurde Bersac am 2. April 1906 endgültig von Beauregard abgetrennt und erhielt erneut den Status einer vollständig eigenständigen Gemeinde. Im Zuge der städtebaulichen Entwicklung, die durch den Aufstieg der Papierfabriken bei Le Lardin angestoßen wurde, löste dieser Name – ursprünglich lediglich die Bezeichnung einer Örtlichkeit, an der Cyprien Brards Glasfabrik errichtet worden war – am 2. Februar 1922 den Namen Bersac ab. Die Örtlichkeit selbst hatte bereits 1839 per königlicher Verordnung den Namen Brardville erhalten – eine Ehrung für den Industriellen, der im Jahr zuvor verstorben war. Am 1. Mai 1967 schlossen sich die Gemeinden Saint-Lazare und Le Lardin zur Gemeinde Le Lardin-Saint-Lazare zusammen.[6]
Bevölkerungsentwicklung
| Le Lardin-Saint-Lazare: Einwohnerzahlen von 1906 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1906 | 683 | |||
| 1911 | 723 | |||
| 1921 | 800 | |||
| 1926 | 966 | |||
| 1931 | 1.016 | |||
| 1936 | 1.016 | |||
| 1946 | 1.041 | |||
| 1954 | 1.118 | |||
| 1962 | 1.160 | |||
| 1968 | 1.761 | |||
| 1975 | 1.982 | |||
| 1982 | 2.037 | |||
| 1990 | 2.047 | |||
| 1999 | 1.846 | |||
| 2006 | 2.000 | |||
| 2013 | 1.836 | |||
| 2020 | 1.672 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Schloss Peyraux aus dem 17. Jahrhundert, seit 1948 ist das Schloss selbst, seit 1974 sind Fassaden und Dächer der Nebengebäude als Monument historique eingeschrieben
- Kirche Saint-Lazare in Lazare aus dem 13. Jahrhundert
- Kirche Saint-Laurent in Bersac aus dem 13. Jahrhundert
- Schloss Peyraux
- Kirche Saint-Lazare
- Kirche Saint-Laurent
Bildung
Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[9]
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 707 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Le Lardin-Saint-Lazare erwerbstätig, entsprechend 74,5 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (76,2 %) höher war als bei den Frauen (72,7 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 94 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (160). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 20,3 % (2016) auf 13,2 % (2022).[10]
Branchen und Betriebe
Der Bereich mit den weitaus meisten Beschäftigten (59,7 %) war Ende 2024 der Sektor der Industrie.[10]
Einer der größten Arbeitgeber der Gemeinde ist eine Papierfabrik der Firmengruppe Lecta.
135 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Le Lardin-Saint-Lazare wirtschaftlich aktiv:[10]
| Branche | Anzahl | % |
|---|---|---|
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 16 | 11,9 % |
| Baugewerbe | 27 | 20,0 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 29 | 21,5 % |
| Finanzen und Versicherungen | 4 | 3,0 % |
| Immobilien | 5 | 3,7 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 11 | 8,1 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 21 | 15,6 % |
| Andere Dienstleistungen | 22 | 16,3 % |
| Gesamt | 135 |
Landwirtschaft
Le Lardin-Saint-Lazare liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.[11]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 16 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 11 im Jahr 2000, auf 9 im Jahr 2010 und auf 6 im Jahr 2020, ein Rückgang von 62,2 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 347 Hektar im Jahre 1988 auf 450 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 21,7 Hektar auf 75,1 Hektar.[13][14][15]
Verkehr
Die Autobahn A 89 La Transeuropéenne von Brive-la-Gaillarde nach Libourne in der Nähe von Bordeaux durchquert das nordwestliche Gebiet der Gemeinde auf einer Länge von etwa 250 Metern ohne Anschlussstelle.
Die zur Departementsstraße D 6089 herabgestufte ehemalige Route nationale 89 von Lyon nach Bordeaux durchquert das Gemeindegebiet von Ost nach West. Die zur D 704 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 704 stößt auf die D 6089 im Zentrum von Le Lardin und wird nach Sarlat-la-Canéda im Süden weitergeführt. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern und Nachbargemeinden.
Le Lardin-Saint-Lazare verfügt über einen Bahnhof an der Bahnstrecke Coutras–Tulle, der von Zügen einer Linie des TER Nouvelle-Aquitaine, einer Regionalbahn der staatlichen SNCF, im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine, angefahren wird und Le Lardin-Saint-Lazare mit Brive-la-Gaillarde und mit Bordeaux-Saint-Jean über Périgueux verbinden.[16]
Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Le Lardin-Saint-Lazare mit Brive-la-Gaillarde, Nadaillac und Saint-Léon-sur-Vézère über Montignac-Lascaux.[17]
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
