La Chapelle-Aubareil

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

La Chapelle-Aubareil (Aussprache [la ʃaˈpɛl obaˈʁɛj], okzitanisch La Capèla Albarèlh) ist eine französische Gemeinde mit 542 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de la Vallée de l’Homme. Die Bewohner werden Chapellois und Chapelloises genannt.

Schnelle Fakten
La Chapelle-Aubareil
La Capèla Albarèlh
La Chapelle-Aubareil (Frankreich)
La Chapelle-Aubareil (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Vallée de l’Homme
Gemeindeverband Vallée de l’Homme
Koordinaten 45° 1′ N,  11′ O
Höhe 109–288 m
Fläche 19,85 km²
Einwohner 542 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 27 Einw./km²
Postleitzahl 24290
INSEE-Code
Website www.la-chapelle-aubareil.fr

Bürgermeisteramt (Mairie)
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Geografie

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

La Chapelle-Aubareil liegt etwa 41 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 14 Kilometer nordnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 58 Kilometer nordöstlich von Bergerac in der Région naturelle des Périgord noir, im gleichnamigen touristisch benannten Landesteil. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Grande Beune und Turançon sowie von zwei kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. La Chapelle-Aubareil liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum stammen, sowie Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine teilweise bewaldete Hügellandschaft auf, deren Erhebungen nach Osten hin auf Höhen bis 288 m betragen. Der topografisch tiefste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 109 m Höhe im äußersten Westen beim Austritt des Turançon aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt erhöht auf etwa 260 m.

Rund 59 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 39 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen genutzt, rund 2 % entfallen auf bebaute Flächen.[2]

La Chapelle-Aubareil wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Montignac-Lascaux Coly-Saint-Amand
Valojoulx Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Saint-Geniès
Tamniès Marcillac-Saint-Quentin
Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für La Chapelle-Aubareil

Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in La Chapelle-Aubareil als

Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist das Gemeindegebiet von keiner mittleren oder starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

Der erste Name des Dorfes erschien in den Schriften des 13. Jahrhunderts in der Schreibweise Al Barelh. Die beiden Wortteile sind im 15. Jahrhundert zusammengezogen als Albarelh seu la landa (1406) erwähnt. Der Name (des Waldes) Barade stammt aus dem vulgärlateinischen °barra und aus dem gallischen °barro (deutsch äußerstes Ende, Gipfel). Albarelh wäre demnach eine Erhebung, die eine Barriere darstellt; das Dorf liegt in der Tat auf einem Hügel. Eine andere Hypothese verweist den Ursprung auf den Namen einer Pflanzenart. Albarelh würde demnach auf das okzitanische albar (deutsch Weidenbaum), gefolgt von einem Diminutiv -el zurückgehen, das selbst vom vulgärlateinischen °albarus (deutsch Weiß-Pappel) kommt. Letzteres leitet sich von albus (deutsch weiß) ab, das der Französischen Sprache das Wort aube (deutsch Morgengrauen, Tagesanbruch) und der okzitanischen Sprache alba mit derselben Bedeutung gegeben hat.

Der Teil La Chapelle des Ortsnamens wurde später hinzugefügt. Es handelt sich um die Französisierung des okzitanischen capèla, abgeleitet aus dem spätlateinischen cappa (deutsch Art von Kapuze oder Kappe), dann Mantel, verwendet dann für die Bezeichnung des Mantels vom heiligen Martin von Tours, aufbewahrt als Reliquie am Hof der fränkischen Könige. So bezog das Wort sich auf den Ort der Aufbewahrung der königlichen Reliquien, dann auf eine Kirche in einem privaten Anwesen. Im Altfranzösischen behielt es diese Bedeutung und wurde auch für eine Kirche verwendet, die keinen Titel einer Pfarrgemeinde trägt.[5]

Im Dorf sind mehrere prähistorische Stätten bekannt, die durch den Fund von Feuersteinwerkzeugen belegt sind. Ein Münzschatz aus römischer Zeit wurde 1937 entdeckt und zeugt von der kontinuierlichen Besiedlung des Ortes.

Das Dorf La Chapelle-Aubareil entwickelte sich um seine Kirche herum. Im Mittelalter unterstand La Chapelle-Aubareil dem Erzpriestertum Saint-André-d’Allas im Bistum Sarlat. Im 13. Jahrhundert gehörte es den Herren von Salignac, die das Lehen bis ins 16. Jahrhundert innehatten. Diese Seigneurs bekleideten nacheinander höchste Ämter, sei es in der Regierung der Region und der umliegenden Gebiete, am Hof, in Gesandtschaften oder im Heer. 1545 heiratete Jeanne de Salignac Armand de Gontaud Biron und brachte ihm das Baronat Salignac als Mitgift ein.[6]

Die Überreste eines mittelalterlichen Turms, der möglicherweise aus dem 15. Jahrhundert stammt, zeugen von der Existenz einer herrschaftlichen Burg, die bereits im 13. Jahrhundert unter dem Namen „Repaire noble du Bareil“ erwähnt wurde.

Im Januar 1944 ließ sich die erste Maquis-Gruppe der Montignacois, das Kommando "Jacquou le Croquant", mit Unterstützung des Bürgermeisters in La Chapelle-Aubareil nieder und wurde zu einem Zentrum des Widerstands gegen die Milice française und die Gestapo.[7]

Bevölkerungsentwicklung

La Chapelle-Aubareil: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
802
1800
 
744
1806
 
776
1821
 
758
1831
 
900
1836
 
916
1841
 
930
1846
 
978
1851
 
993
1856
 
995
1861
 
968
1866
 
956
1872
 
900
1876
 
894
1881
 
840
1886
 
770
1891
 
766
1896
 
695
1901
 
653
1906
 
659
1911
 
640
1921
 
516
1926
 
509
1931
 
511
1936
 
501
1946
 
463
1954
 
454
1962
 
386
1968
 
333
1975
 
280
1982
 
308
1990
 
330
1999
 
373
2006
 
439
2013
 
516
2020
 
533
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9][10][11]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche Saint-Loup aus dem 17. Jahrhundert
  • Turm aus dem 13. Jahrhundert, Überbleibsel einer Burg
  • Herrenhaus L’Air aus dem 18./19. Jahrhundert
  • Ehemaliges Rathaus

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).[12]

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 267 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in La Chapelle-Aubareil erwerbstätig, entsprechend 82,0 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (84,4 %) höher war als bei den Frauen (79,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 48 Personen im Jahr 2022 höher als im Jahr 2016 (35). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 14,1 % (2016) auf 17,8 % (2022).[13]

Branchen und Betriebe

63 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in La Chapelle-Aubareil wirtschaftlich aktiv:[13]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt63
Fertigung, Bergbau und andere Industrien23,2 %
Baugewerbe711,1 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie2133,3 %
Information und Kommunikation11,6 %
Finanzen und Versicherungen11,6 %
Immobilien34,8 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten1727,0 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln57,9 %
Andere Dienstleistungen69,5 %
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Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[14] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 35 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 34 im Jahr 2000, auf 20 im Jahr 2010 und auf 12 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 65,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 577 Hektar im Jahre 1988 auf 441 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen von 16,5 Hektar auf 36,7 Hektar.[15][16][17]

Verkehr

La Chapelle-Aubareil liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und den Nachbargemeinden.

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: La Chapelle-Aubareil – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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