Liste der Kirchen in Venedig

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Die folgende Liste enthält alle Kirchen auf den Inseln des historischen Zentrums von Venedig und der weiteren Inseln in der Lagune von Venedig. Im historischen Zentrum der Stadt befinden sich etwa 90 Kirchen, nachgewiesen sind hier rund 170, von denen zahlreiche nicht mehr existieren. Mit den Kirchen weiterer Inseln der Lagune von Venedig werden hier insgesamt mehr als 230 Kirchen aufgelistet. Neben den dominierenden katholischen Kirchengebäuden werden auch diejenigen anderer Konfessionen berücksichtigt.

Markusdom aus der Sicht vom Markusplatz
Basilica di Santi Maria e Donato auf Murano
San Pietro di Castello

Zahlreiche Kirchengebäude und Klöster mussten im Norden der Lagune geräumt werden, als dort der Meeresspiegel anstieg. Im Zuge der napoleonischen Erlasse von 1806 und 1807 wurden zahlreiche Kirchen säkularisiert, 70 der zuvor bestehenden 187 Kirchen wurden abgerissen.[1] Weitere Gebäude folgten in der österreichischen Zeit, aber auch nach 1866, wie etwa beim Bau des Bahnhofs, dem Santa Lucia geopfert wurde, oder für ein Denkmal, dem 1871 San Paternian weichen musste. Viele der bestehenden Bauwerke sind inzwischen säkularisiert und werden zum Teil umgenutzt.

Eine überaus wichtige Rolle spielten Klöster (mit ihren Kirchen und Gebetsräumen), insbesondere durch Frauenorden gegründete. In historischer Zeit bestanden in Venedig 73 Einrichtungen dieser Art, von denen 1797 noch 49 existierten. Viele der im Norden der Lagune, also in der Peripherie der Stadt gelegene Nonnenklöster mussten dem steigenden Meeresspiegel weichen, daher bestanden 1797 allein 35 von ihnen innerhalb des historischen Zentrums. Von den 49 Klöstern bewohnten 18 Augustinerinnen, 16 Benediktinerinnen, 6 Franziskanerinnen, hinzu kamen ein bis zwei Häuser von sechs weiteren Frauenorden.[2]

Als älteste Kirchen galten traditionell San Giacomo di Rialto und San Giacomo dall’Orio, San Zaccaria, San Teodoro, San Geminiano, San Moisè und Santa Maria Formosa.[3]

Historisches Zentrum

San Marco

  • bestehende katholische Kirche
  • profanierte Kirche
  • nicht-katholische Kirche
  • zerstörte Kirche
  • San Polo

    Santa Croce

    Dorsoduro

    Giudecca

    Cannaregio

    Santa Maria dei Miracoli

    Castello

    San Michele

    Giacomo Guardi (1764–1835): Die Insel San Cristoforo di Murano

    Inseln der Lagune

    Murano

    Canaletto: Vedute von San Giovanni dei Battuti auf Murano, Öl auf Leinwand, 66 mal 128 cm, um 1725–1728, Eremitage (Sankt Petersburg)

    Die Liste der Kirchen auf Murano umfasst 18 Einträge, wobei im Jahr 1856 Francesco Zanotto nur 16 kannte, von denen zu seiner Zeit nur noch vier existierten.[19] Flaminio Corner listet 19 Kirchen auf, er zählt allerdings San Giacomo di Paludo und S. Erasmo dazu.[20]

    Burano

    Auf Burano kannte schon 1856 Francesco Zanotto nur eine Kirche, nämlich San Martino – obwohl die Insel 4.500 Einwohner hatte.[26]

    Mazzorbo

    Auf Mazzorbo sind die meisten Kirchen verschwunden. Im Jahr 1856 kannte Francesco Zanotto noch acht Kirchen und einige Klöster, von denen zu seiner Zeit schon nur noch vier existierten.[27]

    • Santa Caterina, auch Santa Caterina di Mazzorbo
    • Santa Maria Valverde (Zisterzienserinnen)[28] zerstört
    • San Pietro (Kirche)[29]
    • San Michiele Arcangelo, auch Sant’Angelo
    • San Maffio (Mazzorbo), auch San Matteo (Nonnenkloster)[30]
    • Santa Eufemia, e compagne martiri
    • Santa Maria delle Grazie[31]
    • San Niccolò (Mazzorbo) (Benediktinerinnen, 1303 errichtet, 1432 mit Santa Caterina vereinigt)[32]

    Madonna del Monte

    Auf der Insel Madonna del Monte befanden sich nacheinander drei religiöse Bauwerke. Diese waren das Benediktinerinnenkloster San Nicolò della Cavana, das von 1303 bis 1432 bestand, bis es mit Santa Caterina vereinigt wurde, danach einige Baulichkeiten von Religiosen, die den Namen des Paulus von Theben trugen, schließlich Santa Maria del Rosario, eine Kirche mit Nebengebäuden, die von ca. 1720 bis 1809 bestand.[33]

    Torcello

    Auf Torcello kannte 1856 Francesco Zanotto weitere sieben Kirchen, die zu seiner Zeit bereits verschwunden waren, nur zwei bestanden noch immer. Die sieben zerstörten Kirchen führt er namentlich auf (S. 691). Ausführlich stellt er den Dom (S. 692–699), knapp hingegen die Kirche Santa Fosca dar (S. 700).[34] Flaminio Corner kennt darüber hinaus San Tommaso.

    • Santa Maria Assunta (Torcello)
    • Santa Fosca[35]
    • San Marco (im 18. Jh. zerstört)
    • Sant’Andrea (Ende 14. Jh. zerstört)
    • Santa Margherita, auch Margaretha, Benediktinerinnen[36]
    • San Michele, auch S. Angelo di Zampanigo, Kloster[37]
    • San Pietro detto di Casacalba[38]
    • San Giovanni (nach 1806 zerstört), Benediktinerinnen[39]
    • S. Antonio Abbate (Mitte 13. Jh., nach 1806 zerstört)[40]
    • San Tommaso (Zisterzienser, auf der Isola Borgognoni)[41]

    San Francesco del Deserto

    Auf San Francesco del Deserto kannte 1856 Francesco Zanotto ein ab 1220 errichtetes Kloster, von dem nur geringe Spuren verblieben waren. Neben der legendären Gründung erfolgte 1233 die Übergabe an die „Minori conventuali“ durch Jacopo Micheli, so dass dort ein Kloster („cenobio“) entstand. Doch diese verließen die Insel und 1453 übernahmen die „Minori osservanti“ ihren Besitz. Sie wiederum blieben bis 1594, dem Jahr, in dem das Kloster an die „Riformati“ ging, die es bis zur Aufhebung des Ordens im Jahr 1806 bewohnten.[42]

    • San Francesco del Deserto[43]

    Santo Spirito

    Die Kirche Santo Spirito auf der gleichnamigen Insel entstand im 15. Jahrhundert. Geweiht wurde sie im Jahr 1505. Der ursprüngliche Campanile wurde abgerissen.[44]

    Sant’Angelo della Polvere

    Auf Sant’Angelo della Polvere kannte 1856 Francesco Zanotto ein Kloster und eine Kirche, die von einem Brand im Jahr 1689 zerstört wurden – danach erfolgte eine rein militärische Nutzung der Insel.[45]

    San Secondo

    Auf der Insel San Secondo kannte 1856 Francesco Zanotto ein Kirchlein und ein kleines Benediktinerkloster, deren Bewohner 1806 die Insel verlassen mussten, um in das Kloster bei der Gesuati-Kirche an den Zattere umzuziehen.[46] Flaminio Corner kannte zudem eine „Chiesa di Santa Maria di Nazareth, de’ padri Carmelitani scalzi“.[47]

    San Servolo

    Auf der Insel San Servolo befand sich eine gleichnamige Kirche, s. San Servolo (Venedig).

    San Giorgio in Alga

    Auf der Insel San Giorgio in Alga befand sich eine Kirche desselben Namens.[48]

    Lido

    San Lazzaro degli Armeni

    Lazzaretto Vecchio

    Auf der Insel Lazzaretto Vecchio befand sich die Kirche Santa Maria del Lazzaretto Vecchio.[50]

    San Clemente

    San Giacomo in Paludo

    Auf der Insel San Giacomo in Paludo befindet sich die Kirche San Giacomo.[52]

    Poveglia

    Ehemalige Inseln Ammiana und Costanziaco

    Auf den untergegangenen Inseln Ammiana und Costanziaco bestanden Kirchen, die schon zur Zeit der Republik Venedig aufgegeben werden mussten. Zu diesen zählten San Lorenzo, San Marco, Santi Sergio e Bacco, Santi Massimo e Marciliano (beide auf Costanziaco), dann die beiden Nonnenklöster Santi Apostoli Filippo e Giacomo und Sant’Angelo sowie das Haus der Regularkanoniker Sant’Andrea Apostolo (alle drei auf Ammiana). Hinzu kamen das 1419 aufgegebene Benediktinerkloster Santi Felice e Fortunato di Ammiana sowie Sant’Andrea di Ammiana. Von San Giovanni, so erläutert Flaminio Corner (S. 669), sei weder die Gründungszeit bekannt, noch der Zeitpunkt der Aufhebung. Auf Costanziaco war Sant’Adriano Martire, auch Sant’Adriano de Mani genannt, das bedeutendste Kloster. Nur wenig war Flaminio Corner über Santi Sergio e Bacco bekannt, ebenso wie Santi Massimo e Marcelliano, die er aus der Chronik des Andrea Dandolo kennt. Schließlich nennt er ein Benediktinerinnenkloster namens Santi Giovanni e Paolo und ein ebenfalls aufgegebenes Kloster von Regularkanonikern namens Santa Maria Maddalena, das nach 1416 in Santa Caterina di Mazzorbo aufging.[53] Corner nennt allerdings nicht die Klöster S. Moro, das 1229 als Benediktinerinnenkloster anerkannte S. Maffio (venez. für S. Matteo) und S. Piero (Pietro).[54]

    Literatur

    Titelblatt von Marcantonio Giustinianos Il ritratto di Venezia von 1684
    Titelblatt von Levis Campanili di Venezia, Venedig 1890

    Überblickswerke

    • Herbert Rosendorfer: Kirchenführer Venedig, Edition Leipzig, 2008, 2. Aufl., E. A. Seemann, 2013.
    • Ennio Concina: Kirchen in Venedig. Kunst und Geschichte, Hirmer, München 1996.

    Untergegangene Kirchen

    • Elena Bassi: Tracce di chiese veneziane distrutte. Ricostruzioni dai disegni di Antonio Visentini, Venedig 1997.
    • Fabio Tonizzi, Gianni Bernardi, Carlo Urbani: Napoleone e la Chiesa : il caso Venezia : un nuovo volto per la Chiesa veneziana attraverso la riorganizzazione delle parrocchie in età napoleonica, Marcianum Press, 2012.[55]
    • Alvise Zorzi: Venezia scomparsa. Storia di una secolare degradazione, Electa, Mailand 1972, Mondadori, 2001.
    • Emma Filipponi: Venezia e l’urbanistica napoleonica: confisca e riuso degli edifici ecclesiastici tra il 1805 e il 1807, engramma, Nov. 2013. (online)

    Glockentürme/Campamili

    • Tudy Sammartini, Daniwel Resini: Die Türme von Venedig, Hirmer, München 2002, ISBN 3-7774-9440-2.
    • Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890 (nennt 178 Kirchen). (Digitalisat)

    Inschriften

    Musik

    • Elena Quaranta: Oltre San Marco. Organizzazione e prassi della musica nelle chiese di Venezia nel Rinascimento, Leo Samuel Olschki, Florenz 1998.

    Ältere Werke

    • Marco Boschini: Le ricche miniere della pittura veneziana, Francesco Nicolini, Venedig 1674. (Digitalisat)
    • Antonio Maria Zanetti: Della pittura veneziana e delle opere pubbliche de’ veneziani maestri libri V, Albrizzi, Venedig 1771. (Digitalisat)
    • Antonio Maria Zanetti: Descrizione di tutte le pubbliche pitture della citta’ di Venezia e isole circonvicine: o sia Rinnovazione delle Ricche minere di Marco Boschini, colla aggiunta di tutte le opere, che uscirono dal 1674. sino al presente 1733, Pietro Bassaglia al segno della Salamandra, Venedig 1733. (Digitalisat)
    • Flaminio Corner: Notizie storiche delle chiese e monasteri di Venezia, e di Torcello, tratte dalle chiese veneziane, e torcellane, Giovanni Manfrè, Padua 1758. (Digitalisat)
    • Johann C. Maier: Beschreibung von Venedig, Teil I, Christian Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1787. (Digitalisat bei archive.org), Teil III,1, , Christian Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1791 (Digitalisat bei Münchner Digitale Sammlungen)
    • Giambattista Gallicciolli: Delle memorie Venete antiche, profane ed ecclesiastiche, Bd. 4, Domenico Fracasso, Venedig 1795. (Digitalisat)
    • Luigi Perotti: Memoria sui luoghi pii e sulle confraternite laiche di Venezia, Pietro Naratovich, Venedig 1846. (Google Books)

    Bibliographien

    • Bibliographie, in: Pascal Vuillemin: Parochiæ Venetiarum. Les paroisses de Venise au Moyen Âge, Classiques Garnier, Paris 2018, S. 607–686.
    Commons: Kirchen in Venedig – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

    Siehe auch

    Einzelnachweise

    Related Articles

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