Loubejac

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Loubejac (Aussprache [lubˈʒak], okzitanisch Lobejac) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit 266 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de Domme Villefranche-du-Périgord. Die Einwohner werden Loubéjacois und Loubéjacoises genannt.

Schnelle Fakten Lobejac ...
Loubejac
Lobejac
Loubejac (Frankreich)
Loubejac (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Vallée Dordogne
Gemeindeverband Domme Villefranche-du-Périgord
Koordinaten 44° 36′ N,  5′ O
Höhe 135–287 m
Fläche 18,55 km²
Einwohner 266 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 14 Einw./km²
Postleitzahl 24550
INSEE-Code
Website www.loubejac.fr

Bürgermeisteramt (Mairie)
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Geografie

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Loubejac liegt etwa 72 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 35 Kilometer südsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 56 Kilometer südöstlich von Bergerac im Südosten des Départements an der Grenze zu den benachbarten Départements Lot-et-Garonne und Lot. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Périgord noir im gleichnamigen, touristisch benannten Landesteil. Sie befindet sich im Einzugsgebiet der Garonne und wird entwässert von der Lémance, die sie im Nordwesten begrenzt, vom Flüsschen Tourtillou, das sie im Nordosten begrenzt, vom Sendroux, vom Ruisseau des Griffouillères sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Loubejac liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, einige Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine recht bewaldete Hügellandschaft auf, die im Südwesten vom breiten Tal der Lémance begrenzt wird. Der topografisch höchste Punkt mit 287 m Höhe befindet sich zwischen dem Lieu-dit Bru de Blazy und dem Weiler Sautou, der niedrigste Punkt ist mit 135 m im äußersten Westen beim Austritt der Lémance aus dem Gemeindegebiet zu finden. Das Zentrum der Gemeinde besteht lediglich aus der Kirche, dem Bürgermeisteramt und einigen Häusern und liegt leicht erhöht auf etwa 266 m Höhe.

Rund 58 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 42 % werden landwirtschaftlich, in erster Linie heterogen, genutzt.[2]

Loubejac wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

Lavaur Saint-Cernin-de-l’Herm Villefranche-du-Périgord
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Frayssinet-le-Gélat (Lot)
Sauveterre-la-Lémance
(Lot-et-Garonne)
Montcabrier (Lot) Cassagnes (Lot)

Klima

Die klimatischen Bedingungen in Loubejac werden als warm und gemäßigt eingestuft. Loubejac verzeichnet im Jahresverlauf eine beträchtliche Niederschlagsmenge. Dies gilt selbst für den trockensten Monat Juli. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Loubejac beträgt 13,1 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,2 °C, die höchste im Juli und August mit 21,3 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 848 mm.[3]

Natürliche Risiken

Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Loubejac

Natürliche Risiken manifestieren sich in Loubejac neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als

  • Waldbrände
  • Bodensetzungen
  • Bodenbewegungen

Die Gemeinde ist durch die umfangreiche Bewaldung der starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[4]

Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 90 % des Gemeindegebiets von einer mittleren, im Südwesten vereinzelt auch starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 2011 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Loubejac besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.[5]

Etymologie und Geschichte

Der Name des Dorfes erschien erstmals in der Mitte des 13. Jahrhunderts in den Schriften im Zusammenhang mit seiner Kirche in Saint-Pierre de Lobejac (1260). Viel später ist er aufgeteilt in Lou Bejac (1714). Lou wurde zu Unrecht als Artikel aufgefasst. Der Name stammt tatsächlich von einem gallorömischen Personennamen, Lupidius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Lupidiacum, Domäne des Lupidius). Dieser Name ist vom lateinischen lupus (deutsch Wolf) abgeleitet, der ein Spitzname im antiken Rom war.[6]

Die frühe Besiedlung des Gebiets um Loubéjac ist unbestritten. Prähistorische Fundstätten wurden an den Lieu-dits Bartal und les Vitarelles entdeckt. Römische Amphoren wurden 1949 im Weiler Montelut ausgegraben. Die Römerstraße zwischen Périgueux und Cahors führte vermutlich durch das Gebiet von Loubéjac.

Während des Hundertjährigen Krieges und später der Hugenottenkriege war dieser kleine Ort aufgrund seiner Grenzlage häufigen Kämpfen ausgesetzt. Er hielt stand, zweifellos dank der Burg Sermet mit seinem mächtigen, quadratischen Wehrturm mit Maschikulis, und behielt ihre strategische Position mit Blick auf das Ufer des Flusses Lémance und die Straße zwischen dem Agenais und dem Périgord.[7]

Bevölkerungsentwicklung

Loubejac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
674
1800
 
651
1806
 
707
1821
 
669
1831
 
751
1836
 
825
1841
 
875
1846
 
952
1851
 
958
1856
 
955
1861
 
960
1866
 
870
1872
 
746
1876
 
725
1881
 
705
1886
 
710
1891
 
680
1896
 
670
1901
 
636
1906
 
608
1911
 
555
1921
 
527
1926
 
549
1931
 
509
1936
 
455
1946
 
435
1954
 
354
1962
 
349
1968
 
283
1975
 
280
1982
 
253
1990
 
234
1999
 
233
2006
 
249
2013
 
281
2020
 
259
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Pfarrkirche Saint-Pierre-ès-Liens

Sehenswürdigkeiten

  • Die dem heiligen Petrus in Ketten geweihte Pfarrkirche Saint-Pierre-ès-Liens ist ein einschiffiger romanischer Bau des ausgehenden 12. Jahrhunderts, dem jedoch – nach den Wirrnissen des Hundertjährigen Krieges – im 17. Jahrhundert ein neuer turmbekrönter Westbau mit durch mächtige gestufte Strebepfeiler stabilisierten Ecken vorgesetzt wurde, der in Zeiten der Bedrohung durch räuberische Banden oder marodierende Soldaten einem Teil der Einwohner Schutz bieten konnte. Eine in einem runden Treppenturm auf der Südseite befindliche Wendeltreppe führt auf eine Empore mit einem steinernen Kamin. Das Innere der Kirche beherbergt ein polychromiertes Prozessionskreuz aus dem 18. Jahrhundert. Der Kirchenbau wurde im Jahr 1948 als Monument historique eingeschrieben.[10]
Umgebung
  • Das möglicherweise einst dem Templer- bzw. dem Johanniterorden gehörende Schloss Sermet stammt ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert. Nach den Hugenottenkriegen wurde Ende des 16. Jahrhunderts an der Stelle ein Renaissance-Herrenhaus als Wohnsitz errichtet. Im 17. Jahrhundert kamen Terrassen und große Fenster im Stil des Louis-treize hinzu. Ein neues Hauptgebäude sowie zwei quadratische Pavillons mit hohen Dächern wurden gebaut.[11]

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 99 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Loubejac erwerbstätig, entsprechend 71,2 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (71,2 %) gleich dem Anteil der Frauen war. Die Zahl der Arbeitslosen war mit 11 Personen im Jahr 2022 etwas höher als im Jahr 2016 (10). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 9,2 % (2016) auf 11,1 % (2022). In der Altersklasse der 15- bis 24-Jährigen erhöhte sie sich allerdings in dem Zeitraum von 37,5 % auf 50,0 %.[12]

Branchen und Betriebe

Der Bereich mit den meisten Beschäftigten (82,6 %) war Ende 2024 der Sektor Industrie.[12]

25 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Loubejac wirtschaftlich aktiv:[12]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
BrancheAnzahl%
Fertigung, Bergbau und andere Industrien312,0 %
Baugewerbe416,0 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie28,0 %
Finanzen und Versicherungen14,0 %
Immobilien14,0 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten832,0 %
Andere Dienstleistungen624,0 %
Gesamt25
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Landwirtschaft

Loubéjac liegt in den Zonen geschützter Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.[13]

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf den Obstanbau oder andere Dauerkulturen.[14] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 33 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 28 im Jahr 2000, auf 25 im Jahr 2010 und im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 24,2 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 632 Hektar im Jahre 1988 auf 567 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb erhöhte sich hingegen von 19,2 Hektar auf 22,7 Hektar.[15][16][17]

Verkehr

Die zur Departementsstraße D 710 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 710, die von Ribérac über Périgueux aus Norden kommend nach Fumel im Département Lot-et-Garonne führt, verläuft entlang der westlichen Gemeindegrenze. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Loubejac mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.

Parallel zur D 710 wird die Bahnstrecke Niversac–Agen geführt. Ein Haltepunkt befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Loubejac, der Villefranche-du-Périgord zugeordnet ist. Züge einer Linie des TER Nouvelle-Aquitaine, einer Regionalbahn der staatlichen SNCF, fahren im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine diesen Haltepunkt an, der auf diese Weise mit Périgueux, Sarlat-la-Canéda und Agen verbunden ist.[18]

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Loubejac – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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