Lavaur (Dordogne)
französische Gemeinde
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Lavaur (Aussprache [laˈvɔʁ], okzitanisch La Vaur) ist eine französische Gemeinde mit 85 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de Domme Villefranche-du-Périgord. Die Bewohner werden Vauréens und Vauréennes genannt.
| Lavaur La Vaur | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Vallée Dordogne | |
| Gemeindeverband | Domme Villefranche-du-Périgord | |
| Koordinaten | 44° 37′ N, 1° 1′ O | |
| Höhe | 135–282 m | |
| Fläche | 9,00 km² | |
| Einwohner | 85 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 9 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24550 | |
| INSEE-Code | 24232 | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Geografie

Lavaur liegt etwa 68 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 34 Kilometer südsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 50 Kilometer südöstlich von Bergerac im Südosten des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Lot-et-Garonne. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Périgord noir im gleichnamigen, touristisch benannten Landesteil. Sie befindet sich im Einzugsgebiet der Garonne und wird entwässert von der Lémance, die sie im Osten und Südosten begrenzt, von den Flüsschen Ménaurie und Ruisseau des Griffouillères sowie von zwei kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Lavaur liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, einige Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine recht bewaldete Hügellandschaft auf, die im Osten und Südosten vom breiten Tal der Lémance begrenzt wird. Der topografisch höchste Punkt mit 282 m Höhe befindet sich im Norden in der Nähe des Weilers Maleguise, der niedrigste Punkt ist mit 135 m im äußersten Süden beim Austritt der Lémance aus dem Gemeindegebiet zu finden. Das Zentrum der Gemeinde besteht lediglich aus der Kirche, dem Bürgermeisteramt und einigen Häusern und liegt leicht erhöht auf etwa 241 m Höhe.
Rund 68 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 33 % werden landwirtschaftlich, in erster Linie heterogen, genutzt.[2]
Lavaur wird von folgenden fünf Gemeinden umgeben:
| Mazeyrolles | Saint-Cernin-de-l’Herm | |
| Blanquefort-sur-Briolance (Lot-et-Garonne) |
Loubejac | |
| Sauveterre-la-Lémance (Lot-et-Garonne) |
Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Lavaur neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen.
Die Gemeinde ist durch die umfangreiche Bewaldung der starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa drei Viertel des Gemeindegebiets von einer mittleren, im Südwesten von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 2011 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[4]
Etymologie und Geschichte
Das Gebiet des Dorfes kannte die Besiedelung in gallorömischer Zeit, weist jedoch kaum noch architektonische Spuren aus dem frühen Mittelalter auf. Seine Kirche wurde umfassend umgebaut. Ihr Eingangsportal des 14. Jahrhunderts ist in der gleichen Zeit entstanden wie die erste Erwähnung des Toponyms in den Schriften in der latinisierten Form Parochia (deutsch Pfarrgemeinde) de Vauro. Sie steht für das okzitanische vaur, eine Variante im Femininum der Ortsnamen im Maskulinum vauri (oder vaur), die eine Schlucht oder ein Schlammloch bezeichnen. Das Wort führt das gallische °vobero (deutsch unterirdischer Wasserlauf) fort. Vaur wird eher im westlichen Teil des okzitanischen Sprachraums für Ortsnamen verwendet, vabre eher im östlichen Teil.[5]
In Lavaur treffen sich die drei Bischöfe von Périgueux, Agen und Cahors seit 2006 am „Brunnen der drei Bischöfe“, einem alten Kultort und einer heiligen Quelle. Dieses Treffen basiert auf einer weit verbreiteten lokalen Legende. Diese hat ihren Ursprung in einem Grenzgebiet dreier ehemaliger Départements und Regionen (Quercy, Agenais und Périgord), das ebenfalls „Brunnen der drei Bischöfe“ genannt wird. Dort zeugen eine Quelle und ein Stein von einer Grenzlegende, die durch die Erinnerung an dieses jährliche Treffen historisiert wurde.
Dieser Ort markierte die Grenze zwischen den früheren gallischen Völkern der Region: den Kadurkern (Quercy), den Petrocoriern (Périgord) und den Nitiobrogen (Agen). Aus diesen Gebieten entwickelten sich später Diözesen, dann die Départements Lot, Lot-et-Garonne sowie Dordogne und schließlich, nach der Eingliederung von Loubéjac an die Dordogne im 19. Jahrhundert, nur noch zwei Départements. Der „Brunnen der drei Bischöfe“ gehört zum Inventar des Immateriellen Kulturerbes in Frankreich.[6] Unweit des Brunnens befinden sich Ruinen eines früheren Wachturms des Templerordens.[7]
Bevölkerungsentwicklung
| Lavaur: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 380 | |||
| 1800 | 378 | |||
| 1806 | 392 | |||
| 1821 | 422 | |||
| 1831 | 413 | |||
| 1836 | 385 | |||
| 1841 | 425 | |||
| 1846 | 473 | |||
| 1851 | 413 | |||
| 1856 | 399 | |||
| 1861 | 397 | |||
| 1866 | 348 | |||
| 1872 | 370 | |||
| 1876 | 360 | |||
| 1881 | 319 | |||
| 1886 | 311 | |||
| 1891 | 297 | |||
| 1896 | 297 | |||
| 1901 | 281 | |||
| 1906 | 255 | |||
| 1911 | 237 | |||
| 1921 | 202 | |||
| 1926 | 190 | |||
| 1931 | 186 | |||
| 1936 | 167 | |||
| 1946 | 174 | |||
| 1954 | 174 | |||
| 1962 | 151 | |||
| 1968 | 153 | |||
| 1975 | 113 | |||
| 1982 | 107 | |||
| 1990 | 102 | |||
| 1999 | 88 | |||
| 2006 | 82 | |||
| 2013 | 64 | |||
| 2020 | 72 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Die einschiffige spätromanische Pfarrkirche Saint-Avit verfügt über ein Querschiff und war ursprünglich wahrscheinlich die Kapelle der nahegelegenen Burg. Der Glockengiebel befindet sich auf der Grenze zwischen Kirchenschiff und flach schließender Apsis. Zur Ausstattung der Kirche gehören zwei ins 13. Jahrhundert datierte Engelsfiguren, ein Taufbecken mit Insignien des Templerordens und ein Weihwasserbecken mit einem Lilienkreuz.
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 35 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Lavaur erwerbstätig, entsprechend 82,2 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (85,0 %) höher war als bei den Frauen (80,0 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit drei Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (5).[10]
Landwirtschaft
Lavaur liegt in der Zone der geschützten Ursprungsbezeichnung (AOP) der Walnüsse des Périgord.[11]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Rinderzucht zur Fleischerzeugung.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 18 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 16 im Jahr 2000, auf 7 im Jahr 2010 und auf 1 im Jahr 2020, ein Rückgang von 94,4 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich einschneidend von 285 Hektar im Jahre 1988 auf 31,6 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 15,8 Hektar auf 31,6 Hektar.[13][14]
Verkehr
Die zur Departementsstraße D 710 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 710, die von Ribérac über Périgueux aus Norden kommend nach Fumel im Süden führt, verläuft entlang der südöstlichen Gemeindegrenze. Die zur Departementsstraße D 660 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 660 zweigt im Nordosten von dieser ab und verbindet Lavaur mit Bergerac im Nordwesten und mit Cahors im Südosten. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.
Parallel zur D 710 wird die Bahnstrecke Niversac–Agen geführt. Ein Haltepunkt befindet sich unmittelbar hinter der Grenze zur Nachbargemeinde Loubejac, der Villefranche-du-Périgord zugeordnet ist. Züge einer Linie des TER Nouvelle-Aquitaine, einer Regionalbahn der staatlichen SNCF, fahren im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine diesen Haltepunkt an, der auf diese Weise mit Périgueux, Sarlat-la-Canéda und Agen verbunden ist.[15]
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
